Im Landkreis Forchheim ist der Startschuss für das dezentrale Impfen außerhalb von Seniorenwohnzentren gefallen: Am Montag, 25. Januar, machte ein mobiles Impfteam in Affalterthal Station und impfte dort Gemeindebewohner, die älter als 80 Jahre sind (wir berichteten). Ein Konzept, das auch im Grenzgebiet des Nachbarlandkreises Schule machen könnte – so fordert es jedenfalls ein Eilantrag aus Baiersdorf , den der CSU-Ortsverband an das Landratsamt in Erlangen stellte. Darin weisen die Antragsteller darauf hin, dass der Weg für die etwa 500 Senioren aus dem Stadtgebiet, die aktuell für eine Erstimpfung in Frage kommen, eine große Hürde sei. Viele seien alleinstehend und deshalb auf einen Fahrdienst angewiesen, erklärt Dorothea Neubauer. Die CSU-Ortsvorsitzende verweist zudem auf die schlechte körperliche Verfassung einiger Hochrisikopatienten, die ein weiteres Problem für den Transport darstelle. Deshalb richtet sich ihr Blick auf den Landkreis Forchheim und das dortige Modell: "Dort hat das wunderbar funktioniert. Bei uns kämen die Jahnhalle oder das Sportzentrum für das mobile Impfen in Frage. Die sind beide barrierefrei."

Stellungnahme des Landratsamtes

Wie aber bewerten die Verantwortlichen im Erlanger Landratsamt die Situation und die Forderungen aus dem Eilantrag ? "Das Impfzentrum für unseren Landkreis liegt zentral, ist sehr gut an den ÖPNV des Landkreises angeschlossen, verfügt über eine eigene Tiefgarage und ist barrierefrei", erklärt Stephanie Mack, Pressesprecherin des Landratsamtes, auf Nachfrage. Außerdem sei die Kapazität für Stadt und Landkreis ausgerichtet, fügt sie hinzu. "Dennoch denken Erlangen und der Landkreis Erlangen-Höchstadt natürlich über die Möglichkeit nach, temporäre dezentrale Impftermine anzubieten. Organisatorisch wäre dies mit mobilen Teams möglich, wenn die Senioreneinrichtungen , die höchste Priorität genießen, versorgt sind. "

Ein Problem liege aber, erklärt Mack weiter, am zentralen Registrierportal www.impfzentren.bayern.de. Das lasse keine gezielte Einladung von Bürgern bestimmter Regionen an bestimmte Adressen zu. Also müsste für die dezentralen Impftermine ein neues Anmeldesystem installiert werden. Die Verantwortlichen des Impfzentrums Erlangen-Höchstadt schließen jedoch nicht aus, in Zukunft eine Möglichkeit zu schaffen, "im zentralen Terminvergabemodul entsprechende Möglichkeiten" zu schaffen. Im Landkreis Forchheim ist solche eine Möglichkeit bereits gefunden: Die Verantwortlichen des Impfzentrums sprachen sich mit dem Bürgermeister der Gemeinde Egloffstein ab. Dieser wiederum ließ die Bewohner per Post benachrichtigen. Nach telefonischen Anmeldungen ging es schließlich ans Impfen. Für die kommenden Wochen sind weitere dezentrale Impftermine für den Forchheimer Kreis geplant.

Noch keine konkreten Pläne

Konkrete Pläne, in welchen Ortschaften eventuell das ambulante Impfen im mittelfränkischen Nachbarlandkreis stattfinden könnte, gibt es noch nicht. Die impfwilligen Senioren aus den umliegenden Gemeinden und Städten müssen also vorerst weiter ins Zentrum nach Erlangen kommen. In Baiersdorf ist das, nach Aussage Dorothea Neubauers, auch deshalb schwierig, weil die Kapazitäten der Transportfahrzeuge überschaubar sind. In dem Bus, der zu diesem Zweck genutzt wird, fänden aktuell nur zwei Personen plus Fahrer Platz – ein eingesetzter Caddy könne gar nur eine Person zum Impftermin nach Erlangen bringen. Zudem bemängelt die CSU-Ortsvorsitzende das Anmeldeverfahren per Computer: Viele Senioren seien hiermit überfordert. In der Gemeinde Bubenreuth sehe die Gesamtsituation ähnlich aus. Deshalb verfasste der dortige Ortsverband der CSU einen vergleichbaren Eilantrag .

Zwei Lieferungen pro Woche

Im Erlanger Impfzentrum komme aktuell zwei Mal wöchentlich eine Vakzinlieferung an – die Dosenanzahl schwanke jedoch, erklärte Stephanie Mack. Am 25. Januar konnten so erstmals 324 Senioren vor Ort geimpft werden. Somit kletterte die Zahl der Geimpften im Landkreis an diesem Tag auf 9 075 Personen. In Forchheim wurden mittlerweile gut 4500 Menschen geimpft , wie eine Sprecherin des Landratsamtes auf Nachfrage mitteilte.