An 365 Tagen im Jahr ist die leere Wiese in der Nähe von Geschwand kein mit Bedeutung aufgeladener Anblick. Der eine Tag, an dem dies anders war, ist am Samstag gewesen. Denn der rechtsgerichtete Bund Frankenland wollte an eben diesem Tag auf eben dieser Wiese eine Veranstaltung ausrichten.

Doch das erwartete Veranstaltung der Rechten blieb ebenso aus wie ein drohendes Großaufgebot der Polizei. Nur eine einsame Zivilstreife im Wäldchden zwischen Geschwand und Bärenfels zeugte noch davon, dass vieles an diesem Tag auch hätte anderes kommen können. Dass die betreffende Wiese auch am Samstag eine leere Wiese blieb, hat einen einfachen und einen etwas tiefergehenden Grund. Der einfache ist, dass die Rechten die geplante Veranstaltung am Freitag abgesagt haben. "Wir haben davon am Freitag erfahren. Die genauen Gründe dafür kennen wir aber nicht", sagte Alexander Czech, Pressesprecher des Polizeipräsidiums Oberfranken.

Schon öfters Treffpunkt gewesen


Allerdings liegt die Vermutung nahe, dass der Bund Frankenland damit auf eine Entscheidung des Bayreuther Verwaltungsgerichts reagiert.

Die dortige Erste Kammer hatte am vergangenen Freitag ein von der Gemeinde Obertrubach verhängtes Zufahrtsverbot bestätigt. Die Gemeinde hatte dem Bund Frankenland untersagt, den Weg zu der betreffenden Wiese zu nutzen. Dieser sei, so argumentierte man, ausschließlich landwirtschaftlichen Fahrzeugen vorbehalten.

Der Bund Frankenland hätte gegen die Entscheidung des Verwaltungsgerichts Einspruch einlegen können - was er aber allem Anschein nicht mehr gemacht hat. Die Wiese nahe Geschwand wurde in der Vergangenheit bereits mehrmals zum Treffpunkt rechtsradikaler Organisationen, zum Beispiel in den Jahren 2009 und 2010, als dort der sogenannte "nationale Frankentag" veranstaltet wurde. In diesem Jahr wurde die Veranstaltung von Norman Kempken angemeldet, der unter anderem durch seine Beteiligung an der 2011 verbotenen demokratiefeindlichen "Hilfsorganisation für nationale politische Gefangene und deren Angehörige e.V.” bekannt ist. ch