Auf der 13. Prunksitzung des Fosanochtsvereins störten keine missgünstigen Götter den Ablauf. Mit viel Lokalkolorit und schwungvollen Tänzen war die Hirtenbachhalle über vier Stunden lang ein Hort des Faschingsvergnügens.

"Herlsboch Helau", tönte es immer wieder: als Moderator Jürgen Schleicher mit den närrischen Tollitäten "Anja vo die Tütschengreuther Staabeisser" und "Tobias vo der Klingawiesn" und den Kinderprinzenpaar "Mariella vom Thurner Pizzabeck" und "Hennes vo der Bayerngass" auf die Bühne in Begleitung aller Garden und Offiziellen das Vereins samt Elferrat trat, als Katharina die örtliche Faschingshymne anstimmte, die an den Karneval in Rio erinnerte.

Ob sich "Sahneschnittchen" über ihre Diätprobleme ausließen oder die Zustände in einer früheren Arztpraxis parodiert wurden, die Zuschauer genossen die Pointen. Der größte Beifall galt den Tanzdarbietungen der vier Kinder- und Jugendgarden, den "Dancing Kids" oder den Marschprinzessinnen, dem Damen- und dem Männerballett mit seiner großen Herzensbrecherquote.


Die Wichtelgarde

Die Wichtelgarde lockte die Zuschauer in sommerliche Gefilde. Doch dann war es mit der sommerlichen Heiterkeit vorbei, wilde Hexen fegten über die Bühne, und das, obwohl der Saal doch die Tanzelfen erwartete. Nicht nur das leuchtende Grün der Hexenkleider verriet, dass sich die jungen Tänzerinnen nicht nur elfen-zarten Themen stellen, sondern akrobatisch über die Bühne rocken.

Vier Stunden Vergnügen- mit Tanzmariechen, Schau- und Gardetänzen, Musik-Comedy von Bernd und Christoph, mit witzigen Texten und frechen Anspielungen. "Wir haben keine auswärtigen Gäste eingekauft", betont Danja Glassl vom Vorstand der Heroldsbacher Narren und verweist auf die Talente aus den eigenen Reihen.


Vergnügen rundum

Doch das gäbe es alles nicht ohne die, die hinter dem Ganzen stecken und die man auf der Bühne gar nicht sieht, außer vielleicht die beiden Bühnentechniker Alexander und Armin Büttner. Die Tänzer trainieren zweimal die Woche, bis zum nächsten Auftritt. Jeder der sechs Tanzgruppen des Fosnochtsvereins stehen zwei Trainerinnen zur Seite: Kerstin Zöbelein, Sylvia Batz, Jana Zöbelein, Sophia Heimann, Ines Sapper, Anita Hofmann, Katahrina Glassl, Katharina Söllner, Eva-Maria Murk, Andrea Schleicherher, Vanessa Neuhäußel und Manuela Schmitt.

Eine ganz wichtige Rolle spielen auch die Näherinnen, allen voran Klaudia Wiedeck, die es sich trotz ihrer 58 Jahre nicht nehmen lässt, bei den Damen mitzutanzen. Kräftig unterstützt wird sie von Beate Büttner und Anita Hofmann.

Dann fehlt noch die Maske. Hier engagieren sich vor allem die Mütter der jungen Tänzerinnen, die oft schon mit fünf Jahren zum ersten Mal auf der Bühne stehen.

Was fehlt noch, damit es ein Erlebnis für die Zuschauer wird? Die Technik im Hintergrund. Beim Ton sind Harald Glassl, Florian Büttner und Rene Raneberg die Herren über das Mischpult. Der Elferrat sitzt bei der Prunksitzung brav an der Seite, hat aber im Vorfeld längst seinen Part zum Gelingen beigetragen. Und das Gleiche gilt für den gesamten Vereinsvorstand um Anita Hofmann. Logistische und organisatorische Arbeit sieht man nicht, aber erst sie macht eine gelungene Prunksitzung möglich.