Es kommt, das Herzschlagfinale im Stadion am Kieferndorfer Weg. Am Gründonnerstag kämpfen der Höchstadter EC und der EV Lindau im entscheidenden fünften Match um die Meisterschaft in der Eishockey-Bayernliga und den damit verbundenen Aufstieg. Möglich wurde dies, weil die Höchstadt Alligators nach zwei aufeinander folgenden, recht deutlichen Schlappen gestern echte Comeback-Qualitäten und im Penaltyschießen die besseren Nerven bewiesen. "Wahnsinn, unglaublich, das war eine echte Werbung für den Eishockey", schwärmte Stefan Hobner, stellvertretender HEC-Pressesprecher, nach dem vierten Finalspiel in der aus allen Nähten platzenden Lindauer Eissport-Arena.

EV Lindau - Höchstadter EC n.P. 2:3

Tatsächlich ließen beide Teams bei den 1250 Zuschauern keine Wünsche offen. Gut, schnell, intensiv, aber stets fair ging es auf der Fläche zu, wobei die Islanders versuchten, den Gästen mit einem schnellen Tor den letzten Zahn zu ziehen. Doch die standnen hinten sicher und ließen - abgesehen von Sekeras Versuch - zunächst nicht zu. Nach und nach befreiten sich die Alligators aber aus der Umklammerung. Simon Knaup prüfte als erster Goalie Mayer (4.), Ales Kreuzer hatte wenig später ebenfalls kein Glück (7., 10.). Die dickste Höchstadter Chance hatte Martin Vojcak auf dem Schläger, doch der Puck landete am Pfosten (16.). Auf der anderen Seite setzte Katjuschenko zum Solo an, wurde aber noch gestört.
Nach dem Seitenwechsel war wieder der HEC am Drücker und belohnte sich gleich nach 34 Sekunden: Marc Kaczmarek setzte Patrik Dzemla in Szene, der das 0:1 markierte (21.). Lindau musste nun kommen und schlug erfolgreich zurück, als Sekera nach Vorarbeit von Miller und Feilmeier zum Ausgleich traf (27.). Doch die Aischgründer ließen sich in ihrem Vorwärtsdrang nicht beirren. Der an der Bande postierte Dzemla bediente Knaup, dem die neuerliche Führung gelang (30.). Diese wollte der HEC nun ausbauen und brachte sich bei einem Powerplay in Position, doch der Angriff schlug fehl, und Lindau leitete in Unterzahl einen Blitz-Konter über Katjuschenko und Miller ein, den Leiprecht eiskalt zum 2:2 verwertete (33.). In der Folge ging es hin und her, das Spiel - und damit der Ausgang der Finalserie - stand auf Messers Schneide. Alles war angerichtet für ein packendes Schlussdrittel.
Und auch hier wurden die Zuschauer nicht enttäuscht: Zunächst suchte der Höchstadter EC die Entscheidung, um ein fünftes Match zu erzwingen und kam durch Thilo Grau, Richard Stütz, der am Pfosten scheiterte, und Daniel Jun zu guten Chancen, die aber allesamt nichts einbrachten. In den Schlussminuten waren es dann die Hausherren, die - vertrauend auf die lange Bank und die damit verbundenen Kraftreserven - den Sack zumachen wollten. Doch Philipp Schnierstein war einmal mehr ein sicherer Rückhalt für die Alligators, was der junge Goalie auch im anschließenden Penaltyschießen unter Beweis stellte. Im Psycho-Duell mit Katjuschenko und Mlynek behielt der Höchstadter zweimal die Oberhand, während Kreuzer und Jun eiskalt verwandelten und dem Team damit alle Titelchancen offenhielten. Jetzt gilt es für die Alligators, der eh' schon überragenden Saison am kommenden Donnerstag auf heimischem Eis die Krone aufzusetzen und dem Osterhasen die Schau zu stehlen.

Die Statistik zum Spiel

EV Lindau - Höchstadter EC n.P. 2:3 (0:0, 2:2, 0:0)

EV Lindau: Tor: Mayer, Johansson; Verteidigung: Haug, Leiprecht, Olesko, Prell, Seifert, Sekula, Fuchs, Schäfler; Angriff: Paul, Miller, Cech, Katjuschenko, Feilmeier, Grützmann, Pfeiffer, Sekera, Mikesz, Krohnfoth, Mlynek

Höchstadter EC: Tor: Schnierstein, Glaser; Verteidigung: Stütz/Sikorski, Knaup/Babinsky, Ryzuk, Goblirsch;
Angriff: Jun/Grau/Urban, Vojcak/Dzemla/Kreuzer, Lenk/Hiendlmeyer/Kaczmarek

SR: Rainer Wargitsch, Matthias Alt, Michael Walter Streschnak

Zuschauer: 1250

Tore: 0:1 Dzemla (21.), 1:1 Sekera (27.), 1:2 Knaup (30.), 2:2 Leiprecht (33.)

Strafzeiten: 6 / 8