Die Voraussetzungen, dass alle Gößweinsteiner Ortsteile das Prädikat "Luftkurort" erhalten können, sind nach der Meinung der Marktverwaltung erfüllt. Einstimmig, allerdings nur mit den Stimmen der drei anwesenden Marktgemeinderäte Jürgen Kränzlein (SPD), Dietmar Winkler (CSU) und Reinhold Hutzler (FWG), empfiehlt der Tourismus- und Kulturförderungsausschuss dem Marktgemeinderat, einen Antrag auf Prädikatisierung der bisher noch nicht ausgezeichneten 25 Gößweinsteiner Ortsteile zu stellen.

Seit vielen Jahren strebt Gößweinstein die Ausweitung des Kurgebiets auf das gesamte Gemeindegebiet an. Dies scheiterte bisher nicht etwa an einer schlechteren Luft in den Außenorten, sondern ganz einfach daran, dass dort noch nicht alle Kriterien für das Prädikat "Luftkurort", das vom Bayerischen Staatsministerium des Innern verliehen wird, erfüllt waren. Zuletzt stand dafür noch ein Abwasserkonzept für die ganze Gemeinde aus, das inzwischen umgesetzt wurde.


Bereits seit 1958

Der Hauptort Gößweinstein und die Orte der früheren Gemeinde Behringersmühle sind bereits seit 1958 beziehungsweise 1959 Luftkurorte, weshalb die Gemeinde auch nur dort einen Kurbeitrag von den Zimmervermietern erheben konnte, den der Gast bezahlen muss. Pro Übernachtung beträgt der Kurbeitrag derzeit einen Euro.

Die Vermieter in den anderen Ortsteilen mussten bisher von ihren Gästen keinen Kurbeitrag verlangen und konnten somit ihre Übernachtungen etwas günstiger anbieten. Dies führte zu Wettbewerbsvorteilen oder -nachteilen.

Wird dem Antrag stattgegeben, wovon ausgegangen werden kann, müssen alle Zimmervermieter künftig Kurbeiträge erheben. Vorteil ist allerdings, dass dann alle Vermieter mit dem Prädikat "Luftkurort" werben können.


Zwei Wege ausgewiesen

Damit das gesamte Gemeindegebiet Luftkurort werden kann, mussten noch schnell zwei sogenannte "klassifizierte Terrain-Kurwege" mit unterschiedlichen Belastungsstufen von leicht bis schwer ausgewiesen werden, die jedoch in Gößweinstein mit dem Fellner-Dolinenweg und dem Rundwanderweg mit dem gelben Kreis schon vorhanden und digital erfasst sind.

Laut Bürgermeister Hanngörg Zimmermann (BMG) könne nun die gesamte Marktgemeinde die Kriterien als Erholungs- und Luftkurort erfüllen. Ein Gutachten der Uni München, das 1000 Euro kostet, wurde dazu bereits beauftragt. Eine Diskussion darüber gab es im Gremium nicht und es ist auch davon auszugehen, dass der Gesamtgemeinderat am Dienstag nicht anders entscheidet.


Ernennungsurkunde "Genussort"

Mit großer Freude verkündete Zimmermann außerdem, dass Gößweinstein inzwischen die Ernennungsurkunde als einer von 100 "Genussorten" in Bayern erhalten hat. Für Gößweinstein sei dies eine große Chance und kostenlose Werbung, weil dazu auch ein Genussreiseführer erscheinen wird.