Auch in Langensendelbach muss man sich mit der Vorgabe der Bayerischen Staatsregierung auseinandersetzen, dass bis 2025 gigabitfähige Breitbandnetze flächendeckend vorhanden sein sollen. Dies betonte Bürgermeister Oswald Siebenhaar (UWB) im Gemeinderat. Hierzu erhalten die Kommunen einen Fördersatz von 90 Prozent. Pro gefördertem Anschluss stehe der Gemeinde ein Förderbetrag von 6000 Euro zur Verfügung, erläuterte Bernhard Gentner von der Firma Corwese. Gemäß der bayerischen Richtlinien würden Glasfaseranschlüsse für private Nutzung gefördert, sofern die entsprechenden Adressen nicht mit mindestens 100 Mbit/s im Download versorgt sind. Erstmals gebe es auch Förderung in "grauen Flecken", das heißt, unter bestimmten Voraussetzungen könne bereits ein Netz mit mehr als 30 Mbit/s gefördert werden. Für Langensendelbach würde das bedeuten, dass trotz aller Förderung noch ein kommunaler Eigenanteil von 562 849 Euro verbleibt. Es gebe noch eine Alternative, meinte Gentner: Das Unternehmen Deutsche Glasfaser baut zum Teil eigenwirtschaftlich Gemeindegebiete aus. Eine Prüfung für Langensendelbach hat laut Gentner ergeben, "dass in Langensendelbach eine Quote von 60 Prozent erreicht werden muss, damit sich das Projekt eigenwirtschaftlich trägt. In Bräuningshof sieht die Gebietsentwicklung keine Möglichkeit, einen eigenwirtschaftlichen Ausbau durchzuführen". Die Breitbandversorgung in Langensendelbach ist durchgängig von der Telekom ausgebaut. Mit der eingesetzten Vectoring-Technik stehen bis zu 100 Mbit/s zur Verfügung. Mit Super-Vectoring könne die Bandbreite auf bis zu 250 Mbit/s erhöht werden. Durch die Gigabitförderung besteht die Möglichkeit, alle Häuser mit Glasfaser bis zum Haus anzuschließen. Je nach Angebot liegt die Eigenleistung der Gemeinde zwischen 560 000 und 13,5 Millionen . Euro. Welches Angebot die Deutsche Glasfaser abgibt, könne nur mit einer Ausschreibung ermittelt werden. "Die Corona-Pandemie hat gezeigt, dass in vielen Gemeinden die Breitbandversorgung noch unzureichend ist", sagte Bürgermeister Siebenhaar. Das Gremium stellte in der Diskussion fest, dass die Bürger zwar Interesse und eine gewisse Erwartungshaltung hätten, sobald Defizite in der Infrastruktur feststellbar seien. Jedoch sollte man den Zustand so belassen, wie er jetzt ist. Man solle die Entwicklung nur weiter beobachten, so die mehrheitliche Auffassung im Gremium.

Mittelschule

Bürgermeister Siebenhaar berichtete als stellvertretender Vorsitzender im Schulverband Baiersdorf über den Kostenvergleich Neubau oder Sanierung der Mittelschule Baiersdorf. Die Neubaukosten sind vom Schulverband in Höhe von 10 642.000 Euro veranschlagt im Vergleich zu geschätzten Sanierungskosten von 8 325 000 Euro. In der Schulverbandssitzung gingen die Verbandsräte davon aus, dass die Neubaukosten noch teurer werden. Der aktuelle Fördersatz stehe noch nicht fest, sagte Siebenhaar, aber man gehe von null bis 55 Prozent aus. Der Gemeinderat Langensendelbach empfiehlt dem Schulverband, die Finanzierung über einen längerfristigen Kredit abzusichern. Aus Wirtschaftlichkeitsgründen solle eine Sanierung bevorzugt werden.

Baumurnenbestattungen

Der Gemeinderat hatte 2018 den vom Landschaftsarchitekturbüro Czerwonka vorgestellten Gestaltungsplan für Baumurnenbestattungen auf dem kommunalen Friedhof mit der großen Variante genehmigt. Im Frühjahr beschloss das Gremium, ein ganzheitliches Friedhofskonzept erstellen zu lassen. Die vom damaligen Architekten vorgeschlagenen 85 Erdurnenkammern aus Edelstahl seien zu langfristig gedacht. Die Ausschreibung zum Beschluss 2018 sei bisher nicht erfolgt, weil innerhalb eines Jahres die Preise stark gestiegen seien, berichtete Claudia Heim von der Friedhofsverwaltung. Sie schlug deshalb vor, von der geplanten Ausschreibung abzusehen. Aufgrund der Bestattungszahlen in Langensendelbach schlug Heim vor: Das Baumurnenfeld soll im Grabfeld "J" am Rand entstehen. Dort sollen drei bis vier große Bäume gepflanzt werden. Die Bauhofmitarbeiter setzen um diese Bäume etwa 40 Urnenrohre, wobei in jeder Röhre zwei Urnen oder drei Aschekapseln beigesetzt werden können. Darauf kommen einheitliche Liegesteine, die über die Gemeinde bezogen werden können. Der Vorteil: Die Steine verschmutzen nicht bis zur Belegung und es können Grablichter oder Blumen abgestellt werden. Sollte diese Grabart gut angenommen werden, könne jederzeit eine Erweiterung durch die Bauhofmitarbeiter vorgenommen werden, erläuterte Claudia Heim.

Mehr Urnenbeisetzungen

Nach Darstellung von Heim waren früher Erdbestattungen in Reihen- und Wahlgräbern die Regel, während heute zunehmend Urnenbestattung üblich seien und der Trend zu möglichst pflegeleichten Grabstätten gehe. "Die Einstellung zur Feuerbestattung hat sich geändert, es werden mehr Urnenbeisetzungen als Erdbestattungen durchgeführt", sagte Heim. So werden künftig auch Baumbestattungen möglich sein, geplant im Grabfeld "J" in der Nähe zum Wald. Darüber hinaus hatte das Friedhofsamt einen Kostenvergleich angestellt. So kosten 85 Edelstahlkammern mit Einbau 56 250 Euro und 85 Röhren mit Liegestein und Einbau etwa 16 190 Euro. Die Gemeinde, so Bürgermeister Siebenhaar, sei verpflichtet, den Haushalt sparsam und wirtschaftlich zu führen. "Außer Seebestattung", konstatierte Siebenhaar, "hat die Gemeinde nun alle Formen der Bestattung im Angebot." Das Gremium entschied einstimmig, den Beschluss von 2018 insoweit aufzuheben, als die Ausschreibung aufgrund der wirtschaftlichen Situation nicht mehr vorgenommen wird. Der Bürgermeister und die Verwaltung werden beauftragt, das Baumurnenfeld selbstständig mit dem Bauhof zu planen.