a Doneff ist ruhig, wenn sie über die aktuelle Lage als Selbstständige spricht. Trotzdem ist ihre Beunruhigung zu spüren. "Seit vier Wochen hatte ich kein Shooting mehr", berichtet die Fotografin, die sich 2016 selbstständig gemacht hat, "es gibt natürlich was zu tun. Ich überarbeite meine Homepage, bin planerisch tätig und arbeite Dinge ab, die sonst liegen bleiben." Trotzdem sei es momentan schwer. Nicht nur das Zwischenmenschliche fehlt ihr. Auch die Einkünfte.

"Ich habe laufende Kosten", sagt Doneff, "die Miete für mein Studio, die monatlichen Beiträge zu Kranken- und Rentenversicherung und auch die Kosten für meine Programme fallen regelmäßig an." Damit wenigstens diese Rechnungen bezahlt werden können, freut sie sich über jeden Gutschein, der gerade gekauft wird. Über die Plattform "Zusammenhalten Fo" kann man mittlerweile auch ihre Gutscheine kaufen.

Mit einem Code bezahlen

Mehr als 27 000 Euro wurden über die Plattform bereits in Gutscheine investiert. Das Prinzip dahinter ist so einfach wie genial: Ein Kunde möchte ein Geschäft oder einen Unternehmer unterstützen, kauft auf www.zusammenhaltenfo.de einen Gutschein, zahlt per Paypal und bekommt einen Code, mit dem er dann, wenn die Geschäfte wieder offen haben, bezahlen kann. "Es ist auch einfach eine Art, das Vertrauen auszusprechen", sagt Nikolas Mohnlein, einer der Initiatoren der Plattform. Er findet, dass ein Gutscheinkauf auch zeige, dass man seinem Heimatladen Danke sagen wolle. Für den Einsatz in der Stadt, für die persönliche Betreuung und Beratung und für das Beleben der Innenstadt.

Für diese Innenstadt war die Plattform ursprünglich gedacht. Mittlerweile aber wurde das Angebot gelockert, denn auch Selbstständige und Unternehmer, die gut begründen können, warum sie auf diese Plattform gehören, können schnell und unproblematisch auf genommen werden. Seit bekannt geworden ist, dass die Geschäfte Montag dieser bzw. nächster Woche öffnen werden, ist die Nachfrage an Gutscheinen zurückgegangen, erklärt Mohnlein. "Zu den Hochzeiten waren es um die 30 Gutscheine pro Tag", sagt er.

Die Plattform solle auf jeden Fall auch weiterhin bestehen bleiben, eventuell werde sie aber umgebaut. Nach der Krise werde dazu mit der Citymanagerin Elena Büttner und Oberbürgermeister Uwe Kirschstein (SPD) gesprochen. Der Vorteil für die Kunden sei auf jeden Fall, dass es mit Gutscheinen kaum ein Risiko gibt. "Das einzige Risiko ist, dass die Firmen Pleite gehen", so Mohnlein.

Rechtlicher Hintergrund

Grundsätzlich sind Gutscheine laut Paragraf 195 und 199 des bürgerlichen Gesetzbuches drei Jahre gültig, da nach drei Jahren zivilrechtliche Ansprüche verjähren. Es gibt allerdings Gutscheine, die beispielsweise für ein bestimmtes Theaterstück gelten, dann kann ein Sonderrecht gelten. Bei den Gutscheinen von Zusammenhalten Fo hingegen handelt es sich um Geldwert-Gutscheine, die drei Jahre gültig sind. Allerdings lösen die meisten Geschäfte auch ältere Gutscheine ein.

Mit Gutscheinen die lokalverwurzelten Unternehmen zu unterstützen, das ist auch der Grundgedanke hinter der Aktion der Tourismuszentrale Fränkische Schweiz. "Die Idee kam irgendwie vom ganzen Team", erklärt Matthias Helldörfer. Im Online-Shop der Website www.fraenkische-schweiz.com wurde dafür eine Extrakategorie eingeführt. Der Hashtag #zamhalten bringt die Websitebesucher auf die Gutscheine, die einen Anteil zum Erhalt der Vielfalt in der Fränkischen Schweiz beitragen sollen.

"Ihr seid nicht allein"

"Für den Tourismus ist das alles sehr schlimm gelaufen in den letzten Wochen", weiß Helldörfer. "Wir wollten damit zeigen, ,Ihr seid nicht allein'". Es sei einfach ein Zeichen, das man hinter den Unternehmern sehe. "Wir wissen aber auch, dass wir damit niemanden retten werden", räumt Helldörfer ein. Trotzdem freut er sich, dass jeden Tag Gutscheinbestellungen eingehen.

Anders als bei Zusammenhalten Fo sei die Tourismuszentrale aktiv auf die Unternehmer zugegangen und habe gefragt, ob sie nicht in den Shop mit aufgenommen werden wollen. Damit wolle man einen kleinen Beitrag für den Erhalt leisten. Ob das aber reichen wird, das wagt Helldörfer nicht zu prognostizieren. "Branchen-Experten sagen aber voraus, dass der Druck auf den Tourismus in Deutschland hoch werden muss", sagt Helldörfer, "die Leute dürfen oder wollen nicht ins Ausland reisen, dann machen sie Urlaub bei uns. Aber nur weil die Anfrage steigt, können sie ja nicht doppelt so viele Betten belegen als sie haben."

Normalität in weiter Ferne

Bis es in den Wirtschaften wieder normal zu geht und auch dort wieder normal verdient wird, wird lange dauern, ist sich der Mann der Tourismuszentrale sicher. Auch deshalb hofft er darauf, dass die Gastronomen der Region über die Gutscheine möglichst gut unterstützt werden. Auch wenn es dann irgendwann zum Einlösen der Gutscheine kommt, schließlich muss die Leistung dafür dann zu einem anderen Zeitpunkt erbracht werden.

"Wenn alle gleichzeitig ihre Gutscheine einlösen wollen, dann wird das vermutlich im Sommer oder Herbst stressig werden", weiß auch Lisa Doneff. "Aber ganz ehrlich, das ist es mir wert."