Gut fünf Jahre sind vergangen, seit die Bürger in Erlangen-Höchstadt mit 59:41 Prozent entschieden haben, dass sich der Landkreis nicht an der Stadt-Umland-Bahn (Stub) beteiligen soll. Mit 53:3 Stimmen stellte der Kreistag am Montag die Weichen um. Nun werden Verhandlungen aufgenommen, um eventuell dem Zweckverband Stub beizutreten und den von einer Reihe von Gemeinden gewünschten Ostast gefördert zu bekommen.

Man beschäftige sich wieder mit dem Thema, weil sich die Fördervoraussetzungen geändert haben, erklärte Landrat Alexander Tritthart (CSU). Jetzt gebe es mehr Zuschüsse, aber es seien auch noch "enorme Fragen" zu klären.

Georg Förster, ehemaliger Buckenhofer Bürgermeister und Sprecher von Libos (landkreisübergreifendes interkommunales Bündnis Ostast Stub), versuchte die Kreisräte zu überzeugen, dass neben dem Ast nach Herzogenaurach auch der Ostast dringend nötig sei. Dieser sollte über Uttenreuth, Dormitz, Neunkirchen bis nach Eschenau führen. Wenn man jetzt einsteige, könnte die Bahn in 20 Jahren fahren, so Förster.

Bereits zum Zweckverband Stub gehört neben Nürnberg und Erlangen auch Herzogenaurach. Die Pläne dieser drei Städte sind schon weit fortgeschritten. Vor diesem Hintergrund betonte Herzogenaurachs Bürgermeister German Hacker (SPD), dass seine Stadt schon erheblich in Vorleistung gegangen sei und keine Zeitverzögerung möchte. Das Projekt sollte weder politisch noch fördertechnisch gefährdet werden. Hacker: "Wir können und wollen auch keine Mehrkosten für den Landkreis tragen."

Nichts einzuwenden gegen die Aufnahme von Verhandlungen hatte Michael Schölkopf für die Fraktion der Freien Wähler. Vor einer Entscheidung wollen sie aber eine erneute Bürgerbefragung. Eine solche Forderung kommt auch von der FDP. Für CSU-Fraktionssprecher Walter Nussel wäre heute noch nicht der Zeitpunkt für eine Bürgerbefragung. Erst brauche man mehr Klarheit. Wolfgang Hirschmann (Grüne) fand es positiv, dass sich auch der Landkreis Forchheim beteiligen möchte. Maximilian Stopfer (JU) will sich die 140 Millionen Euro Zuschüsse von Bund und Land nicht entgehen lassen.

"Die Harmonie stören" musste Christian Beßler (AfD). Seine Fraktion halte die Stub für rückwärtsgewandt. Er forderte einen Stopp der Stub und dafür Elektrobusse. Auch Beßler will die Bürger befragen.

Beschlossen wurde übrigens auch, einen Höchstadt-Ast erneut zu eruieren.