Ohne Überraschungssieger endeten die Clubmeisterschaften des GC Herzogenaurach. Die Favoriten setzten sich in allen vier Klassen durch, bei den Damen allerdings erst im Stechen. Bei den Herren und Senioren fiel die Entscheidung nach zwei Tagen erst am letzten Loch. Nur bei den Seniorinnen war die Ausnahmestellung von Janina Langer deutlich spürbar.

Die Herren spielten den Titel erstmals in drei Runden aus, jeweils von verschiedenen Abschlägen. Damit traten auch taktische Überlegungen stärker in den Vordergrund. Auf den kürzesten Bahnen schien zunächst ein Quartett für den Titelgewinn in Frage zu kommen: Marco Dietrich und Florian Dittrich gelangen mit je 67 Schlägen die besten Ergebnisse vor Sebastian Schalt (68) und Dean Berniger (71). Nach den zweiten 18 Bahnen fielen Florian Dittrich und Dean Berniger zurück.

Harter Kampf an der Spitze

Sebastian Schalt lag danach einen Schlag hinter Marco Dietrich in Lauerstellung (142:141), während Christopher Sehn, der schwach gestartet war, gewaltig aufholte. Ihm blieb allerdings nur Rang 5 (227 Schläge) hinter Berninger (226) und Dittrich (225). An der Spitze lieferten sich Marco Dietrich und Sebastian Schalt einen harten Kampf, der erst auf der letzten Bahn entschieden wurde. Der Neuzugang aus Burgoberbach, der als zweiter Herzogenauracher neben Klaus Dittrich, der nicht gemeldet hatte, ein Plus-Handicap besitzt (+0,3), erwies sich als nervenstärker und holte sich auf Anhieb seinen ersten Clubmeistertitel. Marco Dietrich bewies nach einem vorübergehenden Tief in der Regionalligarunde, dass er sich wieder gefangen hat.

Hinter den ersten Fünf überraschte Justus Pehl, der nach einem famosen Beginn (78 Schläge) auf 244 kam und ein gutes halbes Dutzend stärker eingeschätzter Konkurrenten hinter sich ließ. Martin Love vergab eine bessere Platzierung durch einen schwachen Beginn, trumpfte aber im letzten Durchgang (76) auf, während Lars Leverenz nur auf den zweiten 18 Bahnen überzeugen konnte. Frank Dörr fiel nach gutem Start (75) ab. DiesesTrio landete mit je 245 Schlägen auf den Plätzen sieben bis neun. Einen Schlag dahinter blieb Maximilian Marten (246) nach einer 77er-Schlussrunde.

Showdown am letzten Loch

Bei den Damen schien es nach einer Überraschung auszusehen, denn Sylke Kolb ging mit drei und weniger Schlägen Differenz auf die zweite Runde. Sabine Sieber und Sabine Groß versuchten, ihre Kollegin einzuholen. Das gelang Letzterer am letzten Loch, als sie vier Schläge Rückstand aufgeholt hatte, während Sabine Sieber nur einen Schlag gutmachte. Im erforderlichen Stechen holte sich am Extraloch auf der Bahn 1 Sabine Groß gegen Sylke Kolb, die im Laufe der Saison einen enormen Aufwärtstrend an den Tag gelegt hatte. Jakkie Carla Redl (174), Claudia Sieber (175), Christina Ignor (177) und Janet Dahn (184) belegten die Plätze 4 bis 7. Dahinter folgte Christina Franken (193) vor den Jungtalenten Denise Kraft und Carla Schiele.

Für einige der Damen steht noch ein Saisonhöhepunkt bevor: am 14. September spielen die Herzogenauracher Jungseniorinnen um den Aufstieg in die höchste bayerische Liga in Lauterhofen, darunter Sylke Kolb, Jakkie Carla Redl, Janet Dahn und Katrin Sieber.

Franz Ertl dreht im Finale auf

Bei den Seniorinnen hatte Janina Langer nach 174 Schlägen einen klaren Vorsprung vor Maria Anna Schulte (181). Dicht gedrängt folgten Ina Hübel, Monika Holtmann (beide 182), Katrin Sieber (183), Margarete Wild (185) und Marianne Hahn (188). Bei den Senioren schien sich eine Überraschung anzubahnen. Manfred Bierlein lag vor den arrivierten Spielern mit 79 Schlägen in Front. Nur Siegfried Tretter (80) konnte mithalten. Doch dann kam die Stunde von Franz Ertl, der nur auf Rang 3 gelegen hatte. Fünf Schläge musste der Hauptendorfer aufholen, um sich an die Spitze zu setzen.

In einem spannenden Finale behielt er dann die Oberhand. Siegfried Tretter (166) wurde hinter Ertl (165) knapp geschlagen. Der letztjährige Vizemeister Manfred Bierlein (167) rettete noch Platz 3, obwohl er in der zweiten Runde weit unter seinen Möglichkeiten blieb. Dahinter folgten Stephen MacLeod (169), Franjo Medic (171), Helmut Jakesch (172) und Herbert Hamper (174).