Die Herzogenauracher Handballherren haben in der Bezirksoberliga einen zumindest auf dem Papier erwartbaren Auswärtserfolg gefeiert und schließen das Jahr mit einer ausgeglichenen Bilanz von je sechs Siegen und Niederlagen ab. Das unterlegene Schlusslicht aus Buckenhofen gab nach der Klatsche die Verpflichtung eines neuen Trainers bekannt, nachdem Detlev Hauer vor zwei Wochen zurückgetreten war.


SV Buckenhofen - TS Herzogenaurach 23:38

Mit dem klaren Ziel, den Aufwärtstrend zu bestätigen und das Jahr positiv abzuschließen, fuhr die Mannschaft um Trainer Ingo Kundmüller zum ersten Rückrunden- und zugleich letzten Ligaspiel 2017 zum Tabellenletzten. Entsprechend hatten sich die Gäste unter der Woche auf eine Mannschaft vorbereitet, die wohl den letzten Strohhalm ergreifen wollte, zumal sie zu Hause durchwegs positive Ergebnisse erzielt hatte.

Zunächst schien es tatsächlich eine ausgeglichene Partie zu werden (3:3, 4:4), doch bereits ab der siebten Minute setzte sich die TSH durch hervorragendes Zusammenspiel mit dem immer wichtiger werdenden Kreisläufer Julian Hagen auf 7:4 ab und zwang Buckenhofen zu einer frühen Auszeit. Auch Kundmüller nutzte die Gelegenheit und mahnte, die Konzentration hochzuhalten und nicht nachzulassen.

Nach der Auszeit waren die Herzogenauracher noch effektiver und eilten bis vier Minuten vor der Halbzeitpause vorentscheidend auf 19:9 davon. Die Schuhstädter durchbrachen die gegnerische Abwehr immer wieder dank eines strukturierten Aufbauspiels und schlossen mit teilweise sehenswerten Aktionen konsequent ab. Kleiner Wermutstropfen: Der zweikampfstarke Rückraum-Mitte-Spieler und Kapitän Jonas Hirning musste mit einer Platzwunde ins Krankenhaus.
Fortan übernahm der erst 17-jährige Spielmacher Johannes Bellmann auf beeindruckende Art und Weise dessen Position sowie die Regie auf dem Feld. Immer wieder dirigierte er geschickt seine Nebenleute, so dass die Herzogenauracher bis zum Seitenwechsel auf ein nahezu uneinholbares 22:10 erhöhten.

In der Kabine forderte Kundmüller, das Ergebnis nicht zu verwalten, sondern auszubauen. Aber zunächst stockte der Motor aufgrund einiger teils unnötiger Zeitstrafen gegen die Turnerschaft. Trotz Unterzahl ließen die Mittelfranken aber nur wenige Torchancen der Heimmannschaft zu und hielten die Tordifferenz konstant. Der Gästecoach gab fortan allen Akteuren - vor allem den jüngeren - genügend Einsatzzeit; so stand in der zweiten Halbzeit eine Mannschaft mit einem Durchschnittsalter von gerade einmal 20 Jahren auf dem Feld.


Buckenhofen verkürzt minimal

Zwar fehlte es zu Beginn der zweiten 30 Minuten an Konsequenz, was den Buckenhofenern die Möglichkeit gab, auf 20:30 zu verkürzen, aber das reichte nicht einmal für einen Funken Hoffnung beim Schlusslicht. Denn dann bestätigten alle TSHler das Vertrauen des Trainers und zeigten ansprechenden Leistungen. Die Abwehr stand wieder solide und agierte bissiger, im Angriff gelangen selbst unerwartete, aber sehenswerte Aktionen in verschiedenen Formationen. Erwähnenswert war das Rückraum-Schlagwurftor des Rechtsaußen Tobias Wayand, der sich ebenfalls gut entwickelt.


Positives Torverhältnis

Mit dem 38:23 schraubten die Auracher ihr Torverhältnis klar ins Positive und erreichten ihr Halbjahresziel, nachdem der Verein einen enormen Umbruch eingeläutet hatte. Mit vier Siegen aus den vergangenen fünf Partien zog sich das Team aus dem Sumpf und trieb die Entwicklung in die richtige Richtung voran. YW
TSH: Mayer, Kammerer - Yannick Wayand (1), Hirning (3), Sieber, Tobias Wayand (2), Janson (4), Bellmann (3), Wonner (4), Freund, Jonas (4), Marks (5), Schwandner (10), Hagen (2)


Buckenhofen gräbt Schatz aus

Inzwischen hat der SV Buckenhofen seine Suche nach einem Nachfolger für Detlev Hauer erfolgreich beendet. Der frühere SVB-Akteur Christoph Schatz beerbt den ehemaligen Coach der HSG Erlangen/Niederlindach und wird die "Buckis" zum ersten Mal am Samstag im Kellerduell mit dem HC Weiden betreuen. red