Die Mängelliste ist lang, die Kindergartenleiterin Sabine Schütz und deren Stellvertreterin Beate Salzl-Kurz zur Gemeinderatssitzung in Kunreuth mitgebracht hatten. Manche Dinge würden das Arbeiten erleichtern, andere Maßnahmen haben Priorität. "Der Zaun im Außenbereich muss erneuert werden. Der Zaun hat Löcher, da gehen die Kinder durch und oben schauen Drähte heraus", erklärte Schütz. Damit hat sich auch Bürgermeister Ernst Strian (Demokratie) schon beschäftigt. 235 Meter umlaufenden Zaun betrifft es. Der Zaun sei die Herbstarbeit für den Bauhof. Überhaupt sollen viele der anstehenden Maßnahmen vom Bauhof erledigt werden.

Auf der Maßnahmenliste von Schütz stehen auch Erneuerungen im Waschraum. "Die Fliesen platzen ab, die Toiletten funktionieren nicht richtig und sind total verkalkt. Man kann nicht richtig spülen", erklärt die Kindergartenleiterin den Zustand der Sanitäranlagen. Die meisten Reparaturen und Erneuerungen betreffen den Altbestand im Kindergarten. Immerhin sind diese Einrichtungen schon 31 Jahre alt. Dass auch das eine oder andere Fenster marode ist, fügte Bürgermeister Strian hinzu. Schütz fragte an, ob hier nicht eine energetische Sanierung in Betracht gezogen werden könnte. "Es zieht im Winter herein", fügte Beate Salzl-Kurz hinzu. Ob die neuen Fenster im Neubau gut funktionieren, wollte Zweiter Bürgermeister Edwin Rank (CSU/Bürgerblock) wissen. Die Krippenfenster würden zu schwer geöffnet werden können, meinte Schütz.

Kindergarten in Kunreuth: Mängelliste ist lang

Nicht nur dass es an kalten Tagen am Fenster zieht, auch ist es in den herbstlichen Monaten zu dunkel beim Arbeiten mit den Kleinen. Ein Lichtkonzept würden die beiden Leiterinnen deshalb gerne ausgearbeitet haben. "Das sind die baulichen Maßnahmen, die unter den Nägeln brennen", erklärte Schütz, bevor sie über die Ausstattung der Kita sprach. Auch hier zählt einiges zum Altbestand und müsse erneuert werden. "Die Stühle gehen aus dem Leim", meinte die Kitaleiterin. 25 neue Stühle wären schön. "Wir haben nun 61 Stühle für 77 Plätze", sagte Schütz. Zwar sei die Krippe bestückt, dennoch sei einiges Mobiliar bereits repariert. Und zu guter Letzt würden sich die Erzieherinnen zwei oder drei Laptops für die Gruppen wünschen, um sich nicht immer in den Computer der Leiterin einloggen zu müssen. Auch eine Fortbildung, die angeboten wird, erfordert WLAN in allen Gruppen, was aber nur im vorderen Bereich der Kita funktioniere.

Eine Putzfirma aus Nürnberg biete ein Rundumpaket für Kitas an. "Dazu gibt es auch die Sicherheitsdatenblätter, die der medizinische Dienst immer fordert", sagte Schütz. Es wäre für die Leiterin eine Entlastung, sich darum nicht mehr kümmern zu müssen. Auch Bürgermeister Strian kennt diese Dienste, die ebenfalls in Schulen angeboten werden. Mit der Verwaltung werde er sprechen, damit man sich diesen Diensten anhängen könne. "Im Kindergarten muss weiter investiert werden", beteuerte Bernd Wohlhöfer (Bürgerliste Ermreus), wofür er Zustimmung erhielt. Allerdings wunderte sich Zweiter Bürgermeister Edwin Rank, dass der Investitionsstau erst jetzt komme. "Die Fördergelder gab es nur für den Neubau", erklärte Schütz, warum diese Mängel nicht in den Jahren zuvor angegangen wurden. "Gibt es jetzt Fördergelder?", fragte Rank. Das werde geprüft, sagte Strian. Was eine Kinderpflegerin in Ganztagesanstellung betrifft, versprach Strian, die Situation durchzurechnen. "Wenn das gesamte Personal da ist, läuft es rund, doch wenn eine oder zwei fehlen", sagte Schütz und ließ das Satzende offen.

Derzeit kümmern sich elf Personen um die Kinder in der Einrichtung. Sechs davon sind Erzieherinnen, die Praktikantin ist nicht mitgezählt. Die Kindertageseinrichtung ist aber so voll wie nie. Alleine von September bis März nächsten Jahres gibt es 20 Neuzugänge, nur zehn Kinder sind abgegangen. "Beide Krippengruppen sind voll", berichtete Schütz. 24 Krippenplätze sind vorhanden, 28 Kinder unter drei Jahren besuchen die Einrichtung. Durch die erhöhte Kinderzahl steige der Personalbedarf. Man täte gut daran, eine Ganztageskinderpflegerin für den Kindergartenbereich anzustellen. Jedenfalls werde der Kindergarten ab Oktober wieder ins offene Konzept für den Kindergarten, nicht für die Krippe, zurückkehren. Dies war seit dem Lockdown nicht mehr möglich.