Bereits seit 2018 ist bekannt, dass die Betreuungseinrichtungen in Heroldsbach voll sind und ab Januar 2021 ein Mehrbedarf an Kindergartenplätzen besteht. Dieser kann nur über eine weitere Kindergartengruppe gedeckt werden. Die Gemeinde Heroldsbach muss nun nach Lösungen suchen, den Beschluss für einen Waldkindergarten mit einer Gruppe schnellstmöglich umzusetzen. Um die Zeit bis zur Inbetriebnahme des Waldkindergartens zu überbrücken, richtet die Gemeinde einen Übergangsstandort ein. Dafür soll die ehemalige Hausmeisterwohnung an der Grund- und Mittelschule hergerichtet werden, erklärte Bürgermeister Benedikt von Bentzel (CSU) im Gemeinderat. So werden teilweise Bodenbeläge erneuert, die WC-Anlage kindgerecht umgebaut und im Eingangsbereich Pflasterarbeiten ausgeführt. Die Einrichtung mit Küchenzeile, Garderoben und Spielgeräten im Garten ist recht unkompliziert und unbürokratischer als die Alternative des angebotenen Containers, der mit 80 000 Euro deutlich über den Kosten für die Hausmeisterwohnung liegt. Die voraussichtlichen Kosten dafür werden auf 35 000 Euro geschätzt - ohne die Planungskosten. Mit der Nutzungsänderung und Genehmigungsplanung soll das Architekturbüro Paptistella beauftragt werden.

Ein weiterer Vorteil

Ein weiterer Vorteil ergebe sich daraus, dass die Räume nach Auszug der Kinder für den Schulbetrieb mit nur kleineren Anpassungen weitergenutzt werden könnten, erklärte Graf von Bentzel. Einstimmig beschloss das Gremium das Vorhaben. Die Betriebsträgerschaft wird separat eruiert und beschlossen. Weiter wurde das Architekturbüro Paptistella beauftragt mit der Erstellung der Genehmigungsplanung. Bereits in der Mai-Sitzung wurde über mögliche Standorte eines Waldkindergartens gesprochen. Als Standorte standen zur Verfügung: Oesdorf, Tennisanlage, "In der Hub", Bentzel-Ring und Bolzplatz Poppendorf. Während die FWOE-Fraktion mit ihrem Sprecher Peter Münch (FW) Oesdorf favorisierte, votierte Martin Langmar (CSU) für den Standort Tennisanlage. Dafür spreche die Nähe zur Schule. Auch Klaus Ponner (FW) sprach sich für Oesdorf aus, da dieser über Wasser- und Stromanschluss, Brandschutz, gute Verkehrsanbindung verfüge und die Gemeinde im Besitz des Grundstücks sei. Ein Abwasseranschluss ist vorhanden und die Installation einer PV-Anlage wäre möglich. Der Standort in der Hub kam nach längerer Diskussion nicht infrage, da er im Wasserschutzgebiet liegt, die Zufahrt schwierig ist und ein Parkplatz neu gebaut werden müsste. Der Standort Bentzel-Ring wurde nicht näher betrachtet. Als weiterer Standort wurde der Bolzplatz Poppendorf von Gemeinderat Georg Schmitt (FWGPO) vorgestellt, der wenig Wald habe, in der Nähe von Weihern und Ameisenhügeln liege. Edgar Büttner (SPD) hielt Poppendorf für den besten Standort. Um eine Entscheidung zu treffen, regte Graf Hannfried von Bentzel (CSU) an, die Räte sollten die Standorte noch einmal genauer betrachten. Dem hielt jedoch der Bürgermeister entgegen, dass die Räte schon mit der Ladung der Tagesordnung wüssten, worum es gehe und er voraussetze, dass jeder diese besichtigt habe. Die Dritte Bürgermeisterin Inge Piroth (FW) fragte nach, ob es schon Kostenschätzungen gebe. Diese müssten laut Bürgermeister erst durch ein Planungsbüro erarbeitet werden.

Die Abstimmung

Bei der Abstimmung erhielt der Standort Tennisanlage acht Stimmen, Poppendorf sechs und Oesdorf fünf Stimmen. Das bedeutet nicht, dass der Standort definitiv feststeht: Denn jetzt ist die Meinung der Fachbehörden gefragt und deren Zustimmung. Die Errichtung eines Waldkindergartens erfordert eine intensive Planung, wofür es zwei Möglichkeiten gibt: die Bauwagen-Variante oder die Holzhütten-Variante. Beide Varianten liegen kostenmäßig zwischen 70 000 und 90 000 Euro. Unterschied ist, dass die Planung und Ausführung beim mobilen Bauwagen circa neun Monate beträgt, bei der fest verbauten Holzhütte 15 Monate. Mit 14:5 Stimmen verabschiedete das Gremium die Bauwagen-Variante. Für den Betrieb des Übergangsstandorts sowie des Waldkindergartens ist zu klären, wer die Betriebsträgerschaft übernimmt. Im Rahmen eines Vororttermins mit der Fachaufsicht vom Landratsamt Forchheim wurde empfohlen, dass beide Einrichtungen von einem Betreiber betreut werden. Damit könnten sowohl das Fachpersonal als auch die Kinder gemeinsam in den Waldkindergarten wechseln, informierte Benedikt von Bentzel. Den Vorschlag, eine eigene Trägerschaft der Gemeinde anzustreben, hält von Bentzel aktuell nicht für sinnvoll. Die katholische Kirchenstiftung St. Michael hat bereits signalisiert, dass Interesse an einer Betriebsträgerschaft für den Waldkindergarten besteht. Dennoch finden mit weiteren möglichen Betriebsträgern Gespräche statt.