Forchheim Der Verkehr rollt in Forchheim. Nach der Meinung eines Leser allerdings zu schnell. Insbesondere in der Klosterstraße würden einige Autos mit bis zu 100 Kilometer pro Stunde rasen. Hier ist Zone 30.

Der Leser und Anwohner der Klosterstraße, Roland Betz, habe in einem Forchheimer Restaurant eine Unterhaltung zweier junger Autofahrer mitbekommen, die sich darüber unterhielten, dass man in der Klosterstraße locker zwischen 80 und 100 fahren könne. Auch, weil dort keine Polizeikontrollen stattfinden.

Diese Autorennen würden meistens in der Nacht ausgetragen. "Man erschrickt und zuckt regelrecht zusammen, wenn die da vorbeidonnern", sagt Betz.

Doch neben den vermutlichen Rasern, solle die allgemeine Geschwindigkeit in der Klosterstraße erhöht sein, meint der Anwohner Betz: "60 bis 80 Kilometer pro Stunde sind ganz normal in der 30er Zone."


Polizei kontrolliert

Die Vorwürfe kann die Polizei Forchheim allerdings nicht bestätigen. "Die Klosterstraße ist nicht als Raserstrecke auffällig", erläutert Christian Zapf von der Polizeiinspektion Forchheim. Das bestätigen auch der Sachgebietsleiter des Straßenverkehrsamt Roland Brütting und der Fahrlehrer Josef Metzner.
"Beschwerden über mutmaßliche Raser gibt es viele", sagt Zapf. Doch das sei meistens nur ein Gefühl der Anwohner. Zusätzlich stellt er klar: "Auch die Klosterstraße wird wie jede andere Forchheimer Straße von der Polizei kontrolliert."

Der Anwohner Roland Betz sieht das anders: "Einmal haben sich die Polizisten mitten am Tag und gut sichtbar kontrolliert." Die Kontrolleure konnten von den Autofahrern erkannt werden, so dass diese rechtzeitig den Fuß vom Gas genommen haben, meint Betz.
Zusätzlich wurde ein mobiles Warnsystem in der Klosterstraße aufgestellt. Der Smiley darauf zeigt an, wie schnell gefahren wird. "Die Autos kamen mit 60 bis 70 Kilometern pro Stunde an und gingen dann vom Gas", erinnert sich der Anwohner. Diese Anlage wurde allerdings nur für vier Tage aufgestellt. "Das müsse dauerhaft installiert werden", findet Betz.


Tempo-30-Schild

Vom Marktplatz aus kommend, ist das 30er-Verkehrsschild zu Beginn der Hornschuch-Allee angebracht. Wenn man in eine Tempo 30 Zone fährt, muss man sich an diese Geschwindigkeit halten. "Auch der Kreisverkehr, der als Abbiegen gewertet wird, ändert nichts an der Geschwindigkeitsbegrenzung", sagt Brütting.

Damit ist eine ausreichende Beschilderung vorhanden. Fahrlehrer Metzner meint, dass größere Schilder angebracht werden könnten, und dass diese "auf beiden Fahrbahnseiten mehr Aufmerksamkeit erreichen". Außerdem könne nach dem Kreisverkehr am Paradeplatz das Zone 30 Symbol auf die Straße gemalt werden.


Verlangsamen des Verkehrs

Metzner denkt aber, dass Autofahrer tagsüber nicht zu schnell auf der Klosterstraße fahren. "Rechts und links stehen immer parkende Autos. Die verlangsamen den Verkehr automatisch."

Der Verkehr in der Klosterstraße könne auch ganz natürlich langsamer werden. "Dazu muss man die Vorfahrtschilder wegnehmen. Dann herrscht rechts vor links", sagt der Fahrlehrer. So müssen Autofahrer ständig abbremsen - die Geschwindigkeit reduziert sich.

Diese Idee kennt auch Brütting. Er meint allerdings, dass man nach der Fahrbahnsanierung nicht mehr eingreifen sollte. "Die Menschen haben sich daran gewöhnt. Ändert man die Vorfahrtsregeln, kann es vermehrt zu Unfällen kommen", erläutert Brütting. Man hätte die Vorfahrtschilder während der Straßensanierung entfernen müssen. "Jetzt ist das zu spät", sagt der Sachgebietsleiter.
Dafür wurde auf Höhe der Sparkasse ein Radfahrerschutz auf der Fahrbahn angebracht. Diese plötzliche Zeichnung auf der Straße "verwirre einige Autofahrer, so dass diese automatisch langsamer fahren", sagt Brütting.


Verwirrende Straßenzeichen

Verwirrend mag für einige Verkehrsteilnehmer auch der provisorische Kreisel zwischen Paradeplatz und Klosterstraße sein. Die Ampel steht noch, mehrere Verkehrsschilder und ein Kreisel. Brütting erklärt: "Das Ziel ist den Kreisverkehr fest zu installieren."

Das könne allerdings noch nicht angegangen werden, weil der Paradeplatz umgestaltet wird. Man möchte zuerst diese Umgestaltung abwarten, um die Planungen dort nicht zu beeinflussen.
Wenn die Geschwindigkeit der Klosterstraße nicht dauerhaft reduziert werde, plant Roland Betz mit anderen Anwohnern eine Unterschriftenaktion: "Dann fordern, dass die Stadt mit Maßnahmen dafür sorgt, dass hier in der Klosterstraße langsam gefahren wird."