Was haben Zé Roberto, Claudio Pizarro und Reinhard Niebler gemeinsam? Bei allen handelt es sich um Fußballer, die - trotz fortgeschrittenen Alters - mit ihren Leistungen noch immer für positive Schlagzeilen sorgen. Letzterer hatte eigentlich die Tretstiefel schon lange an den Nagel gehängt. Doch für seinen Heimatverein SV Poxdorf erklärte sich der 41-Jährige noch einmal bereit, die Mission Klassenerhalt in der Kreisklasse 2 anzugehen.

Von wem wurden Sie angespielt?
Reinhard Niebler: Heinz Halmer. Ich habe ihn 2007 kennengelernt, als er mich als frischgebackener Poxdorfer Spielertrainer nach dem Abstieg in die A-Klasse gelockt hat. Vier Jahre habe ich unter ihm gespielt. In dieser Zeit ist uns mit dem Durchmarsch in die Kreisliga der größte Erfolg der Vereinsgeschichte gelungen. Ich habe selten so einen fußballverrückten Trainer gesehen. Wenn man sich seine Vita genau anschaut, merkt man schnell, was für ein Typ Heinz ist: Er hat mit allen Klubs Erfolg und stand überall mehrere Jahre in der Verantwortung. Das muss man ihm hoch anrechnen.

Fußballverrückt trifft auf Sie jedoch ebenfalls zu. Immerhin zählen Sie mit Ihren 41 Jahren auf dem Rasen schon zu den "Alten Hasen".
Ich wollte dieses Jahr bei den Alten Herren des SVP spielen. Nach einer Partie kam der Hilferuf aus der Ersten, die den Abgang einiger Leistungsträger, vor allem in der Defensive zu verzeichnen hatte. Aus dem Aushelfen wurde ein längerfristiges Engagement. Meine Motivation ist es, den drohenden Doppelabstieg zu verhindern und meinem Heimatklub in dieser misslichen Lage zu helfen. Ich habe aber immer betont, den Jungen nicht den Weg versperren zu wollen. Nach dieser Saison ist definitiv Schluss. Ich werde im Sommer zum vierten Mal Vater, bin als Hausarzt eingespannt und trainiere eine Jugendmannschaft in Schlaifhausen.

Wie ist Ihr Verhältnis zu den teilweise 20 Jahre jüngeren Mitspielern?
Als ich 2007 nach Poxdorf zurückkehrte, habe ich mit Spielern zusammengekickt, die ich einst in der F-Jugend trainiert hatte. Das ist schon eine bemerkenswerte Geschichte. Aber mit den Jungs funktioniert alles reibungslos. Ich versuche, sie mit meiner Erfahrung mitzuziehen und bleibe durch sie wiederum selbst jung. Bei Party- und Discoabenden klinke ich mich aber eher aus.

Warum befindet sich Poxdorf in dieser schwierigen Lage?
Wir sind äußerst schwach in die Saison gestartet und haben da einige Punkte liegen gelassen. Erst als wir in der Defensive stabiler wurden, haben sich die Ergebnisse gebessert. Momentan gehen wir personell jedoch auf dem Zahnfleisch. Wir hatten von vornherein einen dünnen Kader, der von zahlreichen Verletzungen gebeutelt ist. Da fallen Leistungsträger aus. Trotzdem haben wir noch viele machbare und entscheidende Duelle vor uns und können die Mission Klassenerhalt aus eigener Kraft schaffen.

Das Spiel am Sonntag gegen den Tabellenführer dürfte allerdings nicht zu den machbaren Aufgaben zählen, oder?
Die Partie gegen Hallerndorf ist eher eine Chance zu überraschen. Wir haben bereits im Hinspiel mit einem torlosen Remis ein dickes Ausrufezeichen gesetzt und können dort erneut ohne Druck antreten. Erst danach kommen die entscheidenden Partien.

An wen passen Sie weiter?
Mein Steilpass geht zu einer Frau, die in vielen Dingen ein Vorbild ist. Simone Wagner ist Bezirksligaspielerin der DJK-FC Schlaifhausen, eine richtig gute Kickerin. Außerdem ist sie sozial engagiert, mischt im Vorstand des Vereins und als Betreuerin der ersten Männermannschaft mit. Ihre Schwester arbeitet in meiner Praxis als Arzthelferin.