Wieder zur Halbzeit geführt (13:11), dann aber erneut im zweiten Spielabschnitt Federn gelassen: Mit 24:27 unterlagen die Handballerinnen der TS Herzogenaurach in ihrem dritten Relegationsspiel. Diesmal scheiterte das Team jedoch nicht an den eigenen Nerven, sondern musste den Umständen Tribut zollen.

Aufgrund des personellen Aderlasses agierte die TSH in einer nie dagewesenen Aufstellung, in der Kristin Lang am Kreis die einzige Spielerin aus der etatmäßigen ersten Sechs war und fast über die gesamte Spieldauer hinten wie vorn durchs Feuer ging. Auf Linksaußen versuchte sich zunächst Kreisläuferin Corinna Merz, später übernahm Ilona Krämer aus der zweiten Mannschaft diesen Part. Im linken Rückraum bemühte Allzweckwaffe Laila Schneidereit, während Nina Bestle ihre angestammte Mittelposition rund 60 Minuten nach besten Kräften ausfüllte.

Ihr Bestes gab rechts neben ihr die monatelang verletzte Carole Mittelheisser so lange die Kräfte reichten, während auf der rechten Außenbahn Tanja Küffner zumindest 40 Minuten lang ihre bislang beste Leistung für die TSH, was symptomatisch war für die erneut tadellose Einstellung der Gastgeberinnen.


TS Herzogenaurach - SFN Vechta 24:27

All das aber hätte nicht gereicht, um mit 8:2 (13.) in Front zu gehen, wenn Torhüterin Juliane Gerling nicht erneut eine wahre Glanzleistung gezeigt hätte. Bei den Gästen fehlte die üblicherweise überragende Torschützin Tina Schwarz, was dem Favoriten zu Beginn erkennbar zusetzte. Dann jedoch fand sich Leonie Wöbking (zehn Tore) auf der Mittelposition immer besser zurecht und war maßgeblich daran beteiligt, dass Vechta wieder Boden unter die Füße bekam.

Ein Torhüterwechsel beim Stand von 11:5 (18.) brachte den Niedersachsen mehr Sicherheit, und die TSH tat sich trotz aufopferungsvollem Kampf zunehmend schwer, für Entlastung zu sorgen, obwohl die angeschlagene Laura Wedrich und Christine Zimmermann als Ergänzungsspielerinnen vorbildlich zur Verfügung gestellt hatten.

Vechta kam nach dem Seitenwechsel zu einigen einfachen Treffern über Gegenstöße. In der 38. Minute schaffte es Herzogenaurach noch einmal auszugleichen, ansonsten hielt primär SFN-Linkshänderin Leonie Wöbking die nie resignierenden Gastgeberinnen auf Distanz. Als Wöbking in Pressdeckung genommen wurde (52.), war die Partie bereits entschieden.

"Wir haben großartig begonnen, was man so nicht voraussetzen konnte. Dass der Gegner sich irgendwann fangen würde war klar, doch dann haben wir uns die Begegnung aus der Hand nehmen lassen", sagte TSH-Trainer Klaus Watzinger.

Zwar gibt es am kommenden Donnerstag noch ein Rückspiel, die Aussichten darauf, die erforderlichen Tore aufzuholen, sind jedoch nicht rosig. Wobei es bewundernswert ist, wie es die TSH immer wieder schafft, sich neu zu motivieren.
TSH: Gerling, Ebersberger - Krämer, Wedrich (8/3), Bestle, Schneidereit (2), Zimmermann (2), Lang (3), Merz, Mittelheisser (2), Küffner (7)