Hinter den Bayern liegt die bisher kälteste Nacht des Jahres. In nahezu allen Regionen des Freistaats lagen die Temperaturen im zweistelligen Minusbereich. Am kältesten war es nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes in Oberstdorf am Alpenrand mit -17,3 Grad und im oberfränkischen Wunsiedel mit -16,3 Grad. In den kommenden zwei Tagen soll es nach Einschätzung des Wetterexperten frostig-kalt bleiben. Sollten die Nächte sternenklar werden und Wind dazu kommen, könnten die Temperaturen noch weiter fallen. Erst zum Wochenende soll es wieder wärmer werden.
Das Wetter morgen im Wetter-Ticker: Franken zittert weiter unter Hartmut - es wird noch kälter
Einen Kälterekord hat der Winter in der Nacht zum Dienstag auf der Zugspitze gebracht. In Offenbach wurden -30,5 Grad auf Deutschlands höchstem Gipfel gemessen - so kalt war es Ende Februar noch nie.
"Damit ist die "Kältewelle" noch nicht vorbei", so der Deutsche Wetterdienst. "Auch in den kommenden Tagen bleibt es beim Dauerfrost und verbreitet strengem Frost in den Nächten. Die kälteste Nacht wird voraussichtlich die Nacht zum Mittwoch werden." Ab Donnerstag erwartet der DWD eine leichte Entspannung. Es nähere sich mildere Luft aus Südwesten. Wie schnell der Wetterwechsel allerdings vonstatten gehe, bleibe abzuwarten. Schnee, Regen oder gefrierender Regen - es sei alles möglich.
Auch Wetterexperte Stefan Ochs aus Herzogenaurach prognostiziert: Der Kälterekord dieses Winters wird wohl nur ein vorläufiger sein. Sibirische Kaltluft und ein schneidender Wind bleiben noch bis Mittwoch. Dabei ist es weiterhin niederschlagsfrei, aber nicht mehr ganz so sonnig, denn es ziehen einzelne Wolkenfelder durch. Niederschläge fallen nicht. Je nach Sonnenscheindauer werden maximal -5 bis -3 Grad erreicht. In den Nächten kühlt es auf -10 bis -15 Grad ab. Der tagsüber zeitweise mäßige Wind weht aus Nordost bis Ost.
Am 1. März beginnt der meteorologische Frühling. Da muss also wärmere Luft her - und die bringt uns ab Donnerstag ein von den Azoren nach Nordosten ziehendes Tief. Wetterexperte Stefan Ochs sagt für Donnerstag maximal 0 Grad voraus. Es ziehen mittelhohe Wolkenfelder durch und der Ostwind zieht in kalten Böen durch. Regen gibt es noch keinen.
Am kommenden Wochenende haben wir es mit wechselnden Bewölkungsverhältnissen zu tun. Gelegentlich regnet es etwas, anfangs kann auch auch mal eine Schneeflocke fallen. Auf dem gefrorenen Boden könnte sich örtlich ein bisschen Glatteis bilden. Die Temperaturen steigen auf +4 bis +10 Grad. In den Nächten kühlt es bis auf 0 Grad ab. Der schwache Wind weht aus südlichen Richtungen.
Zum Beginn des Wochenendes soll es milder im Freistaat werden. "Am Freitag sollte es gebietsweise tagsüber schon wieder leichte Plusgrade geben", sagte DWD-Experte Paul Brüser. Am Samstag könne es dann in weiten Teilen Bayerns bereits um plus 5 Grad haben. Grund dafür ist ein Tief, das sich über Westeuropa schiebt und aus dem Süden wärmere Luft nach Bayern strömen lässt.
Auf dem Main-Donau-Kanal ist die Schifffahrt in den kommenden Tagen wegen der eisigen Temperaturen lediglich eingeschränkt möglich. An sieben Schleusen zwischen Erlangen und Hilpoltstein werde nur in der Zeit von sechs Uhr morgens bis 22 Uhr abends geschleust, sagte Stefanie von Einem vom Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Nürnberg am Montag der Deutschen Presse-Agentur. Zum Einsatz kommen in dieser Zeit spezielle Eisstoßer, die immer wieder das Eis von den Schleusenwänden abstoßen, damit keine gefrorenen Brocken auf die Schiffe fallen.
Von Einem warnte davor, Eisflächen auf dem Main-Donau-Kanal zu betreten. "Das ist lebensgefährlich!" Bei jeder Schleusung könne sich der Wasserspiegel um 10 bis 30 Zentimer heben oder senken, so dass das Eis dann aufbreche.
Beim Spielen am Schöntalsee im unterfränkischen Aschaffenburg waren am Wochenende zwei neun Jahre alte Buben durch eine oberflächlich gefrorene Eisschicht gebrochen. Sie steckten nach Polizeiangaben vom Montag bis zur Hüfte im Wasser. Beide konnten sich auf eine Insel retten. Die Feuerwehr holte die Jungs von dort schließlich ab.
Der strenge Frost macht auch den Obdachlosen zu schaffen. Viele von ihnen suchen tagsüber Schutz vor dem eisigen Wind in einer Tee- oder Wärmestube. "Da ist es proppenvoll", sagte Franz Herzog, der die Teestube "komm" der Inneren Mission in München leitet. Auch auf der Straße sind Herzog und sein Team unterwegs, um unterkühlten Obdachlosen zu helfen. "Wir sind so häufig draußen, wie es nur irgendwo geht, aber wir stoßen auch an unsere Grenzen" - personell.
Der strenge Frost macht den Obdachlosen in München zu schaffen. Viele von ihnen suchen tagsüber Schutz vor dem eisigen Wind in einer Tee- oder Wärmestube. "Da ist es proppenvoll", sagte Franz Herzog, der die Teestube "komm" der Inneren Mission in München leitet. Auch auf der Straße sind Herzog und sein Team unterwegs, um unterkühlten Obdachlosen zu helfen. "Wir sind so häufig draußen, wie es nur irgendwo geht, aber wir stoßen auch an unsere Grenzen" - personell.
Genug Platz gibt es in den Nachtunterkünften. In der Landeshauptstadt warten Mehrbettzimmer in der früheren Bayernkaserne auf Schutzsuchende. "Das Angebot würde ausreichen, da sind nach wie vor Betten frei", erklärte Herzog. Bedauerlich sei, dass man viele Menschen nicht motivieren könne, dieses Angebot wenigstens an den ganz kalten Tagen in Anspruch zu nehmen. Das sei auch oft ein Sprachproblem, wenn es sich bei den Obdachlosen um Migranten handele.
Auch die Polizei wirft ein zusätzliches Auge auf die Menschen, die in der Münchner Innenstadt auch tagsüber in vielen Hauseingängen liegen, eingehüllt in Schlafsäcke. "Wenn wir jetzt bei den Temperaturen jemanden sehen, wird der natürlich angesprochen", sagte ein Sprecher des Polizeipräsidiums München. Das wünscht sich Herzog auch von Passanten. Die Bürger sollten den Mut finden, genauer hinzuschauen, wenn sie jemanden liegen sehen. Man könne versuchen, die Person anzusprechen und im Zweifel die Polizei oder den Notarzt rufen. Seine Hoffnung für die kommenden Nächte: "Dass keiner erfriert".
Berlin weitet angesichts der klirrenden Kälte sein Übernachtungsangebot für Obdachlose aus. Für die Kältehilfe seien 100 zusätzliche Betten in einem Hangar des ehemaligen Flughafens Tempelhof geschaffen worden, sagte Berlins Sozialsenatorin Elke Breitenbach (Linke) am Montag im RBB-"Inforadio". Mit nun insgesamt 1200 Plätzen kann die Kältehilfe in diesen Tagen so viele Menschen im Warmen unterbringen wie noch nie.
Schnee und Eis machten zu Wochenbeginn Berufspendlern im Norden das Leben schwer. Allein rund um Lübeck zählte die Polizei innerhalb weniger Stunden rund 100 Verkehrsunfälle. Auch anderswo an der Ostseeküste kam es zu Zusammenstößen. In den meisten Fällen blieb es laut Polizei bei Blechschäden. In Hamburg behinderten 75 Unfälle sowie ausgefallene und verspätete S-Bahnen den morgendlichen Berufsverkehr. In Bremen fielen seit Sonntagabend zehn Flüge aus. Nach 21.00 Uhr war die Wetterlage so schlecht, dass sechs ankommende Flugzeuge nicht landen konnten.
In Rom blieb das verschneite Kolosseum geschlossen. In Österreich will man trotz Verhüllungsverbots ein Auge zudrücken. Eine Kältewelle hat viele Länder Europas erreicht. Das Aufbäumen des Winters ist fast in ganz Europa spürbar. In Rom gilt der Ausnahmezustand. In Österreich ist das Verhüllungsverbot aufgehoben worden. Ein europäischer Überblick:
In Rom hat Schnee das öffentliche Leben lahmgelegt. Die italienische Hauptstadt zeigte sich am Montagmorgen mit einer ungewöhnlichen weißen Decke überzogen. Alle Schulen und Kindergärten blieben geschlossen. Auch das Kolosseum, Italiens Top-Attraktion, blieb zu. Die Millionen-Stadt rief ihre Bewohner auf, sich möglichst wenig fortzubewegen. Der Zivilschutz ordnete an, dass das Militär die Straßen räumen solle. Ganz Italien ist derzeit von einer ungewöhnlichen Kältewelle erfasst. In der Apennin-Bergregion, wo auch vom Erdbeben zerstörte Städte wie Amatrice liegen, sollte es nachts bis zu minus 20 Grad kalt werden.
Angesichts der Kälte erlaubt Österreich Ausnahmen vom Verhüllungsverbot. "Bei diesen Temperaturen wird kein Polizist jemanden belangen, der sein Gesicht zum Schutz vor Kälte verhüllt", sagte ein Sprecher des Innenministeriums in Wien am Montag. Seit dem 1. Oktober 2017 muss eigentlich jeder sein Gesicht von der Stirn bis zum Kinn zeigen. Das zielte unter anderem auf islamische Frauen, die Burka oder Nikab tragen. Das Gesetz habe aber Ausnahmen wie eisige Temperaturen vorgesehen, hieß es weiter. Ein konkreter Wert sei nicht angegeben. "Da ist das Fingerspitzengefühl der Beamten gefragt." Generell gebe es wenig Ärger und entsprechend wenig Anzeigen rund um das Burkaverbot, das die Integration fördern soll.
Auch Frankreich bibberte zum Wochenanfang bei Minustemperaturen, das Wetterphänomen ist dort unter dem Namen "Moskau-Paris" bekannt - weil die eisige Luft aus Russland nach Westeuropa kommt. Betroffen war besonders der Nordosten des Landes. In den vergangenen Tagen wurden deshalb zusätzliche provisorische Notunterkünfte für Obdachlose geöffnet, allein die Hauptstadt Paris stellte seit Anfang Februar rund 700 Betten etwa in Turnhallen auf.
In Polen sind bei eisigen Temperaturen seit Freitag mindestens acht Menschen gestorben. Das teilte das Sicherheitszentrum der Regierung am Montag mit. Damit stieg die Zahl der Kältetoten seit November auf insgesamt 48. Am Wochenende waren die Temperaturen in Teilen des Landes auf bis zu minus 20 Grad gesunken. Die Behörden warnten auch am Montag vor andauerndem Frost und riefen die Bevölkerung auf, vor allem Obdachlosen und älteren Menschen zu helfen, die von der Kälte besonders bedroht seien.
Heftiger Schneefall hat am Montag rund um die schwedische Hauptstadt Stockholm zu Chaos auf den Straßen geführt. Der Wagen von Schwedens Ministerpräsident Stefan Löfven kollidierte südlich von Uppsala mit einem querstehenden Laster. Verletzt wurde niemand. "Wir fuhren sehr langsam, es bestand keine Gefahr", sagte Löfven dem schwedischen Fernsehen SVT. Er habe seine Reise dennoch in einem anderen Fahrzeug fortgesetzt. Nördlich von Stockholm kam es wegen Schneefalls zu einer Massenkarambolage mit 20 Fahrzeugen. Drei Menschen wurden verletzt. Auch im Flugverkehr gab es Störungen. Auf den Flughäfen Arlanda und Bromma waren die Landebahnen zugeschneit. Zahlreiche Starts und Landungen mussten gestrichen werden.
Ein heftiger Wintereinbruch hat in Bulgarien den Verkehr stark behindert. Lastwagen blieben wegen Schnees und Eis liegen und blockierten die Europastraße 79 im Nordwesten des Landes. Auch auf der Autobahn von Sofia nach Burgas am Schwarzen Meer war der Verkehr nach Angaben des Fernsehsenders bTV erschwert. In entlegenen Gebieten fiel der Schulunterricht aus. Wegen des Sturms gab es vielerorts Schneeverwehungen. Die Behörden riefen die höchsten Warnstufen Rot und Orange für gefährliche Wetterverhältnisse aus. Flugzeuge konnten vom Flughafen der Hauptstadt Sofia nicht rechtzeitig starten. Bürgermeisterin Jordanka Fandakowa appellierte an die Einwohner, nach Möglichkeit nicht mit dem Auto zu fahren.
Eine Kaltfront hat am Montag den Norden des Landes an der Ägäis erreicht. Aus der Region der Hafenstadt Thessaloniki wurde leichter Schneefall gemeldet. Zahlreiche Flüge nach Thessaloniki waren bereits am Vortag ausgefallen. Viele Straßen in der nordgriechischen Provinz Mazedonien waren nur mit Schneeketten befahrbar, wie das griechische Staatsradio (ERT) berichtete. Der Unterricht fiel in vielen Provinzen im Norden Griechenlands aus. Im Süden des Landes zeigten die Thermometer dagegen frühlingshafte Temperaturen um die 15 bis 16 Grad Celsius, wie das Wetteramt mitteilte. Auf Kreta wurden noch höhere Werte erwartet.
Das Wetter morgen im Wetter-Ticker: Franken zittert weiter unter Hartmut - es wird noch kälter
Einen Kälterekord hat der Winter in der Nacht zum Dienstag auf der Zugspitze gebracht. In Offenbach wurden -30,5 Grad auf Deutschlands höchstem Gipfel gemessen - so kalt war es Ende Februar noch nie.
Es ist noch nicht vorbei: Es wird noch kälter
"Damit ist die "Kältewelle" noch nicht vorbei", so der Deutsche Wetterdienst. "Auch in den kommenden Tagen bleibt es beim Dauerfrost und verbreitet strengem Frost in den Nächten. Die kälteste Nacht wird voraussichtlich die Nacht zum Mittwoch werden." Ab Donnerstag erwartet der DWD eine leichte Entspannung. Es nähere sich mildere Luft aus Südwesten. Wie schnell der Wetterwechsel allerdings vonstatten gehe, bleibe abzuwarten. Schnee, Regen oder gefrierender Regen - es sei alles möglich.Auch Wetterexperte Stefan Ochs aus Herzogenaurach prognostiziert: Der Kälterekord dieses Winters wird wohl nur ein vorläufiger sein. Sibirische Kaltluft und ein schneidender Wind bleiben noch bis Mittwoch. Dabei ist es weiterhin niederschlagsfrei, aber nicht mehr ganz so sonnig, denn es ziehen einzelne Wolkenfelder durch. Niederschläge fallen nicht. Je nach Sonnenscheindauer werden maximal -5 bis -3 Grad erreicht. In den Nächten kühlt es auf -10 bis -15 Grad ab. Der tagsüber zeitweise mäßige Wind weht aus Nordost bis Ost.
Frühlingsbeginn am 1. März: Kommt dann die mildere Luft?
Am 1. März beginnt der meteorologische Frühling. Da muss also wärmere Luft her - und die bringt uns ab Donnerstag ein von den Azoren nach Nordosten ziehendes Tief. Wetterexperte Stefan Ochs sagt für Donnerstag maximal 0 Grad voraus. Es ziehen mittelhohe Wolkenfelder durch und der Ostwind zieht in kalten Böen durch. Regen gibt es noch keinen.Am kommenden Wochenende haben wir es mit wechselnden Bewölkungsverhältnissen zu tun. Gelegentlich regnet es etwas, anfangs kann auch auch mal eine Schneeflocke fallen. Auf dem gefrorenen Boden könnte sich örtlich ein bisschen Glatteis bilden. Die Temperaturen steigen auf +4 bis +10 Grad. In den Nächten kühlt es bis auf 0 Grad ab. Der schwache Wind weht aus südlichen Richtungen.
DWD sagt fürs Wochenende mildere Temperaturen voraus
Zum Beginn des Wochenendes soll es milder im Freistaat werden. "Am Freitag sollte es gebietsweise tagsüber schon wieder leichte Plusgrade geben", sagte DWD-Experte Paul Brüser. Am Samstag könne es dann in weiten Teilen Bayerns bereits um plus 5 Grad haben. Grund dafür ist ein Tief, das sich über Westeuropa schiebt und aus dem Süden wärmere Luft nach Bayern strömen lässt.
Die Kälte in Deutschland birgt viele Gefahren
Auf dem Main-Donau-Kanal ist die Schifffahrt in den kommenden Tagen wegen der eisigen Temperaturen lediglich eingeschränkt möglich. An sieben Schleusen zwischen Erlangen und Hilpoltstein werde nur in der Zeit von sechs Uhr morgens bis 22 Uhr abends geschleust, sagte Stefanie von Einem vom Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Nürnberg am Montag der Deutschen Presse-Agentur. Zum Einsatz kommen in dieser Zeit spezielle Eisstoßer, die immer wieder das Eis von den Schleusenwänden abstoßen, damit keine gefrorenen Brocken auf die Schiffe fallen.Von Einem warnte davor, Eisflächen auf dem Main-Donau-Kanal zu betreten. "Das ist lebensgefährlich!" Bei jeder Schleusung könne sich der Wasserspiegel um 10 bis 30 Zentimer heben oder senken, so dass das Eis dann aufbreche.
Die Eisdecken tragen oft trotz der Kälte nicht
Beim Spielen am Schöntalsee im unterfränkischen Aschaffenburg waren am Wochenende zwei neun Jahre alte Buben durch eine oberflächlich gefrorene Eisschicht gebrochen. Sie steckten nach Polizeiangaben vom Montag bis zur Hüfte im Wasser. Beide konnten sich auf eine Insel retten. Die Feuerwehr holte die Jungs von dort schließlich ab.
Für Deutschlands Obdachlose wird es gefährlich
Der strenge Frost macht auch den Obdachlosen zu schaffen. Viele von ihnen suchen tagsüber Schutz vor dem eisigen Wind in einer Tee- oder Wärmestube. "Da ist es proppenvoll", sagte Franz Herzog, der die Teestube "komm" der Inneren Mission in München leitet. Auch auf der Straße sind Herzog und sein Team unterwegs, um unterkühlten Obdachlosen zu helfen. "Wir sind so häufig draußen, wie es nur irgendwo geht, aber wir stoßen auch an unsere Grenzen" - personell.
Bittere Frostnächte: "Dass keiner erfriert" München
Der strenge Frost macht den Obdachlosen in München zu schaffen. Viele von ihnen suchen tagsüber Schutz vor dem eisigen Wind in einer Tee- oder Wärmestube. "Da ist es proppenvoll", sagte Franz Herzog, der die Teestube "komm" der Inneren Mission in München leitet. Auch auf der Straße sind Herzog und sein Team unterwegs, um unterkühlten Obdachlosen zu helfen. "Wir sind so häufig draußen, wie es nur irgendwo geht, aber wir stoßen auch an unsere Grenzen" - personell.
Es gäbe genug Unterkünfte für Obdachlose
Genug Platz gibt es in den Nachtunterkünften. In der Landeshauptstadt warten Mehrbettzimmer in der früheren Bayernkaserne auf Schutzsuchende. "Das Angebot würde ausreichen, da sind nach wie vor Betten frei", erklärte Herzog. Bedauerlich sei, dass man viele Menschen nicht motivieren könne, dieses Angebot wenigstens an den ganz kalten Tagen in Anspruch zu nehmen. Das sei auch oft ein Sprachproblem, wenn es sich bei den Obdachlosen um Migranten handele.
Bürger sollten gerade jetzt "genauer Hinschauen"
Auch die Polizei wirft ein zusätzliches Auge auf die Menschen, die in der Münchner Innenstadt auch tagsüber in vielen Hauseingängen liegen, eingehüllt in Schlafsäcke. "Wenn wir jetzt bei den Temperaturen jemanden sehen, wird der natürlich angesprochen", sagte ein Sprecher des Polizeipräsidiums München. Das wünscht sich Herzog auch von Passanten. Die Bürger sollten den Mut finden, genauer hinzuschauen, wenn sie jemanden liegen sehen. Man könne versuchen, die Person anzusprechen und im Zweifel die Polizei oder den Notarzt rufen. Seine Hoffnung für die kommenden Nächte: "Dass keiner erfriert".
Berlin weitet Angebot für Obdachlose aus
Berlin weitet angesichts der klirrenden Kälte sein Übernachtungsangebot für Obdachlose aus. Für die Kältehilfe seien 100 zusätzliche Betten in einem Hangar des ehemaligen Flughafens Tempelhof geschaffen worden, sagte Berlins Sozialsenatorin Elke Breitenbach (Linke) am Montag im RBB-"Inforadio". Mit nun insgesamt 1200 Plätzen kann die Kältehilfe in diesen Tagen so viele Menschen im Warmen unterbringen wie noch nie.
Schnee und Eis auch im Norden
Schnee und Eis machten zu Wochenbeginn Berufspendlern im Norden das Leben schwer. Allein rund um Lübeck zählte die Polizei innerhalb weniger Stunden rund 100 Verkehrsunfälle. Auch anderswo an der Ostseeküste kam es zu Zusammenstößen. In den meisten Fällen blieb es laut Polizei bei Blechschäden. In Hamburg behinderten 75 Unfälle sowie ausgefallene und verspätete S-Bahnen den morgendlichen Berufsverkehr. In Bremen fielen seit Sonntagabend zehn Flüge aus. Nach 21.00 Uhr war die Wetterlage so schlecht, dass sechs ankommende Flugzeuge nicht landen konnten.
Ausnahmezustand: Die eisige Kältewelle erfasst ganz Europa
In Rom blieb das verschneite Kolosseum geschlossen. In Österreich will man trotz Verhüllungsverbots ein Auge zudrücken. Eine Kältewelle hat viele Länder Europas erreicht. Das Aufbäumen des Winters ist fast in ganz Europa spürbar. In Rom gilt der Ausnahmezustand. In Österreich ist das Verhüllungsverbot aufgehoben worden. Ein europäischer Überblick:
In Italien bleiben wegen der Kälte die Schulen geschlossen
In Rom hat Schnee das öffentliche Leben lahmgelegt. Die italienische Hauptstadt zeigte sich am Montagmorgen mit einer ungewöhnlichen weißen Decke überzogen. Alle Schulen und Kindergärten blieben geschlossen. Auch das Kolosseum, Italiens Top-Attraktion, blieb zu. Die Millionen-Stadt rief ihre Bewohner auf, sich möglichst wenig fortzubewegen. Der Zivilschutz ordnete an, dass das Militär die Straßen räumen solle. Ganz Italien ist derzeit von einer ungewöhnlichen Kältewelle erfasst. In der Apennin-Bergregion, wo auch vom Erdbeben zerstörte Städte wie Amatrice liegen, sollte es nachts bis zu minus 20 Grad kalt werden.
Österreich lockert Verhüllungsverbot wegen Kälte
Angesichts der Kälte erlaubt Österreich Ausnahmen vom Verhüllungsverbot. "Bei diesen Temperaturen wird kein Polizist jemanden belangen, der sein Gesicht zum Schutz vor Kälte verhüllt", sagte ein Sprecher des Innenministeriums in Wien am Montag. Seit dem 1. Oktober 2017 muss eigentlich jeder sein Gesicht von der Stirn bis zum Kinn zeigen. Das zielte unter anderem auf islamische Frauen, die Burka oder Nikab tragen. Das Gesetz habe aber Ausnahmen wie eisige Temperaturen vorgesehen, hieß es weiter. Ein konkreter Wert sei nicht angegeben. "Da ist das Fingerspitzengefühl der Beamten gefragt." Generell gebe es wenig Ärger und entsprechend wenig Anzeigen rund um das Burkaverbot, das die Integration fördern soll.
Minus-Temperaturen in Frankreich
Auch Frankreich bibberte zum Wochenanfang bei Minustemperaturen, das Wetterphänomen ist dort unter dem Namen "Moskau-Paris" bekannt - weil die eisige Luft aus Russland nach Westeuropa kommt. Betroffen war besonders der Nordosten des Landes. In den vergangenen Tagen wurden deshalb zusätzliche provisorische Notunterkünfte für Obdachlose geöffnet, allein die Hauptstadt Paris stellte seit Anfang Februar rund 700 Betten etwa in Turnhallen auf.
Acht Kälte-Tote in Polen
In Polen sind bei eisigen Temperaturen seit Freitag mindestens acht Menschen gestorben. Das teilte das Sicherheitszentrum der Regierung am Montag mit. Damit stieg die Zahl der Kältetoten seit November auf insgesamt 48. Am Wochenende waren die Temperaturen in Teilen des Landes auf bis zu minus 20 Grad gesunken. Die Behörden warnten auch am Montag vor andauerndem Frost und riefen die Bevölkerung auf, vor allem Obdachlosen und älteren Menschen zu helfen, die von der Kälte besonders bedroht seien.
Heftiger Schneefall und Chaos in Schweden
Heftiger Schneefall hat am Montag rund um die schwedische Hauptstadt Stockholm zu Chaos auf den Straßen geführt. Der Wagen von Schwedens Ministerpräsident Stefan Löfven kollidierte südlich von Uppsala mit einem querstehenden Laster. Verletzt wurde niemand. "Wir fuhren sehr langsam, es bestand keine Gefahr", sagte Löfven dem schwedischen Fernsehen SVT. Er habe seine Reise dennoch in einem anderen Fahrzeug fortgesetzt. Nördlich von Stockholm kam es wegen Schneefalls zu einer Massenkarambolage mit 20 Fahrzeugen. Drei Menschen wurden verletzt. Auch im Flugverkehr gab es Störungen. Auf den Flughäfen Arlanda und Bromma waren die Landebahnen zugeschneit. Zahlreiche Starts und Landungen mussten gestrichen werden.
Heftiger Wintereinbruch in Bulgarien
Ein heftiger Wintereinbruch hat in Bulgarien den Verkehr stark behindert. Lastwagen blieben wegen Schnees und Eis liegen und blockierten die Europastraße 79 im Nordwesten des Landes. Auch auf der Autobahn von Sofia nach Burgas am Schwarzen Meer war der Verkehr nach Angaben des Fernsehsenders bTV erschwert. In entlegenen Gebieten fiel der Schulunterricht aus. Wegen des Sturms gab es vielerorts Schneeverwehungen. Die Behörden riefen die höchsten Warnstufen Rot und Orange für gefährliche Wetterverhältnisse aus. Flugzeuge konnten vom Flughafen der Hauptstadt Sofia nicht rechtzeitig starten. Bürgermeisterin Jordanka Fandakowa appellierte an die Einwohner, nach Möglichkeit nicht mit dem Auto zu fahren.
Wetterkapriolen in Griechenland
Eine Kaltfront hat am Montag den Norden des Landes an der Ägäis erreicht. Aus der Region der Hafenstadt Thessaloniki wurde leichter Schneefall gemeldet. Zahlreiche Flüge nach Thessaloniki waren bereits am Vortag ausgefallen. Viele Straßen in der nordgriechischen Provinz Mazedonien waren nur mit Schneeketten befahrbar, wie das griechische Staatsradio (ERT) berichtete. Der Unterricht fiel in vielen Provinzen im Norden Griechenlands aus. Im Süden des Landes zeigten die Thermometer dagegen frühlingshafte Temperaturen um die 15 bis 16 Grad Celsius, wie das Wetteramt mitteilte. Auf Kreta wurden noch höhere Werte erwartet.