Am Weisendorfer Badweiher haben nach einer langen Diskussions- und Planungsphase in diesen Tagen die Arbeiten zur Neugestaltung begonnen. Bürgermeister Heinrich Süß (UWG) informierte in der jüngsten Gemeinderatssitzung die Gremiumsmitglieder darüber, dass die Erdarbeiten in nichtöffentlicher Sitzung an die Firma Werner Erdbau aus Illschwang vergeben worden sind.

"Der Badweiher soll Fischweiher, aber trotzdem noch naturnah bleiben und soll den zugewanderten und teils seltenen Tier-, Vogel- und Pflanzenarten eine Heimat bieten", erklärte der Bürgermeister. Wie Süß weiter berichtete, wird die Baumaßnahme in zwei Teilabschnitten durchgeführt, um auf die bestehende Flora und Fauna Rücksicht zu nehmen. Begonnen wurde mit Fällung der altersschwachen Pappeln am Gehweg entlang der Staatsstraße sowie der Entlandung der östlichen Weiherfläche. Das Ufer entlang der Staatsstraße wird neu befestigt, der Gehweg erheblich verbreitert und ein Grünstreifen zwischen Straße und Weiher angelegt.

Auch die Insel, ein Rückzugsort für zahlreiche Vogelarten, wird im ersten Bauabschnitt stabilisiert und neu gefasst sowie ein Wirtschaftsweg an der Südseite entlang der Seebach gebaut. Der erste Bauabschnitt soll bis Ende Oktober erledigt sein und der zweite wird mit Rücksicht auf die Vogelbrutzeit zwischen November und Februar erfolgen. Die Fertigstellung ist Anfang des kommenden Jahres vorgesehen.

Die Planung sieht eine Aufwertung der Brutbereiche ebenso vor wie die Schaffung von ökologischen Nischen durch das Einbringen von Totholz. Die Neugestaltung soll naturnah erfolgen, um der Vielzahl von Wasser- und Singvögeln eine Heimat zu bieten. Wie der Bürgermeister erklärte, sei es besonders erfreulich, dass die Auftragssumme mit knapp 350 000 Euro bedeutend niedriger ist als es die Kostenschätzung im Januar mit 445 000 Euro vorsah.

"Eine Karpfen-Badewanne"

Die Sanierung des Badweihers sorgte seit Jahren immer wieder für eine Reihe von kontroversen Diskussionen im Marktgemeinderat. Nach dem Wunsch der Mehrheit soll der Weiher auch ein Weiher bleiben und wieder mit Fischen besetzt werden, während ihn Christiane Kolbet (Grüne) wiederholt als "Karpfen-Badewanne" bezeichnet hatte.

"Ein Weiher gehört immer mal wieder abgelassen, um Sedimente zu entfernen", heißt es dazu bei den Teichbauern. Der Weiher müsse bewirtschaftet werden, sonst nehme er eine nicht gewollte Entwicklung, es drohe Versumpfung und der Weiher verkomme zur Kloake. Deshalb sollen Wirtschaftlichkeit und Umweltverträglichkeit sowie die Belange des Naturschutzes in Einklang gebracht werden.

Der Badweiher in Weisendorf hat nicht nur eine wichtige Bedeutung für die Regionalplanung, sondern auch für das Orts- und Landschaftsbild sowie für die Wasserwirtschaft und für den Natur- und Umweltschutz. Deshalb wurden bei der Planung und bei einem Ortstermin auch Anlieger und Interessierte mit einbezogen.