Wenn heute Nacht das Jahr zu Ende geht, wird der Himmel nicht wie üblich von hellem Feuerwerk erleuchten. Der Verkauf von Pyrotechnik ist coronabedingt verboten. Zudem darf auch an Silvester die Wohnung nur aus triftigem Grund von 21 bis 5 Uhr verlassen werden - Feuerwerk zählt nicht dazu. Nur vereinzelt werden hier und da in der Region Forchheim Silvesterraketen in die Luft steigen. Denn auf dem eigenen Grundstück dürften heute Restbestände aus den Vorjahren abgefeuert werden, erklärt Landratsamtssprecherin Kathrin Schürr. Während beispielsweise die Kreisverwaltungsbehörden in ganz Mittelfranken die Böllerei generell untersagt haben, gilt im Kreis Forchheim kein solches Verbot.

Auch kleines Feuerwerk kann erfreuen

"Gerade in diesem Jahr geht es auch einmal kleiner", meint der Pyrotechnik-Experte Jürgen Leppert aus Forchheim. "Außerdem kann man bei kleinen Feuerwerken auch etwas näher rangehen, dann ist es vom Empfinden genauso schön." Obwohl seine Branche schwer unter den Corona-Einschränkungen leidet, hält der Feuerwerker die getroffenen Maßnahmen an Silvester für sinnvoll und nachvollziehbar. "Die Pandemie ist ernst. Das kann man nicht wegleugnen", meint Leppert und zeigt Verständnis dafür, dass Menschenansammlungen an Silvester verboten sind.

"Wirtschaftlich trifft es dieses Jahr gerade unser Gewerbe natürlich sehr hart", bestätigt Leppert, der Feuerwerker im Nebenerwerb ist. In normalen Jahren wird er für zehn bis zwölf private Events gebucht, um mit seiner professionellen Pyrotechnik-Show auf Hochzeiten, Geburtstagen oder Jubiläen einen feierlichen Höhepunkt zu setzen. Im Corona-Jahr mussten die meisten privaten Feiern abgesagt werden. Im Grunde hätten die Feuerwerker nur im Juli und August die Möglichkeit gehabt, ihr Handwerk zu zeigen. Der ausgebildete Pyrotechniker konnte heuer nur auf einer einzigen Hochzeitsfeier sein Bühnenfeuerwerk zünden.

Und der Lockdown macht auch zum Jahresabschluss professionelles Feuerwerk unmöglich. "Corona war dieses Jahr der Killer für das pyrotechnische Handwerk", sagt Leppert. Feuerwerker im Nebenerwerb wie er könnten die finanziellen Verluste noch auffangen. Aber die hauptberuflichen Pyrotechniker, Hersteller und Händler seien unter "massivstem Druck".

Die Lager sind voll

Unter dem Verkaufsverbot leidet die Firma Röder Feuerwerk aus Schlüsselfeld (Landkreis Bamberg) enorm. Das oberfränkische Unternehmen zählt zu Deutschlands größten Pyrotechnik-Shops. "Die Arbeit eines ganzen Jahres ist umsonst", erklärte Gesellschafter Max Schütz vor wenigen Tagen gegenüber dem FT. Röder Feuerwerk rechnet mit einem finanziellen Schaden im mittleren siebenstelligem Bereich. In den Hallen in Schlüsselfeld stapeln sich die Bestellungen an Feuerwerkskörpern, die jetzt rückabgewickelt, wieder ausgepackt und eingelagert werden müssen.

Auch Jürgen Leppert hat sich bereits vor einem Jahr mit Feuerwerkskörpern im Wert von rund 3000 Euro eingedeckt. Da es sich um explosive Fracht handelt, hat der Forchheimer allein 700 Euro für den Gefahrgut-Transport gezahlt. Um die hohen Lieferkosten abzufangen, müssten Feuerwerker mehr Material im Voraus kaufen. "Deshalb sind die Lager jetzt überall voll, das geht allen Pyrotechnikern so", betont Leppert. Wo er seine Feuerwerkskörper lagert, hält der Forchheimer aus Sicherheitsgründen geheim. Immerhin seien die Raketen, Batterien, Bomben und Vulkane haltbar.

"Feuerwerk ist auch Kultur und hat etwas Kunstvolles", betont Leppert. Umso mehr bedauert er, dass durch Fehlverhalten rund um Silvester Pyrotechnik oft in einem negativem Licht erscheine. Wenn Unfälle passieren, läge es jedoch meist an Alkohol, illegalen Böllern und unsachgemäßer Handhabung. Angesichts der diesjährigen Einschränkungen appelliert der Pyrotechniker deshalb: "Bitte lasst das Feuerwerk abbrennen auf öffentlichem Gelände einfach bleiben!" Und außerdem: "Auch beim Feuerwerk ist oft weniger mehr."

Tipps für die Silvesterfeier: Bunt und feierlich geht auch zuhause

Wer Feuerwerk aus den Vorjahren hat, darf seine Restbestände an Raketen und Böllern heute ab Mitternacht, 0 Uhr, bis zum morgigen Neujahrstag, 24 Uhr, abfeuern, teilt das Landratsamt Forchheim mit. Wichtig: Wegen der Ausgangssperre von 21 bis 5 Uhr ist das Abbrennen von pyrotechnischen Gegenständen der Kategorie 2 (klassisches Silvesterfeuerwerk ab 18 Jahren) jedoch nur auf dem eigenen Grundstück erlaubt. Feuerwerk auf öffentlichen Plätzen, Straßen und dem Bürgersteig vor dem Haus ist verboten. Durch die Beschränkung soll vor allem verhindert werden, dass es zu mehr Verletzungen kommt. Damit die Kliniken in der aktuellen Corona-Lage nicht zusätzlich belastet werden.

1. So böllern sie richtig und sicher

Umso mehr gilt: Nur amtlich zugelassene Feuerwerkskörper mit dem CE-Kennzeichen zünden und sich an die Bedienungsanleitung halten. Die Raketen und Batterien sollten auf eine ebene, feste Fläche gestellt und am besten mit einem Jetfeuerzeug angezündet werden, rät Pyrotechniker Jürgen Leppert. "Dabei die Finger von der Zündschnur weg und den Kopf nie über den Feuerwerkskörper halten." Nach dem Anzünden sofort den nötigen Sicherheitsabstand einnehmen. "Für die meisten Feuerwerkskörper sind das mindestens acht Meter, also ungefähr zehn Schritte", verdeutlicht Leppert.

2. Buntes Kleinstfeuerwerk

Sogenannte Kinder- und Jugendfeuerwerke sind erlaubt. Diese Feuerwerke der Kategorie 1 darf jeder ab zwölf Jahren kaufen und abbrennen - auch in diesem Jahr. Dazu zählen etwa Knallerbsen, Partyknaller, Bodenwirbel, Eisfontänen und Wunderkerzen. Auch mit Tischbomben, Knallbonbons und Konfettikanonen kann heuer gefeiert werden.

3. Basteln für die Silvesterparty

Gerade für Familien mit Kindern können gemeinsame Bastelaktivitäten ein guter Zeitvertreib zum Jahreswechsel sein: Indem man sich zum Beispiel mit buntem Papier, Schere und Gummibändern lustige Silvesterhüte bastelt oder mit einem Locher buntes Konfetti selbst herstellt. Mit farbigen Luftballons oder Luftschlangen kann auch gemeinsam die Wohnung dekoriert werden.

4. Entspannt ins neue Jahr

Silvester wird heuer für viele zwangsläufig sehr viel ruhiger werden. Wer den Abend zuhause beispielsweise mit einem Bad, gutem Essen oder einem gemeinsamen Fernsehabend verbringt, kann in diesem Jahr so entspannt wie vermutlich selten zuvor ins neue Jahr starten.