31 Punkte, Platz 5 in der Oberliga Süd und ein Kantersieg gegen Regensburg: Die Brust des Höchstadter EC könnte derzeit kaum breiter sein. Dass das 7:1 gegen die Eisbären keine Eintagsfliege war, will der HEC am Sonntag (18 Uhr) gegen Deggendorf beweisen. Doch für den siebten Heimsieg nacheinander muss Höchstadt einigen Fallen ausweichen.

Oberliga Süd, Männer

Höchstadter EC (5.) - Deggendorfer SC (8.)

Nach drei Spielen binnen fünf Tagen können die Alligators etwas durchschnaufen. Am Freitag war der Höchstadter EC spielfrei, umso länger konnten die Mittelfranken genießen, was ihnen in diesen drei Partien gelungen ist: In Weiden (3:2) und Memmingen (7:4) wurde der Auswärts-Fluch gebrochen, es folgte der bisherige Saison-Höhepunkt gegen Regensburg.

"Das fühlt sich super an, gerade in Memmingen und gegen Regensburg hat gefühlt alles geklappt", schwärmt HEC-Torhüter Benjamin Dirksen. Aus einer stabilen Defensive heraus schafften es die Alligators, ihre Chancen zu nutzen - und aus Überzahlsituationen Kapital zu schlagen.

Sieben Überzahltore erzielte Höchstadt in den vergangenen zwei Spielen, in den 17 Saisonspielen zuvor traf der HEC nur sechs Mal im Powerplay. Was macht Höchstadt jetzt besser als zu Saisonbeginn?

"Viel haben wir eigentlich nicht verändert. Wir haben zwei ganz unterschiedliche Powerplay-Formationen. Die erste Reihe zentriert sich stark auf Milan Kostourek, der immer wieder Abschlüsse sucht. Im zweiten Special Team gehen wir mehr auf die Abpraller, vor allem Michail Guft-Sokolov arbeitet da sehr gut am Torraum", erklärt Dirksen. Passiv verteidigende Gegner, das nötige Glück und der Glaube an die eigene Stärke: Es sind verschiedene Faktoren, die dazu führten, dass bei Vierfach-Torschütze Kostourek der Knoten platzte und die Alligators ihre Powerplay-Statistik aufpolieren konnten.

"Wichtig ist jetzt, dass wir auf dem Boden bleiben und gegen Deggendorf weiter konzentriert arbeiten. Aber dafür wird Nemo schon sorgen", sagt Dirksen.

Deggendorfer Topstar ist zurück

Allzu schwer dürfte es HEC-Coach Mikhail Nemirovsky nicht fallen, sein Team auf Deggendorf einzuschwören. Zwar ist der DSC nur Tabellenachter, doch mit Thomas Greilinger kehrte der Topscorer nach einer Thrombose-Erkrankung zurück. 80 Scorerpunkte in 35 Spielen der Vorsaison gelangen Greilinger, der die ohnehin starke Deggendorfer Offensive wieder komplettiert.

"Auf dem Papier ist Deggendorf besser besetzt als wir. Sie haben eine sehr erfahrene Truppe, die durch die Rückkehr von Greilinger noch stärker ist. Aber wir haben im ersten Spielgezeigt, dass wir mithalten können", sagt Dirksen.

Ein einmaliges Gegentor im Hinterkopf

Gerade dem Höchstadter Torhüter wird das 3:5 beim DSC Anfang Dezember wohl lange in Erinnerung bleiben: Kurz vor der ersten Drittelpause feuerte Deggendorfs Andreas Gawlik von der blauen Linie eigentlich weit drüber. Doch von der Plexiglasscheibe prallte der Puck zurück vors Tor, an Dirksens Rücken und zum zwischenzeitlichen 1:1 ins Höchstadter Tor.

"Solch ein Gegentor fange ich einmal in meinem Leben. Wir hatten in dem Spiel nicht gerade das Glück auf unserer Seite. Vorne haben wir unsere Chancen nicht genutzt. Das wird am Sonntag hoffentlich anders sein", sagt Dirksen.

Sollte die Höchstadter Siegesserie am Sonntag dennoch reißen, bietet sich den Alligators die schnelle Chance zur Revanche: Weil das Heimspiel gegen Passau verlegt wird, sind die Alligators nach Sonntag erst kommenden Freitag im Einsatz. Dann geht es zum letzten Vergleich dieser Saison nach Deggendorf.

Ob zuhause oder auswärts - Höchstadt will weiter punkten. Dafür fordert Dirksen von seinem Team die nötige Schärfe: "Die Regensburger haben uns nach der schnellen Führung unterschätzt. Das wird Deggendorf sicher nicht machen. Wir sind kein Underdog mehr."