Erst sah es nicht so aus, als ob Milan Kostourek noch der Mann des Spiels werden würde. Im ersten Drittel wurde der Tscheche so hart gecheckt, dass er sogar seinen Helm verlor. Danach war er beim 7:1-Sieg seines Teams über die Eisbären Regensburg an sechs Toren direkt beteiligt. Mit diesem historisch hohen 7:1 (2:1, 3:0, 2:0) sorgten die Höchstadter für die erst zweite Saisonniederlage des Titelaspiranten der Eishockey-Oberliga Süd. "Ich habe vor dem Spiel ein Schnitzel gegessen, da hab ich schon gewusst, dass das ein super Spiel wird", sagte Kostourek, der es bedauerte, dass die Fans nicht live vor Ort sein konnten.

Besserer Start für die Eisbären

Die Regensburger waren erst knapp vor 20 Uhr im Eisstadion am Kieferndorfer Weg angekommen. Der Grund: Nach einer Autobahn-Vollsperre standen sie im Stau. Die Schiedsrichter nahmen das aber nicht zum Anlass, den Bully nach hinten zu schieben. Und zuerst sah es auch nicht danach aus, dass die Eisbären einen Nachteil hätten. Bereits nach zwei Minuten und 47 Sekunden drückte Nikola Gajovsky nach Doppelpass mit Richard Divis den Puck an Höchstadts Goalie Benjamin Dirksen vorbei - 0:1. Was danach geschah, ist vor allem Milan Kostourek zu verdanken.

Der vor einigen Tagen 38 Jahre alt gewordene Tscheche erzielte mit einer Direktabnahme ins kurze Eck den Ausgleich (13.). Danach reichte ein Pass von Schlitzohr Kostourek aus, um die gesamte Eisbären-Abwehr auszuhebeln. Niklas Jentsch erzielte das 2:1 sehenswert mit der Rückhand (19.) - sogar vom "Tor des Monats" sprach Kommentator Lukas Meyer von Sprade.TV.

Im zweiten Drittel ging es ziemlich schnell: Anton Seewald leitete einen Angriff mit Jari Neugebauer und Kostourek ein und schloss selbst ab - 3:1 (33.). Und es wurde noch bitterer für Regensburg: Nachdem Gajovsky für vier Minuten auf die Strafbank musste, erzielte Kostourek das 4:1 (38.). Und dem noch nicht genug: Einige Sekunden später wiederholte Kostourek seinen Treffer zum 1:1, Höchstadt lag mit 5:1 in Führung. Gegen Regensburg. Dem Titelaspiranten. Der bis dato erst ein Spiel verloren hatte.

Kostourek sorgt für Kopfschütteln

Das Kopfschütteln von Eisbären-Trainer Max Kaltenhauser wurde immer heftiger, je länger die Partie dauerte. HEC-Trainer Mikhail Nemirovsky machte alles richtig, indem er seine Taktik im letzten Drittel nicht veränderte. Kostourek erzielte mit der Rückhand das 6:1 nach Vorlage von Michail Guft-Sokolov (44.). Spätestens jetzt avancierte der Tscheche zum Mann des Spiels. Der Schock war den Regensburgern von den Gesichtern abzulesen. Jentsch machte den Deckel mit einem Alleingang drauf, er eroberte sich den Puck und schloss zum 7:1 ab (58.). Es blieb das einzige Tor, an dem Kostourek nicht beteiligt war. Die Eisbären verließen das Eis der "grünen Hölle", wie das Eisstadion in Höchstadt genannt wird, nach dem Pfiff des Schiedsrichters sehr schnell.