Nach einem hart umkämpften und spannenden Spiel mussten sich die Regionalliga-Basketballer der TS Herzogenaurach beim VfL Treuchtlingen vor gut 800 Zuschauern mit 80:90 geschlagen geben und müssen nun tunlichst schauen, aus den beiden abschließenden Spielen gegen Vilsbiburg und den Tabellenletzten aus Zwickau noch einen Sieg zu holen, denn die Abstiegsgefahr ist noch nicht gebannt.


VfL Treuchtlingen - TS Herzogenaurach 90:80

Fast, ja fast hätten die Longhorns den wichtigen Erfolg bereits im Mittelfrankenderby feiern können, denn sie spielten von Beginn an gut mit und dominierten zunächst unter dem Korb. Ben Gahlert (25 Punkte) schüttelte seine Gegenspieler ein ums andere Mal mit roher Athletik ab. Doch der VfL blieb dran in Person von Tim Eisenberger, der die TSH mit Tempobasketball immer wieder vor Probleme stellte, weil sie nicht schnell genug von Angriff auf Verteidigung umschaltete. So entwickelte sich ein unterhaltsames Spiel, in dem es nach zehn Minuten 21:19 stand.

Das zweite Viertel wurde ähnlich intensiv geführt, wobei keine Mannschaft sich einen klaren Vorteil erspielte. Patrick Horstmann und Daniel Krause übernahmen für die TSH das Punkten, während die Treuchtlinger weiter meist aus dem Fast Break erfolgreich waren. Hauptprofiteur war Simon Geiselsöder, der mit 22 Punkten Topscorer der Hausherren war und den Gästen immer wieder davonlief und den VfL in Führung hielt (47:43).

Die Aurachstädter kamen besser aus der Halbzeitpause, Vedran Nakic sorgte mit zwei schnellen Dreiern für den Ausgleich (49:49). In der Folge wechselte die Führung hin und her. Die TSH spielte den Ball häufig unter den Korb, um dort ihre Vorteile durch Gahlert und Horstmann zu nutzen, während Treuchtlingen auf das Pick and Roll ihres Topduos Eisenberger/Schmoll setzte. Beide Spielansätze führten zum Erfolg, kein Team schaffte es, die Offensivbemühungen des anderen einzuschränken. Dann jedoch drehte Florian Beierlein auf und brachte die Gastgeber wieder auf die Siegerstraße (71:65).

Trotzdem blieb die Partie auch im Schlussabschnitt hart umkämpft. Die Herzogenauracher versuchten, den VfL durch wechselnde Verteidigungen aus dem Rhythmus zu bringen, was aber misslang. Angeführt von Mike Kaiser, der nun Verantwortung übernahm, wurden die Attacken der Gäste immer wütender, doch die Teamverteidigung der Treuchtlinger funktionierte prächtig, so dass der TSH keine Wende mehr gelang.

"Wir haben heute ein starkes Spiel abgeliefert, aber Treuchtlingen war mit diesen Fans im Rücken heute einfach einen Tick besser. Wann immer sie eine kurze Schwächephase hatten, peitschte sie der Hexenkessel wieder vorwärts", sagte TSH-Coach Benedikt Aumeier nach der Partie. "Wir müssen nun dringend zwei gute Trainingswochen hinlegen, damit wir noch eines der beiden ausstehenden Spiele gewinnen können." Zu Hause gegen Vilsbiburg könnte wie schon im Hinspiel eine Überraschung gelingen. Es wäre natürlich schön, den Klassenerhalt im letzten Heimspiel der Saison zu sichern, betonte Aumeier.

TSH: Horstmann (14), Gahlert (25), Krause (17), Glöser, Klaußner, Nakic (9), M. Kaiser (7), Übbing, Dinkel, Meredith (8), V. Kaiser