ForchheimFeierlich, aber auch erfrischend menschlich-natürlich verlief - nach nur viermonatiger Vakanzzeit der Pfarrstelle - die Einführung des neuen Pfarrerehepaares in der evangelischen Christuskirche in Forchheim Nord. Trotz Corona, aber unter Einhaltung sämtlicher Bestimmungen, waren viele Gemeindemitglieder und Gäste gekommen und das sei "würdig und recht", wie Dekan Günther Werner sich ausdrückte, nachdem das Lied "In Gottes Namen fang ich an" - mit Masken - gesungen wurde.

Dass das Lied im Gesangsbuch unter der Rubrik "Arbeit" steht, passte. Denn: Nicht nur das Pfarrerehepaar wolle mit Freude mit der Arbeit beginnen, sondern die gesamte Gemeinde sei bereit, mit ihm gemeinsam zu arbeiten. Die Freude spielte überhaupt eine große Rolle und auch die Predigt, die Annegret Cramer und ihr Mann Knut unter sich aufteilten, basierte auf den Worten eines Paulusbriefes an die Philipper: "Freuet euch in dem Herrn allewege, ..."

Die beiden jungen Geistlichen erzählten von ganz konkreten Situationen der Freude in ihrem Leben mit ihren Kindern - das dritte ist erst vor kurzem geboren - aber auch von Trost und Kraft, wenn sie gerade in der letzten Zeit ihre Pläne ändern mussten, und von Dankbarkeit.

Entscheidung ein Gottesgeschenk

"Dass der Kirchenvorstand sich für uns entschieden hat, ist für uns ein Gottesgeschenk", so Annegret Cramer. Der Kollege Enno Weidt von St. Johannis freute sich, dass die Entscheidung des Vorstands einstimmig getroffen wurde und das Ehepaar zugesagt hatte. Weidt bedankte sich bei allen, die die Zeit der Vakanz überbrückt und auch ehrenamtlich geholfen haben.

Die Ernennungsurkunde des Landeskirchenrates für Knut Cramer wurde vorgetragen und übergeben. Er vertritt zunächst auch seine Frau, die sich bis zum Frühjahr 2021 noch in Elternzeit befindet. Bei der Segnung sprach ein Freund des Paares, Martin Weberrus, der zusammen mit seiner Frau auch in Papua-Neuguinea gearbeitet hat und bei dem Annegret und Knut Cramer auch die Sprache der Einheimischen gelernt haben, seinen Segenswunsch auch auf Pidgin. Man erfuhr noch vieles über den interessanten bisherigen Lebenslauf des Pfarrerehepaares: Sie lebten drei Jahre in Papua-Neuguinea, wo sie an einem Seminar dortige Pfarrer ausgebildet haben. Knut Cramer war auch zwei Jahre in Brasilien, und Annegret Cramer hat sich eine Zeit lang in London an einem Projekt für Obdachlose beteiligt. All diese Erfahrungen und beider persönliche Offenheit seien ganz sicher eine gute Grundlage für ihre neue Aufgabe in dem großen Verantwortungsbereich zwischen Forchheim Nord, Buckenhofen, Eggolsheim bis zu Gemeinden im Ahorntal - mit Menschen (auch soziologisch gesehen) ganz unterschiedlicher Hintergründe und Herkunft. Natürlich stand die Feier - offiziell als Installation bezeichnet - auch im Zeichen der Ökumene.

Bürgermeister unter den Gästen

Der katholische Mitbruder Dekan Martin Emge von der Nachbargemeinde "Verklärung Christi" war mit Pfarrer Matthias Steffel gekommen. Emge betonte in seinem Grußwort das gute Miteinander: "Wenn wir als Geschwister zusammenhalten, dann weht der Geist Gottes. "

Als Vertreterin des Landkreises und der Stadt Forchheim - auch Oberbürgermeister Dr. Kirschstein war anwesend - hieß Rosi Kraus das Pfarrerehepaar herzlich willkommen und ermunterte auch durch entsprechende Geschenke die Musikfreundin Annegret Cramer und den Sportler Knut Cramer, jetzt schon und spätestens nach der "Corona-Zeit", die entsprechenden Angebote in und um Forchheim zu nutzen.

Der Plan war ein anderer

Gabi Stubenrauch drückte als Vertrauensfrau des Kirchenvorstands ihre Freude darüber aus, dass der Wunsch so vieler in Erfüllung gegangen sei, dass ein Ehepaar die Leitung der Gemeinde übernehme, und fügte hinzu: "Wenn Corona irgendetwas Gutes hat, dann, dass Annegret und Knut Cramer zu uns gekommen sind."

Denn: Eigentlich hatten Knut und Annegret Cramer nach der Geburt des jüngsten Kindes noch im September wieder nach Papua-Neuguinea zurückreisen wollen. Doch es kam anders: Gerade noch rechtzeitig vor Ausbruch der Corona-Pandemie haben die Cramers nach Deutschland zurückkommen können und bekamen - nach einer Zeit der Sorge und Ratlosigkeit - eben als "Gottesgeschenk" die Forchheimer Pfarrstelle angeboten. Sozusagen als Bestätigung der Paulus-Worte: "Sorgt euch um nichts, sondern lasset eure Bitten vor Gott kundwerden."