Für die nächsten zweieinhalb Jahre ist der Erhalt der Wässerwiesen vor allem im unteren Wiesenttal gesichert. Die Verlängerung des laufenden Projekts wird auf 415.000 Euro kommen. Davon hat vor Kurzem der Bayerische Naturschutzfonds 291.000 Euro beigesteuert. Der Forchheimer Kreistag beschloss nun, seinen Anteil von zehn Prozent oder 42.000 Euro zu übernehmen.

Zehn Prozent, also dieselbe Summe, hat die Oberfrankenstiftung zugesagt. Die restlichen zehn Prozent sollen die beteiligten Gemeinden übernehmen. Das sind nach ihren Flächenanteilen Pretzfeld, Forchheim, Kirchehrenbach, Pinzberg, Weilersbach, Ebermannstadt, Wiesenthau und Unterleinleiter.

Die Wässerwiesen wurden als immaterielles Kulturerbe der Menschheit bei der Kultusministerkonferenz angemeldet. Das Projekt soll in die europäische Initiative zum Erhalt traditioneller Bewässerung einfließen. Und es soll in gewisser Weise sogar eine touristische Attraktion werden wie die Bewässerungskanäle in Südtirol oder auf Madeira.

Imagefilm

Der zur Bewerbung gehörige Imagefilm, den sich der Kreistag anschaute, zeigt unter anderem den Landwirt Matthäus Endres, wie er die Stauschütze bedient. Endres hat den Titel eines Ersten Bauherrn der Wässergenossenschaft Steinbühl im Forchheimer Süden. Die altertümliche Bezeichnung ist ein Hinweis, wie lange es das Bewässerungssystem an der Wiesent schon gibt. Man vermutet, dass bereits bei der keltischen Besiedlung der Ehrenbürg die ersten Anlagen für die dadurch hochproduktiven Grünlandbereiche errichtet wurden.

Hunde im Vogelbrutgebiet

Ursprünglich sollte das Projekt auf das Regnitztal ausgeweitet werden. Davon hat vorerst der Naturschutzfonds abgeraten, erläuterte Johannes Mohr von der Landkreisentwicklung. Denn es sind im Kernbereich noch Hausaufgaben zu machen. Eine davon ist die Besucherlenkung. Nicht zuletzt der Zweng zwischen Forchheim und Gosberg ist ein beliebtes Gelände zum Hundeausführen. Keineswegs aber jedes Herrchen achtet darauf, dass die Wässerwiesen auch ein Vogelbrutgebiet sind und lässt seinen "Waldi" und vor allem mehrere Hunde frei laufen.

"Wir sollten es weiterhin unterstützen; die Sache ist unsere Eigenleistung wert", wies Kreisrat Edwin Dippacher (CSU) auf die landwirtschaftliche und ökologische Bedeutung der Wässerwiesen hin. Bis zur Einführung von mineralischem Dünger im 20. Jahrhundert ermöglichten die ertragreichen Wässerwiesen die Haltung von viel Vieh. Dessen Mist war der wichtigste Dünger für den Anbau von Ackerfrüchten, erläuterte Projektmanager Roland Lindacher.

Öffentlichkeitsarbeit soll die Akzeptanz für die Arbeit der Landwirte und die Schutzwürdigkeit des Geländes erhöhen. Die Wässerwiesen tragen dazu bei, die Bodenerosion zu verringern; gleichzeitig werden der Grundwasserstand stabilisiert und Nährstoffe dem Flusswasser entzogen. Derzeit sieht der Biologe noch ein erhebliches Gefährdungspotenzial für das ganze Ökosystem der Auen.

Buslinien

Ein weiteres Thema im Kreistag war die Vorabbekanntmachung der Ausschreibung der Buslinienbündel LB 1, 2 und 6. Das erste ist der Stadtverkehr in Forchheim, das zweite sind die Regionallinien im nördlichen Landkreis, das dritte betrifft die Linie 208, die von Baiersdorf über Effeltrich nach Erlangen führt. Hierzu gibt es eine Vereinbarung mit dem Landkreis Erlangen-Höchstadt. Die Bündel 2 und 6 werden für ab 2022 für acht Jahre vergeben werden; der Stadtverkehr nur für zweieinhalb Jahre, damit ein Wechsel auf alternative Antriebstechniken erfolgen kann. Als Vergabekriterien legte der Kreistag fest: 70 Prozent bestimmt der Preis des Bieters, 20 Prozent, welche möglichst tarifnahen Löhne er seinen Fahrern zahlt, und die letzten zehn Prozent, ob der Interessent Fahrzeuge mit einem höheren Standard als die Euro-Norm 6 einsetzt.

30 Wertstoffhöfe

Auch der Betrieb der 30 dezentralen Wertstoffhöfe im Kreis Forchheim wird neu vergeben. Ausgeschrieben werden neben dem eigentlichen Betrieb folgende Aufgaben: Abrollcontainer für Grüngut, Erfassung von Batterien und Akkumulatoren. Auch hier gelten dieselben Bewertungskriterien wie bei den Bussen.