Zwei Ampeln zeigen Grün in Rosenbach. Momentan möchte kein Fußgänger die Straße überqueren. Eine Ampel steht am Feuerwehrhaus, die andere gleich nach dem Ortseingang von Neunkirchen am Brand kommend an der Kreuzung, die links Richtung Feuerwehrhaus und den Nachbarort Weiher (Kreis Erlangen-Höchstadt) führt. An beiden Stellen ist kein Gehweg vorhanden.

Die Ampeln wurden am 11. Mai aufgestellt und sollen die Situation in Rosenbach entschärfen. Mehr als 5000 Autos fahren seit der Sperrung der Staatsstraße in Weiher (Bauarbeiten) durch den Ort. "Nicht nur für die Kinder, auch für die anderen Fußgänger ist es gut, dass nun eine Ampel steht", sagt eine Frau, die nur wenige Meter von der Ampel an der Abbiegung entfernt wohnt.


Sicherheit erhöhen

Die beiden Ampeln als Querungshilfe für alle einzurichten, die zu Fuß unterwegs sind, war das Ergebnis einer Besprechung vor Ort. "Man versucht so, die Sicherheit zu erhöhen", informiert Robert Schaffranietz von der Polizeiinspektion Forchheim.

In der Sitzung des Energie- und Umweltausschusses der Marktgemeinde Neunkirchen Anfang Mai, als der Dringlichkeitsantrag des Rosenbacher Anwohners Josef Krauthöfer zur Sperrung der Ortsdurchfahrt behandelt wurde, hatte Dritter Bürgermeister Andreas Pfister (SPD) den 9. Mai als weiteren Ortstermin genannt, bei dem auch das Staatliche Straßenbauamt Nürnberg und Vertreter der Gemeinde dabei waren.

Die oben genannte Anwohnerin ist nun ein wenig erleichtert, ist es doch nicht ungefährlich für die Kinder, an den gehsteiglosen Strecken die Straße zu überqueren. Ihre Enkelin kann, wenn sie aus dem Haus geht, einfach die Straße überqueren, um dann den Schulweg auf dem Gehsteig fortzuführen. Aber selbst das Überqueren der Straße wäre im Berufsverkehr nicht so einfach.

Die Anwohnerin selbst muss oft warten, bis die Autos in einem größeren Abstand kommen, um rückwärts aus der Garage in die Straße einscheren zu können. Ein aus der Ortsmitte von Rosenbach kommender Fahrer habe sich dann aufgeregt, als die Frau mit ihrem Auto auf der Straße stand, während sie den Vorwärtsgang schaltete. "Ich habe ihn dann gefragt, was sein Problem ist. Wir müssen doch auch irgendwie raus", , erzählt die Anwohnerin kopfschüttelnd von dem Gespräch.


Autofahrer und Anwohner leiden

Es seien doch nicht nur die Durchfahrenden, die unter dem hohen Verkehr leiden, sondern vor allem die Anwohner selbst, schildert die Frau. Als Teilerfolg seines Handelns will Josef Krauthöfer die beiden Ampeln nicht betrachten. Zum einen sieht er mit den Ampeln Rosenbach nun auch zur offiziellen Umleitung erklärt, zum anderen fürchtet er, dass das Verkehrschaos jetzt erst perfekt wird. "Rote Ampeln, stehender Verkehr, dann rücksichtsloses Beschleunigen, um die verlorene Zeit einzuholen", vermutet Krauthöfer.

Das teils aggressive Verhalten mancher Fahrer haben die Anwohner schon mehrfach zu spüren bekommen, wie auch die Anwohnerin und deren Nachbarin. Doch noch mehr machen Krauthöfer inzwischen die "Gehsteigfahrer" Sorgen. "Immer mehr fahren rücksichtslos auf den Gehweg, um möglichst schnell aneinander vorbeizukommen", sagt Krauthöfer. Bei der Gemeinde hat er wegen der Gehwegfahrer erneut einen Dringlichkeitsantrag gestellt. Von der Gemeinde war bislang niemand für eine Stellungnahme erreichbar.

Die Situation war in den letzten Tagen etwas entspannter, denn durch den Brückentag waren weniger Berufstätige unterwegs.

"Ich kann beide Seiten verstehen", sagt eine andere Frau, die mit ihrer Tochter hier ist, um eine Freundin zu besuchen. Schon vor der Baustelle sei es von den Rosenbachern nicht gern gesehen worden, wenn man durch den Ort fährt, um nach Erlangen zur Arbeitsstelle zu kommen. Doch derzeit würden schon extrem viele Autos durch das kleine Dorf fahren. Die offizielle Umleitung über Kalchreuth oder Effeltrich führt weiträumig außen herum.

Für die Landwirte, die einen Hofverkauf haben, sei der viele Verkehr eher positiv, für die anderen weniger schön, ist der Eindruck der Frau aus einem Nachbarort. Eine andere Anwohnerin könne auch die Fahrer verstehen, die nicht die weite Umleitung nutzen wollen. Doch gerade deshalb sei Rücksicht gefordert.


Eltern fahren ihre Kinder zur Schule

Viele Rosenbacher Eltern hingegen würden ihre Kinder nicht mehr zum Bus gehen lassen, sondern würden laut Krauthöfer aus Sicherheitsgründen ihre Kinder selbst zur Schule bringen.

Josef Krauthöfer jedenfalls lässt derzeit bei der obersten Kommunalaufsicht im bayerischen Innenministerium das Verhalten des Dritten Bürgermeisters prüfen. Er hatte festgelegt, dass Krauthöfers Dringlichkeitsantrag im Energie- und Umweltausschuss behandelt wird. Und was die Entscheidung des Ausschusses betrifft (Ablehnung einer Sperrung der Ortsdurchfahrt Rosenbach), lässt Krauthöfer diese auch prüfen, ist er doch der Meinung, einige Gemeinderäte hätte wegen Befangenheit nicht an der Abstimmung teilnehmen dürfen. Eine Antwort steht noch aus.


Unfall am Freitag

Zu einem Unfall mit 2000 Euro Sachschaden ist es am Freitagvormittag in Rosenbach gekommen. Eine 60-jährige Opel-Fahrerin bog an einer Einmündung nach links ab. Ihr entgegen kam eine 65-jährige Audi-Fahrerin, die ihrerseits nach rechts abbog. Beim Abbiegevorgang kam es zum Streifvorgang der beiden Fahrzeuge. Verletzt wurde niemand, wie die Polizei Forchheim berichtet.