Lange haben sich die Hemhofener Footballer Zeit gelassen. Nachdem sich Anfang des Jahres Thomas Sinner und Jens Gödel aus privaten Gründen zurückgezogen hatten, war die Trainerposition beim Landesligisten über mehrere Monate vakant.

Bedingt durch die Absage der Saison in diesem Jahr konnten sich die Gechers diese Zeit bei der Trainersuche aber auch nehmen. Und gelohnt hat sich die Geduld scheinbar, denn mit Headcoach Brian Madison und Offensive Coordinator Garrett Kimler konnte man ein erfahrenes Duo verpflichten.

Die beiden US-Amerikaner, die schon länger in der Region verwurzelt sind, arbeiteten bereits mehrere Jahre erfolgreich in Bamberg bei den Phantoms und Bucks zusammen. 2016 spielte Kimler als Tight End unter Madison bei den Phantoms. Danach wechselte er an die Seitenlinie. 2018 marschierten sie mit den Bucks ungeschlagen durch die Landesliga und stiegen in die Bayernliga auf.

Nun also Hemhofen. Was auf den ersten Blick wie ein Rückschritt wirkt, sehen beide Coaches vielmehr als Chance. Zum Ende ihrer Zeit bei den Bucks stimmte die Atmosphäre nicht mehr so recht, aber in Hemhofen hätten sie ein sehr hungriges und talentiertes Team vorgefunden. Der Kontakt zu den Gechers sei über seinen Sohn und private Kontakte zustande gekommen, erzählt Madison. "Eigentlich dachte ich nach dem Ende bei den Bucks, dass ich nicht nochmals trainieren möchte, aber ich habe wieder Feuer gefangen." Beide Trainer betonen die gute Atmosphäre. Auch wenn hier alles etwas kleiner und noch nicht so professionell wie in Bamberg sei, so spüre man in jedem Training, dass sich die Spieler unbedingt verbessern wollen.

Mehr Flexibilität

Verbessern will Kimler auf jeden Fall die Variabilität in der Offensive. Das in den letzten beiden Spielzeiten sehr lauflastige Spiel der Gechers soll mehr Passspiel beinhalten und moderner werden. "Auch die Spieler wollen das so und man kann sich da durchaus in Videos vieles abschauen." Kimler bekommt auf diesem Weg viele Freiheiten von seinem Headcoach. "Ich würde unter keinem Trainer lieber arbeiten", betont er - die Chemie zwischen beiden stimmt.

Wie zur Bestätigung gibt Madison dieses Kompliment zurück. Er habe großes Vertrauen in seinen Assistenten und sehe ebenfalls einen Schlüssel darin, das eigene Spiel aktiver zu gestalten. Wie das im Endeffekt aussieht, müsse man noch abwarten. "Ein Fehler wäre es, unbedingt mein System durchdrücken zu wollen." Vielmehr müsse man das System an den Spielern ausrichten und als Trainer nicht zu viel Arroganz an den Tag legen.

Madison, der das Team erst seit ein paar Wochen betreut, hat aber schon eine gute Entwicklung festgestellt. Damals bei den Bucks sei auch alles sehr schnell gegangen. Und eine ähnliche Erfolgsstory möchte er jetzt in Hemhofen schreiben. Die Teams in der Landesliga seien gute Gegner, aber man müsse sich im nächsten Jahr sicher vor keiner Mannschaft verstecken.

Der Titel soll es sein

Das Ziel ist die Meisterschaft, nichts weniger, fomuliert Madison selbstbewusst. Die Gechers geben sich also angriffslustig. Ab dem Frühjahr 2021 wird sich zeigen, ob Madison/Kimler auch mit Hemhofen durch die Landesliga marschieren.

Verstärkung ist aber dennoch gern gesehen. Nicht nur für das Landesliga-Team, sondern auch für den Nachwuchs der Hemhofener: Am Samstag, 24. Oktober (11 bis 16 Uhr), veranstalten die Gechers einen Tryout-Tag für interessierte Erwachsene und Kinder am Sportplatz Hemhofen.