Festlich geschmückt war die bis auf den letzten Platz gefüllte St. Bonifatiuskirche in Weißenohe. Dort feierte die Weißenoher Feuerwehr ihren 140. Geburtstag, der mit einem Festzug in die Kirche und von dort aus ins Festzelt eingeläutet wurde. Mit dabei die Weißnoher Vereine, aber auch die Nachbarwehren Sollenberg und Lilling und die Feuerwehr aus der Gemeinde Dohma, zur der seit der Gebietsreform in der Sächsischen Schweiz die Gemeinde Cotta gehört.
Mit Cotta hat die Gemeinde Weißenohe seit 1990 eine Partnerschaft, die aus der Landkreispartnerstadt mit Pirna nach dem Mauerfall begann. Von allen Gemeindepartnerschaften ist Weißenohe die einzige Gemeinde, die diese Partnerschaft noch erhalten hat. Vor allem die Feuerwehren der Gemeinden Cotta, Weißenohe und nun auch Dohma haben diese Freundschaft gelebt und auch private Freundschaften geschlossen.
Nach der Gebietsreform in der Partnergemeinde regte der dortige Bürgermeister an, die Partnerschaft auf die gesamte Gemeinde Dohma zu erweitern. Der Gemeinderat Weißenohe stimmte dem Vorschlag zu und anlässlich der Jubiläumsfeier der Feuerwehr sollten nun die schön gestalteten Urkunden unterzeichnet werden. Dazu trafen sich Bürgermeister Matthias Heinemann aus Dohma und Gastgeber Bürgermeister Rudolf Braun in den erweiterten und neu gestalteten Räumen der Feuerwehr.
Dort wo einst Bürgermeister Rudolf Brauns Kanzlei war, stehen nun Tische und Bänke in dem neuen Schulungsraum der Feuerwehrleute. "Sie haben alles in Eigenleistung geschafft", sagte Rudolf Braun nicht ohne Stolz über die kreative und gelungene Renovierung des alten Rathauses, an dem Lampen in Form eines Hydranten oder in Gestalt von Schlauchanschlüssen von der Decke baumeln.
Der ehemalige Sitzungsraum für die Gemeinderäte wurde nun zur erweiterten Umkleide für die aktiven Wehrleistenden, auch eine neue Küche wurde angefertigt, von dem Weißnoher Schreiner Matthias Spiel. In einem Schrank vor dem Kücheneingang kommt feierlich beleuchtet die Holzfigur des Heiligen Florian, des Schutzpatrons der Feuerwehr zur Geltung. Der inzwischen verstorbene Weißenoher Karl Sassik hatte diese Figur 1979 geschnitzt, wie an dem eingravierten Datum zu lesen ist.
Etliche Samstage haben die Feuerwehrler eingebracht, um den Räumen das neue Gesicht zu verleihen. "Die Gemeinde hat lediglich mit Material unterstützt", sagte Rudolf Braun. Insgesamt waren das etwa 60 000 Euro. Die neuen Räume dienen der Wehr nun zu Schulungen, aber auch, um nach den Einsätzen über das Erlebte zu sprechen und auch mal ein wenig Geselligkeit zu pflegen.
Alle diese Menschen hier segnete Pfarrer Andreas Hornung mit der Einweihung der neuen Räume. In der Zwischenzeit haben die vielen Gäste im Zelt vor dem Feuerwehrhaus Weißwurst und Bratwurst bestellt, um den Geburtstag und die anderen beiden Ereignisse mit Musik in bester fränkischer Tradition zu feiern.