Ein klares Signal der Wertschätzung für die Walpurgiskapelle und ihre überregionale Bedeutung auf dem Walberla setzte der Heimatverein Forchheim. Bei einem Ortstermin übergab Vorsitzender Dieter George einen Spendenscheck in Höhe von 7500 Euro an Pfarrer Michael Gehret von der zuständigen Pfarrei St. Matthäus Wiesenthau. Mit von der Partie waren zudem Eduard Nöth, Mitglied des Landesverbandes Bayerische Denkmalpflege, Karl Heinz Distler, Vorsitzender des Vereins zur Wahrung des Fränkischen Brauchtums, einer Untergruppe des Heimatvereins Forchheim, Evi Rossa, Mitglied des Heimatvereins,sowie Otto Roppelt als Kapellenpfleger.

Die Kirche auf Kirchehrenbacher Grund liegt prägend auf dem Tafelberg und ist aus der Charakteristik der Ehrenbürg, zu der das Walberla gehört, nicht wegzudenken. Die Kapelle zeigt aber bedenkliche Baumängel.

1964 fand die letzte Renovierung statt. Kostenschätzungen für die Überarbeitung liegen bei 205 000 Euro, wobei rund 100 000 den Maßnahmen des denkmalschutzrechtlichen Aufwands geschuldet sind. Pfarrer Gehret berichtete von den Folgen der zurückliegenden zwei Winter, als Ziegel auf der Seite zum Rodenstein hin vom Dach fielen.

Bei einer Besichtigung zeigten sich bedenkliche Mängel im Dachstuhl. Dessen Alter schätzte man zunächst auf die Zeit um 1740. Mittlerweile weiß man aus Hinweisen am Balkengerüst, dass das Dachgebälk vermutlich aus dem 15. Jahrhundert stammt.

Dies ist eine weitere Motivation für den Denkmalschutz, die Substanz weitgehend zu erhalten. Eine Studiengruppe vom geologischen Institut der Uni Bayreuth stellte unlängst Verwerfungen an dieser Stelle im Berg fest. Daraus resultiert nach ihrer These auch der starke Mauerriss auf der rechten Seite des Eingangs. Eine Verpressung oder ein Stahlgürtel soll deshalb das Gebäude langfristig stabilisieren.

Neuer Putz, eine renovierte Holzdecke innen und eine Treppe zur Empore zusammen mit einem ganzheitlichen Raumkonzept sollen die Kapelle wieder neu erstrahlen lassen, wie Pfarrer Gehret ausführt. Dazu wäre der Fußboden zu erneuern.

Diözesanarchitekt Florian Selig leitet die Renovierungsmaßnahmen, die voraussichtlich im Juni beginnen und bis Ende des Jahres erledigt sein sollen. Zur Wiedereinweihung im Mai 2019 freuen sich alle Beteiligten auf den Besuch von Erzbischof Ludwig Schick.

In einer kurzen Betrachtung verwies George auf die Bedeutung des Zeugenbergs, in seiner Form verwandt mit dem Staffelberg. Bereits in vorchristlicher Zeit war er besiedelt, trug zur Zeit der Kelten die größte Stadt Bayerns.
Später, so ergänzte Pfarrer Gehret, flossen hier Volkstum und Christentum in der Zeit der Mission zusammen. Walburgis, die Patronin des Walberlas, war die Schwester von Wunibald und Willibald, wodurch hier auch die Verbindung zu Eichstädt gegeben ist.

Im Mittelalter bildete sich um die Kirche ein mittelalterlicher Markt als Mittelpunkt, wie George weiter erklärte. Die Ehrenbürg mit dem Walberla sei zwar "ex muros" von Forchheim, man gebe aber eine Spende aus dem Losverkauf beim Weihnachtsmarkt aus voller Überzeugung und hoffe, dass viele dem Beispiel folgten.

Eduard Nöth stellte die Förderung des Bayerischen Landesverbands Denkmalpflege und der Oberfrankenstiftung in Aussicht. Bezirksheimatpfleger Günter Dippolt erstellt ein Gutachten für die Oberfrankenstiftung. Pfarrer Gehret muss für die Förderanträge eine Finanzplanung vorlegen. Alle hoffen auf großzügige Unterstützung des Erzbistums.

Die Gemeinde Kirchehrenbach, die das Walberla und seine Kapelle in ihrem Wappen trägt, sagte eine Spende in Höhe von zehn Prozent der nichtgeförderten Kosten zu. Die Gemeinde Wiesenthau beschloss, mit 15 000 Euro die Renovierung zu fördern. Leutenbach will mit 1000 Euro dabei sein. Die umliegenden Dörfe signalisieren Unterstützung. Am Walberlafest wartet ein Spenden-Sparschein auf die vielen Besucher.