Das Naherholungsgebiet um Ausee und Angersee in der Regenitzaue bei Baiersdorf ist überaus beliebt, auch als Bademöglichkeit. Besonders in diesem Jahr ist der Andrang groß, weil wegen der Corona-Pandemie etliche Freibäder in der Region nicht geöffnet werden konnten. Das hat aber fatale Folgen hervorgebracht: Blaualgen machen sich breit. Die Cyanobakterien bilden blaugrüne Schlieren unter Wasser und produzieren durch ihren Stoffwechsel Giftstoffe. Diese können beim Menschen Durchfallerkrankungen und Hautreizungen auslösen. Gefährdet sind vor allem kleine Kinder.

Das Ordnungsamt der Stadt Baiersdorf hat nun, als der Befall im nördlichen Bereich sich ausbreitete, Warnschilder aufgestellt, dass vom Baden dringend abgeraten wird. Die Fachleute erwarten eine starke Vermehrung der gesundheitsschädlichen Bakterien durch die hohen Temperaturen in den nächsten Tagen, die zu einer explosionsartigen Vermehrung führen können.

Wie heftig das werden kann, zeigte sich vor einigen Jahren am Dechsendorfer Weiher. Dort war es so schlimm, dass ein übler Geruch um den ganzen Weiher herum wahrzunehmen war, der selbst den Aufenthalt am Ufer vermieste. Damals wurde über mehrere Jahre ein Badeverbot vom Landratsamt in Erlangen ausgesprochen. In Baiersdorf ist dies rechtlich nicht möglich, da Au- und Angersee nicht als Badeseen ausgewiesen sind, sondern das Baden nur als Allgemeingebrauch der Natur geduldet wird.

Ursache für Blaualgen im Übermaß ist ein hoher Nährstoffgehalt des Wassers. Dazu beigetragen hat die starke Nutzung in letzter Zeit. Denn unweigerlich sondert jeder Badegast beim Schwimmen Nährstoffe für die Bakterien ab.

"Viele ignorieren die Schilder, auch wenn der Besuch tendenziell nachgelassen hat", hat man im Ordnungsamt feststellen müssen. "Die Bakterien sind noch im Übermaß da, auch wenn sie am Südufer derzeit nicht zu erkennen sind", warnt die Behörde.