Unbekannte haben in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag fast alle Banner der Initiative Pro Westumfahrung in Dormitz mutwillig zerstört. Anzeige wurde erstattet. Die Täter haben wohl die Gunst der Stunde genutzt, denn durch die Brückensanierung ist die Ortsdurchfahrt gesperrt, die Zerstörungsaktion konnte von Autofahrern somit nicht beobachtet werden. Der Sachschaden beträgt etwa 1500 Euro.

Mit Cutter-Messer zerschnitten

"Wir sind nicht Bürger dritter Klasse" und "Wir brauchen ein Ja zur Westumgehung" lauteten die Schriftzüge auf den Bannern, die an Gartenzäunen der Anwohner der Hauptstraße in Dormitz befestigt waren. "Die Plakate wurden mit einem Cutter zerschnitten und beschmiert", erklärt Edith Lodes-Nowotny, eine der Befürworterinnen der Umgehungsstraße. "Doch, ihr seid Bürger dritter Klasse", stand hinterher das erste Plakat. Aus dem "Ja" zur Westumfahrung wurde ein "Nein" gemacht.

Auf dem Plakat mit dem Hinweis auf 11 000 Fahrzeuge, die täglich durch den Ort fahren, wurde die Zahl durchgestrichen und eine umkringelt. Teils wurden beim Entfernen der Plakate Zaunlatten vom Privatgrundstück herausgerissen. Andere zerstörte Plakate wurden über den Gartenzaun geworfen. Nur die Plakate, die nicht direkt an der Hauptstraße hingen, blieben versehrt. "Alles, was schnell und leicht zugänglich war, wurde zerstört. Es ist eine Sauerei", schimpft Lodes-Nowotny.

Von ihrem privatem Geld haben die Umgehungsstraßenbefürworter die Banner fertigen lassen - Kostenfaktor: gut 1500 Euro. Über die Täter können die Befürworter nur spekulieren. Aber: "Es geht gegen die Umgehungsstraße", sagt Lodes-Nowotny. Zwar wurden im Ort Stimmen laut, dass es sich um Jugendliche handeln könnte, aber die Umfahrungsinitiative ist der Meinung, man dürfe nicht alles gleich auf Jugendliche schieben.

Jedenfalls dürften die Täter gewusst haben, dass die Ortsdurchfahrt aufgrund der Brückensanierung gesperrt und dadurch kein Verkehr auf der Hauptstraße ist. Sie blieben daher wohl relativ unbeobachtet. Trotzdem hoffen die Umfahrungsbefürworter, dass es Zeugen gibt und bitten, Hinweise zu melden. In dieser Woche treffen sich die Aktivisten wieder, um das weitere Vorgehen zu besprechen. Fest steht: "Wir halten die Ohren offen und lassen uns nicht entmutigen. Wir geben nicht auf", sagt Lodes-Nowotny. Sie und ihre Mitstreiter werden sich weiterhin für die Westumgehung starkmachen.