Nach dem umstrittenen Rausschmiss von Stadtrat Steffen Müller-Eichtmayer (FGL) aus dem Aufsichtsrat der Stadtwerke Forchheim stellt sich die Frage: Was bedeutet der von der Grünenfraktion publik gemachte Eklat während einer nichtöffentlichen Aufsichtsratssitzung für die Zusammenarbeit im Stadtrat? Sowohl der Fraktionsvorsitzende der CSU als auch der SPD-Stadtratsfraktionschef betonen, dass sie in der Causa Müller-Eichtmayer auf eine konstruktive Stadtratssitzung im Juli hoffen, um eine gute Lösung zu finden.

Josua Flierl : "Wir sollten alle schauen, dass wir zeitnah die Kuh vom Eis bekommen."

Die Einschätzung von CSU-Stadtratsfraktionschef Josua Flierl: "Grundsätzlich bin ich schon der Meinung: Ein Mitarbeiter eines konkurrierenden Unternehmens sollte nicht im Aufsichtsrat der Stadtwerke Forchheim sitzen." Der CSU-Mann habe ebenso wie seine Fraktionskolleginnen und -kollegen in der konstituierenden Stadtratssitzung am 7. Mai nicht gewusst, dass Steffen Müller-Eichtmayer Mitarbeiter von N-Ergie ist. Flierl hält "den Streit für unnötig". "Das hätte man sich sparen können, wenn man darauf hingewiesen hätte." Im Nachgang wäre seiner Meinung nach aber die bessere Lösung, der "Königsweg", gewesen: Die Entscheidung über den Ausschluss wäre besser im Stadtrat gefallen. Der CSU-Fraktionsvorsitzende ist überzeugt, dass der Aufsichtsrat-Streit gelöst werden kann. "Es geht um ,unsere Stadtwerke' und da sollten wir alle schauen, dass wir zeitnah die Kuh vom Eis bekommen und nicht noch mehr Öl ins Feuer gießen", meint Flierl.

Reiner Büttner: ""Das hätte man auch anders regeln und die Eskalation verhindern können."

Auch der SPD-Fraktionsvorsitzende Reiner Büttner erklärt: "Ich habe definitiv nicht gewusst, dass Herr Müller-Eichtmayer bei N-Ergie arbeitet." Laut Büttner müsse es im Streit um den Stadtwerke-Aufsichtsrat jetzt darum gehen, gemeinsam "nach einer Lösung zu suchen". Das habe Büttner bei der FGL vermisst. "Das hätte man auch anders regeln und die Eskalation verhindern können", sagt er. Der SPD-Fraktionschef sei verwundert, dass die FGL den Fall jetzt in die Öffentlichkeit getragen hat. "Nach außen hin macht das ein schlechtes Bild", kritisiert Büttner. Deshalb zeigt der SPD-Politiker Verständnis dafür, dass sich Oberbürgermeister Uwe Kirschstein (SPD) nicht zu dem Rauswurf und den Vorwürfen der Forchheimer Grünen äußern möchte.

Büttner weist daraufhin, dass Aufsichtsratssitzungen der Forchheimer Stadtwerke nicht öffentlich sind. Über die Folgen des Stadtwerke-Eklats für die Zusammenarbeit im Stadtrat zeigt sich SPD-Fraktionschef Reiner Büttner zuversichtlich: "Wir sind alle erfahren genug, um auch unterschiedliche Meinungen auszuhalten."