Na klar haben sie alle sein Tor gegen Borussia Dortmund gesehen. Spätestens, seit Sebastian Polter im Abschiedsspiel für Marek Mintal das zwischenzeitliche 3:2 gegen den deutschen Fußballmeister erzielt hat, ist der Neuzugang des 1. FC Nürnberg in aller Munde. Was für ein Glück also für die Mühlhausener Mittelschüler, dass ausgerechnet der 21-jährige Club-Stürmer ihr Hauptgewinn war.
Schon vor gut einem Jahr hatte Lehrerin Beate Ehbauer-Dörres die Idee gehabt, sich am Fotowettbewerb "Wir sind der Club" zu beteiligen, und ihr Kollege Peter Kittel fotografierte die Schüler, wie sie im Schulhof die Buchstaben "FCN" bildeten. "Nur die Clubfans durften aufs Bild", erzählt Kittel schmunzelnd, und die Fünft- bis Neuntklässler wurden für ihren Einsatz belohnt. Sie kamen auf einen von drei ersten Plätzen und gewannen ein Training mit einem Club-Profi.
Das übernahm nun Polter. "Alle im Kader kommen mal dran", erklärte er, "aber ich mache das gerne". Schließlich habe er sich als kleiner Knirps auch über den Besuch eines Profi-Fußballers gefreut. Nun stellte er sich den Fragen von Lehrern und anfangs eher schüchternen Schülern. Er berichtete bereitwillig, dass er nach dem Weggang vom VfL Wolfsburg nach Erlangen gezogen ist, dass ihm die Nürnberger Altstadt sehr gut gefällt und dass er mit dem fränkischen Dialekt bisher keine Probleme hat.

Ein Tor gegen den Profi

Dann ging es aber ans runde Leder, und sofort tauten auch die Schüler auf. Polter leitete in Jeans und mit Basecap über seiner schon fast berühmten Irokesen-Frisur verschiedene Übungen vom Aufwärmen über Torschusstraining bis zum Doppelpass. Beim Abschlussspiel stellte sich der gebürtige Wilhelmshavener ins Tor, wo er bis zu seinem 15. Lebensjahr auch im Verein spielte. Erst 2005 begann er seine Stürmerkarriere, die ihn über Eintracht Braunschweig und Wolfsburg nach Nürnberg geführt hat.
In Mühlhausen musste er erstmal einen Treffer des jungen Danial hinnehmen, der zur kommenden Saison für die JFG Ebrach-Aisch die Fußballschuhe schnürt. "Das war schon ein gutes Gefühl, gegen einen Profi zu treffen", sagte Danial hinterher, "auch wenn er eigentlich ein Stürmer ist". Polter nahm es locker, schließlich endete die Partie 1:1, und seine Autogramme waren trotzdem noch begehrt.