Mit einem Kesselfleischessen am Donnerstag beginnt eine fränkische Kerwa, dieser Überzeugung sind die Aktiven des Heimatvereins Weisendorf. Daher hatten sie auch in diesem Jahr beim Museumsgebäude wieder gute Sachen aus dem Wurstkessel für Interessenten im Angebot.

Aufgrund der heißen Witterung war das Kesselfleischessen in diesem Jahr in das Museumsgebäude verlegt worden. Dazu hatten die Helfer einige Gerätschaften vor das Gebäude gefahren, wo sie von den Gästen auch begutachtet werden konnten.

Geliefert wurden die Speisen von der Metzgerei Schorr in Großenseebach. Nachdem die erste Essenslieferung, Tartar (fränkisches Sushi) und Kesselfleisch, auf dem Weg war, ging es dort darum, Blut- und Leberwürste zu produzieren und in den Kessel zu geben, die dann zur Mittagszeit in Weisendorf auf den Teller kamen. Das Sauerkraut dazu wurde aus der Küche mitgeliefert. Auch für die Liebhaber von Kaffe und Kuchen war gesorgt, es gab fränkische "Kiegli", die von Inge Muggenhöfer gebacken worden waren.

"Na, a weng a Rüssala!"

Daß die Weisendorfer Kerwa eigentlich beim Heimatvereinsmuseum startet, hat sich inzwischen herumgesprochen, und so war auch in diesem Jahr das Interesse wieder groß. Bereits im Vorfeld hatten die Aktiven im Heimatverein das Potenzial abgefragt und den Bedarf gemeldet. Ob Rüssel, Zunge, Bauch oder Ohr: Jeder konnte ordern, was ihm besonders mundete. "Willsd du a Nierla?", hieß es etwa, die Antwort dazu: "Na, a weng a Rüssala!" Passend dazu gab es süß-saueres Kraut und Brot.

Für die Betreuung der Gäste waren zahlreiche Helfer des Heimatvereins sowohl bei der Essensausgabe als auch beim Getränkeausschank nötig. So sorgte Franz Petter dafür, dass niemand Durst leiden mußte. Ebenso kümmerte sich Vorsitzender Günter Rath um die Gäste.

Bei Interesse konnte auch das Heimatmuseum besichtigt werden, das inzwischen gut bestückt ist. Dazu zählen die Ausstattung einer Schmiede und einer Schusterswerkstatt, sowie ein aufwendiges Seilergeschirr aus dem 19. Jahrhundert, neu dazu gekommen ist eine Kaltmangelpresse.

Für die musikalische Umrahmung sorgte Karl Kaiser aus Weisendorf mit seiner Quetsch'n. Er unterstützte die Weisendorfer beim Einsingen mit Kerwasliedern auf ihr großes Fest am Wochenende. Er verwendet ein richtiges Akkordeon, mit dem alle zwölf Tonarten zu spielen sind, kein Knopfakkordeon. Sein Tasteninstrument ermöglicht ihm auch, eigene Stücke wie "Bratwurst und Sauerkraut" zum Besten zu geben. Und als die Mitarbeiter aus dem nahen Weisendorfer Rathaus zum Heimatvereinsmuseum gelaufen kamen, stimmten er passend dazu "Ich bin des Madla vo der Gmaa" an.