Sie ist selten geworden, die Eule, die gern die Nähe des Menschen sucht, aber in unseren Städten und Dörfern kaum noch gesehen wird. Die Rede ist von der Schleiereule. Bei einer Kartierung des Bestands, die jetzt der Landesbund für Vogelschutz im Landkreis Forchheim in Angriff genommen hatte, konnten nach dessen Angaben nur noch wenige Brutpaare erfasst werden.

Die etwa taubengroße, sehr hell wirkende Eule mit dem fast weißen und herzförmigen Gesichtsschleier, die früher in nahezu jedem Dorf der "Fränkischen" zu Hause war, findet kaum noch Lebens-und Bruträume. Scheunen und alte Taubenschläge, in denen sie brütete oder sie als Tageseinstand nutzte, wurden verschlossen. Selbst offene Kirchtürme sind heute selten zu finden.

Dieter Kaus, der seit Jahren überregional tätig ist im Schleiereulenschutz, und Günther Eichler, der Eulenbetreuer in der LBV-Kreisgruppe Forchheim, haben die angesprochene Kartierung gemeinsam durchgeführt. "Wir mussten bedauerlicherweise feststellen, dass vor wenigen Jahren noch weit mehr Schleiereulenreviere besetzt waren", klagten die beiden anschließend.

Zunehmend leidet die Schleiereule ihrer Ansicht nach auch an einer Intensivierung der Landwirtschaft, nicht zuletzt unter dem Anbau von Energiepflanzen, vor allem dem Maisanbau.
Auch Feldraine und Ackerrandstreifen werden immer öfter umgeackert und bewirtschaftet. "Hier kann sie nicht mehr ihrer Hauptnahrung, der Feldmaus, nachjagen", sagen die beiden Experten.

Andere Tiere profitieren
Dies gilt für all Eulenarten, die sich überwiegend von Mäusen ernähren. Dort, wo Grünland in großem Maße umgebrochen und Stilllegungsflächen in Nutzung genommen werden, wird es mit der Nahrung knapp.

Hier sind für den LBV vor allem die Landwirte gefordert, beim Bewirtschaften ihrer Felder auch mal einen schmalen Blühstreifen aus Wildblumen anzusäen. Dies käme nicht nur unseren Eulen, sondern auch dem Niederwild wie Hase, Fasan und Rebhuhn zugute. Auch die Insektenwelt, vor allem die Bienen, würden hiervon profitieren.
Die Kreisgruppe Forchheim des LBV hat sich nun vorgenommen, die Brutmöglichkeiten der Schleiereule zu verbessern.

Nachdem Dieter Kaus und Günther Eichler in unzähligen freiwilligen Stunden in den Städten und Dörfern nach Spuren und Vorkommen von Schleiereulen gesucht haben, die Pfarrämter und Landwirte befragt haben und geeignete Kirchtürme, Ställe, Scheunen und Maschinenhallen gefunden waren, wurden nach Plänen des LBV von der Justizvollzugsanstalt Bayreuth Schleiereulenkästen angefertigt. Diese von Strafgefangenen kompetent gefertigten Kästen wurden nun von einigen LBV-Mitgliedern anschließend mit großem Aufwand hauptsächlich in Scheunen, Maschinenhallen und offenen Viehställen aufgehängt.

Scheunen auf!
"Die Bereitschaft der Landwirte war sehr groß, durch Bereitstellung ihrer Gebäude den Schleiereulen zu helfen", heißt es in der Pressemitteilung weiter.
Helfen wird dieser Eulenart auf Dauer aber nur, wenn mehr Landwirte bereit sind, ihre Scheunen so zu öffnen. Das ist nötig, damit die Schleiereulen auch in den Scheunen nach Mäusen jagen können.