In der Nacht von Montag (22. Februar 2021) auf Dienstag (23. Februar 2021) lieferte sich ein 28-Jähriger eine über mehrere Kilometer hinweg andauernde Verfolgungsjagd mit der Polizei. Dabei waren zwischenzeitlich 20 Streifenwagen und ein Polizeihubschrauber im Einsatz. Der Flüchtige konnte letztlich in Schwarzenbruck festgenommen werden. 

Zunächst bemerkten Beamte der Verkehrspolizeiinspektion Erlangen am Montag gegen 23.50 Uhr einen geparkten BMW in einer Rastanlage Steigerwald-Süd (A3). Bei dem Wagen handelte es sich um eine aktuelle Fahndung.

Mit über 200 km/h unterwegs: Verfolgung auf der Autobahn 

Während die Streife wendete, war der BMW-Fahrer bereits auf die A3 in Fahrtrichtung Passau unterwegs und begann so eine lange Verfolgung. Die Beamten holten den Fahrer bald ein, woraufhin der Flüchtige reagierte: Laut Angaben der Polizei war er teilweise mit über 200 km/h auf der Autobahn unterwegs, wurde dabei allerdings oft von Sattelzügen stark ausgebremst.

Um möglichst schnell voranzukommen, fuhr der Mann dicht auf das vor ihm fahrende Fahrzeug auf und verwendete die Lichthupe. Zwischen der Anschlussstelle Erlangen-West und der Anschlussstelle Frauenaurach fuhr er durch den abgebauten Baustellenbereich, um einen Lastwagen zu überholen.

Am Autobahnkreuz Fürth/Erlangen wechselte der Flüchtige auf die A73 Richtung Nürnberg. Dabei überfuhr er die Kreuzung "An den Rampen"/ Rothenburger Straße trotz roter Ampel und ohne abzubremsen. Daraufhin verloren ihn die Beamten zwischenzeitlich aus den Augen.

Teilweise ohne Licht und als Falschfahrer unterwegs

Wenig später wurde er durch einen eingesetzten Polizeihubschrauber am Ende des Frankenschnellwegs wieder aufgefunden. Bei den Ortsdurchfahrten ignorierte er erneut rote Ampeln und fuhr mit deutlich überhöhter Geschwindigkeit. Zeitweise war er sogar ohne eingeschaltetes Fahrzeuglicht unterwegs.

An der Anschlussstelle Wendelstein fuhr er dann erneut auf die A73 - allerdings als Falschfahrer. Vom Hubschrauber aus beobachteten die Beamten, wie ihm dabei zwei Lastwagen entgegenkamen, ob es dabei zu einer konkreten Gefährdung kam, ist bislang nicht bekannt.

Kurz darauf fuhr der 28-Jährige wieder von der Autobahn runter und machte sich über die B8 auf den Weg zum Bahnhof Ochsenbruck. Dort angekommen stellte er seinen PKW ab und schaltete die Lichter ab.

Flüchtiger Fahrer wird festgenommen 

Als ihn dort die Streifenfahrzeuge antrafen, versuchte der Fahrer erneut zu fliehen, zwei Polizeifahrzeuge versperrten allerdings die Ausfahrt. Der Flüchtige gab Gas, rammte ein Streifenfahrzeug und versuchte, eine erneute Flucht gelang jedoch nicht.

Die Beamten kamen schließlich zu seinem Fahrzeug, zogen den Mann aus dem Auto und nahmen ihn fest. Auf dem Rücksitz des Wagens befand sich zudem die 25-jährige Lebensgefährtin des Mannes.

Bei der anschließenden Fahrzeugdurchsuchung entdeckten die Beamten unter anderem ein Baseballschläger, ein Blaulicht sowie verschiedene, dem Arzneimittelgesetz unterliegenden Tabletten. Alle Gegenstände wurden sichergestellt. 

Polizei findet bei Durchsuchung Crystal Meth

Auch der Fahrzeugfahrer und die Beifahrerin wurden durchsucht. Bei der 25-Jährigen entdeckten die Beamten geringe Mengen Crystal Meth. Ein Urintest des Fahrers auf Betäubungsmittel brachte zudem ein positives Testergebnis. 

Auf Anordnung der Staatsanwaltschaft wurde der beschädigte Fluchtwagen sichergestellt. Beim Fahrer, der zudem keinen Führerschein besitzt, wurde eine Blutentnahme durchgeführt.

Die Staatsanwaltschaft Nürnberg-Fürth hat inzwischen einen Haftantrag gegen den 28-Jährigen gestellt. Er wird dem Ermittlungsrichter zur Prüfung der Haftfrage vorgeführt, teilte die Polizei mit. Seine Lebensgefährtin wurde nach abgeschlossener Sachbehandlung entlassen.

Weitere Zeugenaussagen gesucht

Bei der Festnahme verletzten sich zwei Beamte und waren vorübergehend nicht mehr dienstfähig. An zwei Streifenwagen sowie am BMW entstand erheblicher Sachschaden in unbekannter Höhe.

Die Ermittlungen zu dem Fall übernimmt die Verkehrspolizeiinspektion Erlangen. Zeugen und Geschädigte des Vorfalls werden gebeten, sich telefonisch unter der Nummer 09131/760-414 bei der  Verkehrspolizeiinspektion Erlangen zu melden.