Markos Hirschfelder ist voll konzentriert. In seinen Gedanken geht er noch einmal ein paar Spielzüge durch. Dann geht es los: Erstes Spiel am zweiten Spieltag der Basketball-Schulliga gegen die Volksschule Kirchehrenbach. Die Spielzeit beträgt zweimal acht Minuten. Markos ist der Aufbauspieler. Er hat das ganze Feld vor sich. Seit sechs Jahren steht er in den Diensten der Jugendmannschaft des TSV Ebermannstadt. Seine Position ist auch im Verein der Aufbauspieler, welche zugleich seine Lieblingsposition ist. "Ich komme oft an den Ball." Und das zeigt er auch. Schnell wird klar, dass der Nachwuchsbasketballer Dreh- und Angelpunkt im Spiel der Realschule Ebermannstadt ist.

Zur Halbzeit steht es 14:6 für Markos und seine Mitspieler. Zufrieden ist er trotz seiner zehn Punkte nicht. "Wir müssen in der Defensive besser arbeiten und vorne mehr Punkte machen", sagt der Zwölfjährige kurz vor Beginn der zweiten Hälfte.

Die Kirchehrenbacher werden stärker. Ihnen gehört die Anfangsphase der zweiten Hälfte. Doch zum Ende der Partie schalten die Ebermannstadter einen Gang höher und gewinnen deutlich. Markos erzielt weitere acht Punkte und ist maßgeblich mitentscheidend für den 30:19 Sieg. "Das Ergebnis ist ok." Markos ist zwar keine 2,13 Meter groß wie Dirk Nowitzki oder keine 1,98 Meter wie sein Vorbild Michael Jordan, Spitzname "His Airness", aber genug Zeit, um zu wachsen, ist noch da.


Ein Essen als Ansporn



"Das zweite Spiel gegen die Ritter-von-Traitteur-Schule müssen wir gewinnen", fordert Markos. Der Grund: Trainer und Lehrer Manuel Ebert hat seinen Jungs versprochen, bei einem Sieg im Anschluss essen zu gehen: "Ich habe schon Hunger und für sie ist das doch ein extra Ansporn, zu gewinnen. Trotzdem sollten wir den Gegner nicht unterschätzen."

Die Ritter-von-Traitteur-Mittelschule Forchheim feierte im Spiel gegen die VS Kirchehrenbach ihren Auftakt in der Basketball-Schulliga für Schüler der 5. und 6. Klassen. Doch in ihrer ersten Partie wurde es nichts mit der gelungenen Premiere. Mit 8:28 verlor das Team deutlich gegen die Kirchehrenbacher. Und im nächsten Spiel warten die Ebermannstadter mit ihrem Denker und Lenker Markos Hirschfelder.


Beatles und Bob Dylan zur Entspannung



Wenn Markos mal nicht mit einem Basketball zu Gange ist, spielt er zur Entspannung Klavier. The Beatles und Bob Dylan stehen auf seiner Playlist ganz oben. Ansonsten ist er verrückt nach dem Ball. "Ich habe einen eigenen Basketballkorb zu Hause. Wenn es das Wetter zulässt, spiele ich neben dem Training fast jeden Tag", erzählt Markos.

Der Schiedsrichter pfeift, gleich beginnt das Spiel. Noch einmal die letzten Anweisungen von Trainer Ebert und es geht los. Bereits nach wenigen Minuten zeigt sich, dass es sich zu einem Schützenfest entwickeln würde. Die in den orange-farbenen Jerseys spielenden Ebermannstadter erzielen nach kurzer Zeit mehrere Punkte. Markos hält sich in der ersten Hälfte etwas zurück. Seine Mitspieler beweisen, dass auch sie mit dem Ball umgehen können. Philip Hacker, Dominik Hübschmann, Marco Henzel und Fabian Schnitzler sorgen für die 29:8-Halbzeitführung. Markos steuert acht Punkte dazu bei.


Vorbild Michael Jordan



Im zweiten Durchgang zeigt Markos mehr Offensivarbeit. Zwölf Punkte hat er in den letzten acht Minuten des Spiels auf sein Konto verbuchen können. Am Ende heißt es 45:9 für die Ebermannstadter. Im Interview nach dem Spiel verhält sich Makos bereits wie ein Profi und zieht ein schnelles Fazit nach dem Spieltag. "Unsere Anstrengungen wurden belohnt. Wir haben beide Spiele verdient gewonnen."

Seine Lieblingsmannschaften sind die US-Amerikanische Profimannschaft Chicago Bulls und die Brose Baskets Bamberg. Letztere besucht er mehrmals im Jahr. Zwar nur als Zuschauer, aber das kann sich noch ändern. Eines Tages könnte Markos als Spieler auflaufen. Sein Traum ist es ohnehin.

Spielfrei hat an diesem Spieltag das Gymnasium Fränkische Schweiz Ebermannstadt. Der dritte Spieltag findet in der Sporthalle der Realschule Ebermannstadt statt. Dann kann das Team um Markos vor heimischen Publikum sein Können zeigen und auf Korbjagd gehen. Wie versprochen, wird nach Abpfiff schnell die Kleidung gewechselt und mit Lehrer Manuel Ebert ein Schnellimbiss besucht, um den Sieg zu feien sowie die in den Spielen verbrannten Kalorien wieder aufzunehmen.