Die Schließung des Freibads Egloffstein hatte in der Gemeinderatssitzung ein Nachspiel: Es wurde den drei Bürgermeistern vorgeworfen, eine Entscheidung, die der Gemeinderat zu treffen hätte, vorwegzunehmen.

Manuel Vogel (UGL) war derjenige, der den Finger auf die Wunde hielt. Nicht nur, dass der Förderverein Freibad aus der Presse erfahren habe, dass das Freibad heuer geschlossen bleibt. Auch die drei Bürgermeister Stefan Förtsch (CSU), Nikolaus Thäter (UGL) und Günter Polster (WEU) waren nach seiner Meinung vorgeprescht und hatten in einer Pressemitteilung die Gründe für die Schließung dargelegt - obwohl in der Juni-Sitzung ausdrücklich festgelegt worden war, dass der gesamte Gemeinderat darüber entscheiden soll, ob - und wenn ja, wie lange - das Bad geschlossen bleiben soll.

Gar nicht auf der Tagesordnung

Dieser Tagesordnungspunkt war aber gar nicht auf der Tagesordnung für die jetzige Sitzung angegeben. Begründet wurde das "Vorpreschen" der Bürgermeister mit hohem Wasserverlust, wobei sogar Teile der Liegewiese bei Dichtungsarbeiten mit überschwemmt wurden. Deren Reparatur würde fünfstellige Kosten verursachen, so die Schätzung des Bürgermeister Förtsch, und das, obwohl die Freibadsaison heuer eh schon sehr kurz gewesen wäre. Hoher Wasserverlust, kurze Saison und die Unwägbarkeit, ob das Becken - "Die Folie ist so dünn, dass überall Wasser durchsickert", O-Ton Förtsch) die Wassermassen überhaupt halten kann.

Nachdem nun geklärt war, dass der gesamte Gemeinderat einstimmig für die Schließung des Freibads eintritt, war die Frage, ob man das Areal für Freizeitaktivitäten der allgemeinen Öffentlichkeit und für den Sportverein öffnen soll, was auch vom Gemeinderat bejaht wurde. Vor allem das Volleyballfeld wird jetzt schon vom Sportclub Egloffstein an zwei Abenden in der Woche genutzt.

Kontroverse Meinungen

Allerdings gab es kontroverse Meinungen über die Modalitäten: Wann und wie lange sollen die beiden Tore geöffnet werden und somit die Liegewiese, Tischtennisplatte und Volleyballfeld sowie die Toiletten nutzbar gemacht werden. Wer pflegt dann die Anlage, wer reinigt die Toiletten, wer schließt wann auf und abends wieder ab? Wie sich im Laufe des Gesprächs unter den Räten herauskristallisierte, ist seit einiger Zeit die Familie Sendlinger mit einem Imbisswagen unregelmäßig auf dem Parkplatz präsent - als Ersatz für den geschlossenen Freibadkiosk. Als Folge der Diskussion soll nun in einem Gespräch mit der Betreiberfamilie geklärt werden, ob - und wenn ja, wann - die Tore jeweils geöffnet werden können und wer alles auf die Wiese darf. In einem war man sich einig: Es soll keine Hundetoilettenwiese werden, und abendliche Grill- und Lagerfeuer sind auch nicht erwünscht. Und die Toiletten sollen von der Betreiberfamilie gepflegt werden. Wie es mit der Haftungsfrage bestellt ist, ist auch noch nicht geklärt.

Spielplatz in Affalterthal

Letztlich um die Haftung ging es auch beim Mehrgenerationenspielplatz in Affalterthal, der zurzeit im Brunnleitental errichtet wird. Bei der Tüv-Abnahme sind einige Mängel aufgetreten, die von der Baufirma nun nachgebessert werden müssen, ehe sie das Tüv-Siegel bekommen. "Auf jeden Fall noch im Juli soll der Platz eröffnet werden, damit die Kinder in den August-Ferien dort schon spielen können", meinte Bürgermeister Förtsch zuversichtlich. Er gab weiter bekannt: Den Auftrag zur Verfahrensbetreuung im Architekten- und Realisierungswettbewerb für Marktplatz und altes Rathaus erhielt das Büro "Umbau Stadt", Niederlassung Weimar. Die Tiefbauarbeiten an der Oberen Schmiedgasse werden von der hiesigen Firma Schwarz nach den Sommerferien ausgeführt.