Geplant war er ja von Anfang an: Doch dass die SpVgg Heßdorf II den direkten Wiederaufstieg in die Fußball-Kreisklasse schaffen würde, war kein Selbstläufer. Zwar spielte das Team von Saisonbeginn an vorne mit in der A-Klasse 1 Erlangen/Pegnitzgrund, doch erst am letzten Spieltag nach einem souveränen Sieg gegen den TSV Frauenaurach II war klar, dass sich die Mannschaft von Trainer Axel Gotthardt nicht mehr vom Platz an der Sonne verdrängen lässt. Der Türkische SV Erlangen und der BSC Erlangen II, die den Kampf um die Meisterschaft bis zuletzt offen hielten, haben das Nachsehen.

Beste Offensive der Liga


Ein Blick auf die nackten Zahlen verdeutlicht jedoch, dass sich die Heßdorfer den Titel absolut verdienten. In der abgelaufenen Saison verlor die SpVgg-Reserve kein einziges der 30 Punktspiele, verließ das Feld 22 mal als Sieger und stellte mit 103 geschossenen Toren die beste Offensive der Liga, wobei zwei X:0-Wertungen ein noch besseres Torverhältnis verhinderten. Mit 35 Gegentoren erzielte der Meister defensiv "nur" den zweitbesten Wert. "Anscheinend gewinnt doch die Offensive Meisterschaften", stellte Axel Gotthardt in diesem Zusammenhang schmunzelnd fest. Auf jedem Fall geht dieser Aufstieg als Meister in die Geschichte der SpVgg ein. Denn eine Saison ohne Niederlage gab es vorher noch nie in Heßdorf.
Garant für diesen Erfolg war nach Auffassung des Trainers neben der mannschaftlichen Geschlossenheit natürlich etwas Glück und ein überragender Torjäger Georg Zehner. Der 23-Jährige war der erfolgreichste Schütze in der A-Klasse 1. "Er hat auch dieses Jahr wieder 32 Tore geschossen. Dabei konnte er gar nicht bei allen Spielen mitwirken", betonte ein durchweg zufriedener Gotthardt.
Auch beim Saisonfinale gegen den TSV Frauenaurach II, dass die Heßdorfer mit 6:2 gewannen, schlug Zehner zweimal zu. Nachdem das Teams das Tor zur Meisterschaft schon eine Woche zuvor beim 6:2-Kantersieg gegen den Aufstiegskonkurrenten BSC Erlangen II weit aufgestoßen hatte, kannte der Jubel nach dem Schlusspfiff keine Grenzen mehr: Abteilungsleiter und Trainer mussten die obligatorische Bier- und Sektdusche über sich ergehen lassen und es wurde noch lange gefeiert.

Der Abschied fällt schwer


Etwas ganz Besonderes ist der Titelgewinn auch für Torwart Marco "Casey" Mirschberger: Nach 170 Spielen im Seniorenbereich für Heßdorf schließt er sich nun dem Nachbarn aus Großenseebach an und feiert mit dem Erfolg einen gelungenen Abschied. "Er hat viel für uns geleistet und wir wünschen ihm bei seinem neuen Verein natürlich viel Glück", erklärte Gotthardt, der auch den beiden Mitstreitern um den Meistertitel seinen Respekt für die gespielte Saison ausdrückte. "Jede der drei Mannschaften hätte den Aufstieg verdient gehabt. Wir wünschen dem Türkischen SV Erlangen viel Erfolg in der Relegation und dem BSC II einen erfolgreichen Anlauf im nächsten Jahr."
Axel Gotthardt selbst kann die Früchte seiner Arbeit jedoch nur kurz genießen. Nachdem sein erstes Trainer-Engagement beim TV Erlangen II ein unrühmliches Ende fand, kehrte das Heßdorfer Urgestein im vergangenen Sommer zu seinem Heimatverein zurück und gab gleich die Marschroute vor: "zurück in die Kreisklasse." Der 33-Jährige hielt Wort. Doch seine berufliche Situation ändert sich nun derart, dass künftig an einen geregelten Trainingsbetrieb nicht zu denken wäre. Schweren Herzen entschied sich Gotthardt, seinen Trainerposten nach nur einem Jahr aufzugeben. Mit ihm hört auch Betreuer Waldemar Pokluda auf.
Wie Vereinsvorsitzender Hans Ort auf der Abschlussfeier bekannt gab, sei noch unklar, wer die Heßdorfer Reserve eine Liga höher betreuen wird. "Die Suche nach geeigneten Nachfolgern läuft bereits auf Hochtouren." Ort würdigte die Leistung von Trainerteam und Abteilungsleiter Alijaj Jusuf und dankte der Mannschaft sowie allen Sponsoren und Gönnern für ihren Einsatz.

Das erfolgreiche Team im Bild


Hintere Reihe von links: Stefan Wirth, Markus Höhn, Michael Ribisz, Niklas Gogoll, Georg Zehner, Stefan Peuker, Christian Fesser, Florian Fleischer, Florian Pelz und Markus Biermann
Vordere Reihe von links: Oliver Lauer, Harald Hendel, Stefan Pich, Patrick Dreßel, Benedikt Hofmann, Trainer Axel Gotthardt, Marco Mirschberger und Betreuer Waldemar Pokluda