Nun wird sich der Stadtrat in die Diskussion um das ehemalige Synagogengelände einschalten. Der Bauausschuss hatte am 30. Juli beschlossen, dass Oberbürgermeister Franz Stumpf (CSU/WUO) in der Wiesentstraße 15 ein Wohnhaus bauen darf. Üblicherweise sind die Beschlüsse des Bauausschusses bindend.

Doch die Geschäftsordnung des Stadtrates sieht eine Ausnahme vor: Wenn ein Viertel des Stadtrates es will, kann ein Beschluss überprüft werden. Die FGL hat den Antrag auf den Weg gebracht. Elf Stadträte aus FGL, SPD, FW sowie der fraktionslose Peter Kaiser haben unterschrieben. Der Beschluss im Bauausschuss werde "der historischen Bedeutung des Grundstückes nicht gerecht", lautet die Begründung.

Bedeutet: Am 27. September wird der Stadtrat über das Thema "Wiesentstraße 15" sprechen. "Eine private Bebauung lehnen wir ab", sagte FGL-Rätin Annette Prechtel am Montag. Sie fordert die Forchheimer auf, sich mit dem Gedenken an die Zerstörung der Synagoge auseinanderzusetzen. Sie persönlich könne sich vorstellen, "auf einem Gedenkplatz den Umriss der Synagoge am Boden sichtbar zu machen und die Geschichte mit Hilfe von Tafeln zu veranschaulichen".

Udo Schönfelder (CSU) meint: "Die Stadt Forchheim muss sich ihrer historischen Verantwortung bewusst sein und kommt dieser auch nach, etwa durch den Gedenkstein neben der Wiesent. Es besteht breiter Konsens, dass wir eine lebendige Erinnerungskultur benötigen." Wie demnach mit alten Synagogengelände umgegangen werden soll? Dazu werde sich die CSU nach einer Fraktionssitzung im September äußern.