Eigentlich liegen Etzelskirchen und Saltendorf nur einen Katzensprung voneinander entfernt. Und doch trennen sie im Moment mehrere Kilometer. Seit Dienstagabend ist zwischen Etzelskirchen und Saltendorf kein Durchkommen mehr. Betroffen von der Sperrung sind vor allem Saltendorf und die Dörfer dahinter.

In Saltendorf reagieren die Bewohner noch gelassen: "Das ist kein riesiges Hindernis", sagt Landwirt Jürgen Peßler. Weil die Ernte bereits vorbei ist, trifft ihn die Sperrung nicht zu sehr. "Ich glaube, das muss einfach irgendwann gemacht werden", sagt er.

Ursprünglich sollte die Straße schon seit 16. Juli gesperrt sein. Dienstagabend wurden nun die entsprechenden Schilder aufgestellt. Am Mittwoch haben die Bagger dort bereits die Straße aufgegraben und Erde ausgebuddelt. Wenn ab nächstem Jahr die A 3 sechsspurig ausgebaut wird, müssen viele Brücken neu errichtet werden. So wie jene zwischen Etzelskirchen und Saltendorf.

Weil dabei eine Gasleitung im Weg ist, die neben der Staatsstraße verläuft, wird die Leitung verlegt. "Damit es kein Problem an der Brücke gibt, wenn die Autobahn gebaut wird", sagt Helmut Roloff, Pressesprecher bei "Open Grid Europe", dem Betreiber der Gasleitung. Die alte Gasleitung werde von der Brücke aus ein paar Meter weiter östlich, in Richtung der dortigen Felder, verlegt.

Eine Umleitung ist eingerichtet. Gelbe Schilder weisen um die Sperrung herum. Der Verkehr wird ab der Pfarrer-Eckert-Straße (St 2263) in Etzelskirchen über die Staatsstraßen Pommersfelden - Oberndorf - Sambach - Wind - Schweinbach - Bösenbechhofen nach Saltendorf umgeleitet. So teilt es das Landratsamt mit. Rund 15 Minuten fährt man deshalb von Etzelskirchen nach Saltendorf, was sonst nur einen Katzensprung entfernt ist.


Über die Ortsverbindungsstraße

Wer sich in der Gegend auskennt, weiß es natürlich besser: Ortskundige fahren von Etzelskirchen über Medbach nach Saltendorf. Oder umgekehrt. "Die Straße ist ja ausgebaut worden und jetzt echt schön", sagt eine Saltendorferin, die ihren Namen lieber nicht in der Zeitung lesen möchte. "Dann fährt man halt über Medbach, das ist nicht weiter schlimm", sagt sie.

Sie und Landwirt Jürgen Peßler kennen noch einen kürzeren Schleichweg: Der Buchenweg, der Kieferndorf mit Etzelskirchen verbindet. Auf dem können freilich keine größeren landwirtschaftlichen Geräte fahren. Dann hätte Peßler mit seinem Mähdrescher zumindest über Medbach fahren müssen. Aber auch das sei "kein Beinbruch", sagt Peßler.

Wozu braucht es dann überhaupt die längere Umleitung über die Staatsstraßen? "Wenn unsere Strecke gesperrt wird, versuchen wir das über unser Straßennetz umzuleiten", erklärt Dominik Reinhardt vom Staatlichen Bauamt Nürnberg.


Schafft die Straße den Verkehr?

Die Straße zwischen Saltendorf und Medbach sei womöglich gar nicht für den Schwerlastverkehr gedacht. Oder für ein höheres Verkehrsaufkommen. Zu groß sei sonst die Gefahr, dass Kreisstraßen oder, wie in diesem Fall eine Ortsverbindungsstraße, durch den Umleitungsverkehr beschädigt werden. "Jede Straße hat einen gewissen Anspruch was den Schwerlastverkehr oder die Anzahl der Fahrzeuge betrifft", sagt Reinhardt.

Eine weitere Begründung kommt aus dem Landratsamt. Die Umleitung über Medbach würde sich mit der geplanten Sperrung auf der B 470 überschneiden, teilt Pressesprecherin Hannah Reuter mit. Wenn ab Montag die B 470 zwischen der A 3-Anschlussstelle Höchstadt-Ost und Adelsdorf gesperrt ist, rollt durch Medbach bereits der Umleitungsverkehr. Und dann wird es eng in Medbach.