Wer regelmäßig bei Laufveranstaltungen in der Region startet, der sucht die Abwechslung. Der Querläufer will seine Freude am Sport mit anderen Läufern teilen. Mit dem Langstreckenteam des FSV Großenseebach war er durch die Straßen Erlangens unterwegs: runter vom Wald- und Wiesenweg, rauf auf Teer, Asphalt und Kopfsteinpflaster. Ein Lauf in und um Erlangen.

Weg vom Laufen im "old-fashioned-style", neue Pfade beschreiten. Laufen im Grünen war gestern. Natürlich ist Laufen dort am schönsten, wo man nicht von anderen Verkehrsteilnehmern bedrängt wird. Draußen im Grünen, wo Vögel zwitschern, wo man saubere Luft hat. Aber Abwechslung tut gut, die "Runners World" hat mich auf die Idee gebracht. In New York macht man es, in London, München und Hamburg auch. Läufer erobern sich die Städte zurück. Auf Asphaltwegen durch die Innenstädte.

Querläufer:Du warst sofort interessiert. Dich musste ich nicht zweimal fragen.
Walburga Mayers: Stimmt. Öfters mal etwas Neues. Der heutige Lauf ist einmal ganz anders.

In Alterlangen sind wir gestartet und laufen über den Regnitzgrund an Wöhrmühle und Gerberei vorbei zum Erlanger Marktplatz. Bevor wir auf rotem Teppich in den Schlossgarten einlaufen, findet am Brunnen das erste Fotoshooting statt. Roter Teppich? Richtig, der liegt noch vom Schlossgartenfest aus. Einem interessierten Spaziergänger muss ich unsere Aktion erklären. Der neue Trend heißt: Laufen in der Stadt. Vor wenigen Jahren wäre es noch undenkbar gewesen, in Laufgruppen durch urbane Gegenden zu streunen. Heute ist es die coolste Art des Lauftreffs, die es gibt. Der Mix macht es: einmal durch Wald und Flur, ein andermal auf Trails und dann mitten durch die Stadt.

Leon Terentiv:Wie sieht es aus: laufen wir auch durch den Botanischen Garten?
Querläufer: Na klar, wenn wir schon einmal hier sind. Alles nach Lust und Laune. Heute läuft keine Uhr.
Schließlich führt unser Weg durch die Füßgängerzone, an den Arcaden und am Rathausplatz vorbei zum Ohmplatz. Am Mahnmal zur deutschen Einheit ist der nächste Fototermin. Das Wetter spielt auch mit. Sonne-Wolken-Mix bei angenehmen Temperaturen. Ideal für uns. Der Röthelheimpark ist unser nächstes Ziel. Der dortige Coffee-Shop dient uns als erste Verpflegungsstation. Wir haben die Hälfte unserer Strecke erreicht.

Querläufer:Hast Du Lust auf einen Cappuccino?
Veronica Gottesbüren: Gerade nicht, aber eine Cola wäre jetzt gut.

Ein kleines Päuschen kann nicht schaden. Danach geht unser Long Jog ganz locker weiter nach Sieglitzhof und von dort auf die Spardorfer Höhe. Vorbei sind die Zeiten, als beim Laufen martialische Sitten herrschten. Gruppentrainings wurden zu wilden Ausscheidungsrennen, bei denen nur die Härtesten übrig blieben. Für Hochleistungssportler akzeptabel, aber für uns als gemischte Laufgruppe schwer praktikabel.
Intervalltrainings machen wir zwar auch, jedoch alles zu seiner Zeit. Jetzt gibt uns das Gelände das Tempo vor. Durch den Meilwald geht es bergauf und bergab. Ruck zuck sind wir am Burgberg. Unser nächster Stopp führt uns durch den Skulpturengarten.

Querläufer:Wir legen jetzt eine Gehpause ein. Kennst Du den Skulpturengarten?
Ralf Rosin: Ja, zu Ehren des Erlanger Bildhauers Heinrich Kirchner wurde von der Stadt Erlangen der Skulpturengarten errichtet. An Kirchners 80. Geburtstag wurde er von ihm persönlich eingeweiht.

Der Skulpturengarten lädt zu einem Fotoshooting der besonderen Art ein. Doch wir müssen weiter. Vorbei an den Kellern zu unserer zweiten Verpflegungsstation. Das Eiscafé Venezia. Nach dem Viertelfinal-Aus Italiens ist die Stimmung hier etwas gedrückt. Aber egal, die Italiener sind gute Fußballer und das beste Eis machen sie auch. Nach der Schlemmerei geht es über den Wiesengrund zurück nach Alterlangen. Unser Cityrun findet sein Ende.

Ursula Gößmann:Das müssen wir unbedingt einmal wiederholen.
Querläufer: Auf jeden Fall. So ein "Urban Trail" hat auch sein Flair, aber in der nächsten Zeit gehen wir wieder ins Gelände. Abwechslung muss sein.

Run happy and smile!
Euer Querläufer