Ein technischer Defekt an der Ruderanlage eines 110 Meter langen Gütermotorschiffes führte am Donnerstagmittag (22. Januar 2026) zu einem Großeinsatz von Rettungskräften an der Schleuse Hausen. Davon berichtete die Verkehrspolizei Bamberg am Freitag.
Der niederländische Schiffsführer hatte ein Stück vor der Schleuse Hausen einen Totalausfall der Ruderanlage des mit Terminfracht beladenen Fahrzeuges.
Totalausfall bei Frachtschiff - Main-Donau-Kanal blockiert
Dadurch verfiel das Schiff quer zum Kanal und prallte mit dem Bug und dem Heck an das jeweilige Ufer. In der Folge kam es zu einem erheblichen Wassereinbruch in den Hauptmaschinenraum.
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An der Schleuse in Hausen konnte das Schiff festmachen. Dort konnte dann durch die Feuerwehr Hausen das Schiff mittels ausgebrachter Pumpen schwimmend gehalten werden. Da das ausgepumpte Wasser mit Öl verunreinigt war, wurde durch die Ölwehr des Landkreises Forchheim unter Leitung des THW Forchheim eine Ölsperre aufgebaut.
Durch die Wasserschutzpolizei Bamberg wurden die Ermittlungen zum Grund des Ruderausfalls aufgenommen. Eine Spezialfirma wurde verständigt; diese konnte das Leck in der Nacht noch lokalisieren und abdichten. Die Schifffahrt im betroffenen Kanalbereich ist bis auf weiteres eingestellt.
Temperaturen erschweren Arbeiten
Unklar blieb zunächst, wann der Main-Donau-Kanal wieder freigegeben werden kann. Bevor die Freigabe erteilt werden könne, müsse ein Ölfilm von der Wasseroberfläche abgepumpt werden, teilte die Polizei mit. Dies sei aufgrund der niedrigen Temperaturen jedoch kompliziert, da das Öl immer wieder anfriere. Dennoch war zunächst eine Freigabe im Verlauf des Freitagnachmittags vorgesehen, vorausgesetzt, die Abpumpaktion sei beendet.
Wann das Schiff erneut bewegt werden kann, blieb ebenfalls zunächst unklar. Die Ruderanlage müsse zuerst instand gesetzt werden, sagte ein Sprecher der Polizei. Der Grund für den technischen Defekt sei jedoch bisher unbekannt.
Erst in der vergangenen Woche war auf dem Main-Donau-Kanal ein Frachtschiff bei Fürth leckgeschlagen, was zu Verzögerungen im Verkehr auf der 1992 eröffneten Wasserstraße führte. Der Kanal verbindet die Flusssysteme von Donau und Rhein und schafft somit eine schiffbare Verbindung vom Schwarzen Meer bis zur Nordsee. ami/mit dpa