Streitberg
Verkehrsunfall

Fränkische Schweiz: Brummi-Fahrer verlässt sich auf Navi - 40-Tonner reißt Hauseck ab

Ein Sattelzugfahrer vertraute am Montag in Streitberg fatalerweise seinem Navigationsgerät. In der steilen und engen Straße im Schauertal riss er mit seinem 40-Tonner bergab ein Teil eines Gebäudes aus dem 18. Jahrhundert ab.
Die Kräfte der Feuerwehr entfernten die losen Steine das beschädigten Hauses und stützten den Dachbalken provisorisch. Foto: Feuerwehr Streitberg

Einen massiven Gebäudeschaden von über 30.000 Euro hat am Montagnachmittag (10. August 2020) ein polnischer Sattelzugfahrer in Streitberg verursacht, als er auf sein Navi vertraute und das auf 7,5 Tonnen beschränkte Schauertal abwärts befuhr.

Gegen 15.40 Uhr fuhr der 26-jährige Brummi-Fahrer mit seinem 40-Tonnen-Sattelzug offenbar in Unkenntnis der Enge die Ortsstraße bergab. In einer Rechtskurve konnte der Fahrer aufgrund der natürlichen und baulichen Gegebenheiten nicht weit genug nach links ausholen. Er streifte mit seinem Sattelauflieger ein Hauseck und anschließend noch einen Lichtmast.

Streitberg: Sattelzug demoliert historisches Gebäude

An der Hauswand entstand ein erheblicher Sachschaden, so dass anfangs eine Einsturzgefahr an dem im 18. Jahrhundert errichteten Gebäude nicht ausgeschlossen werden konnte. Bedingt durch die Masse des Fahrzeugs wurden Teile der Hausecke aus der Wand gebrochen.

Die alarmierte Freiwillige Feuerwehr Streitberg sicherte notbehelfsmäßig das Haus ab, sperrte und reinigte die Fahrbahn. Im weiteren Verlauf wurden Fachkräfte von den Stadtwerken Ebermannstadt und des Technischen Hilfswerks (THW) Forchheim zur Beurteilung der Tragfähigkeit der Außenmauer hinzugezogen, die letztendlich Entwarnung gaben. Der Gesamtschaden beläuft sich laut Polizeiinspektion Ebermannstadt auf 37.000 Euro.

Wie die FFW Streitberg berichtet, wurde sie durch die Integrierte Leitstelle Bamberg-Forchheim alarmiert. Die Kräfte der Feuerwehr entfernten die losen Steine des beschädigten Hauses und stützten den Dachbalken provisorisch mit einem Balken. Die ganz gebliebenen Dachziegel konnten wieder an ihrem ursprünglichen Platz befestigt werden. Das Fallrohr der Dachrinne musste ebenfalls durch ein Provisorium ersetzt werden.

Sicherungsmaßnahmen am Gebäude

Nachdem die Sicherungsmaßnahmen am Gebäude durchgeführt und die Fahrbahn gereinigt war, konnte die Einsatzstelle an den Eigentümer übergeben werden. "Abschließend kann gesagt werden, dass glücklicherweise niemand verletzt wurde", heißt es im Einsatzbericht der Feuerwehr Streitberg. Der Dank der Feuerwehr galt auch dem Markt Wiesenttal, vertreten durch den Bürgermeister Marco Trautner (FW), für die schnelle und unkomplizierte Hilfe und Zusammenarbeit bei der Beschaffung der benötigten Baumaterialien.

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Alarmierte und eingesetzte Kräfte: Feuerwehr Streitberg mit zwei Fahrzeugen, Kreisfeuerwehrverband Forchheim, Kreisbrandinspektion Forchheim mit Kreisbrandinspektor Wolfgang Wunner, Kreisbrandmeister Franz-Josef Hetz, die Verbindungspersonen des THW Forchheim und THW Kirchehrenbach, die Polizeiinspektion Ebermannstadt sowie die Stadtwerke Ebermannstadt.