Das Bürgerhaus in Streitberg kam corona-bedingt zu unerhofften Ehren. Erstmals fand in dem Wiesenttaler Vereinshaus mit dem geräumigen Saal die Synode des evangelischen Kirchendekanats Forchheim statt. In normalen Zeiten treffen sich die Synodalen alljährlich im Frühjahr im Muggendorfer Dekanatszentrum, doch der Raum ist angesichts der Abstandsregeln zu klein. Auf der Einladung hatte Dekan Günther Werner deshalb gebeten, dass auch in Streitberg nur die Hälfte der Delegierten aus den Kirchengemeinden Platz findet. Um die 30 Mitglieder, der Pfarrer und ein Mitglied des Kirchenvorstands der 13 Pfarreien nahmen an der Versammlung teil. Die Synode begann mit einer Andacht in der Dreieinigkeitskirche. Dekan Günther Werner übernahm danach im Bürgerhaus die Versammlungsleitung. Die Corona-Zeit sei für ihn besonders schwer, "weil Kirche der Ort der Begegnung ist", sagte er. Danach listete er auf, was auch an kirchlichen Veranstaltungen unter strengen Auflagen möglich war. Schwerpunkt der Synode war die Regionalisierung der Landestellenplanung 2021. Heuer erlebe man ganz andere Vorgaben als sonst. Dabei müsse man die Landesstellenplanung nicht vorrangig unter dem Zwang des Geldes sehen, sondern auch im Generationswechsel. Starke Jahrgänge an Pfarrern und Pfarrerinnen gehen in den nächsten Jahren in den Ruhestand. Der Nachwuchs an jungen Geistlichen könne diese Lücke jedoch nur sehr schwer ausfüllen, so dass die Personaldecke immer dünner werde, sagte Werner. Eine große Anzahl im Theologie-Studium seien Studentinnen und kommen aus der Stadt. Dabei werde es immer schwieriger zu erreichen, dass diese jungen Leute aufs Land gehen. Die Landesstellenplanung versuche auszugleichen, dass es Pfarrer und Pfarrerinnen auch in Regionen gebe, die nicht so attraktiv seien. "Philosophisch-theologisches Denken, was wir als Kirche brauchen, wird in der technisch-globalisierten Welt immer mehr in den Hintergrund verdrängt", sagte Werner. Der Dekan zeigte sich zuversichtlich: "Die Kirche will die Gesellschaft jedoch nicht aufgeben. Wir werden es schaffen, dass in keinem Pfarrhaus das Licht ausgeht. Wir müssen uns jedoch auf eine Zeit vorbereiten, in der es nicht mehr so weitergeht. Dazu braucht es eine missionarische Kirche." Günther Werner ging auch auf die Zusammenarbeit mit dem Dekanat Gräfenberg ein. Hier gebe es einen Kooperationsausschuss, der gemeinsame Themen wie Kirchenmusik, Diakonie, Kirchenmusik, Jugendarbeit, Seelsorge und Öffentlichkeitsarbeit aufarbeitet. Der Synode lag der Bericht des Dekans vor. Dieser beinhaltete auch Statistisches. Die Zahlen in Klammern beinhalten die Jahre 2018, 2017, 2016, 2015, 2014. Gemeindeglieder im Dekanatsbezirk: 15.051 (15.108, 15.243, 15.356, 15.435, 15.542); Eintritte: 15 (13, 9, 19, 12, 16); Austritte: 148 (148, 130, 79, 102, 142); Taufen: 129 (144, 152, 131, 150, 142); Konfirmierte: 125 (134, 162, 156, 156, 179); Trauungen: 50 (51, 52, 53, 65, 50); Bestattungen: 175 (208, 174, 161, 195, 192). Die Synode billigte den Dekanatshaushalt 2020. Er schließt in den Einnahmen und Ausgaben mit 309.310 Euro ab.