Traumstart für die Höchstadt Alligators: Zum Saisonauftakt der Eishockey-Oberliga Süd gewinnt der HEC gegen die Lindau Islanders mit 4:3 (0:2, 3:2, 1:0). Dabei beweisen die Alligators, dass sie Potenzial haben.

Eishockey-Oberliga Süd

Höchstadter EC - Lindau Islanders 4:3

Nach längerer Abtastphase gibt Milan Kostourek (4.) den ersten Höchstadter Torschuss ab. Im Gegenzug geht Lindau in Führung: Nach gewonnenem Bully passt David Farny an die blaue Linie zu Dominik Ochmann, der die Scheibe oben links einschweißt (5.). Eine kalte Dusche für die Alligators, die sich davon aber nicht verunsichern lassen und suchen die schnelle Antwort suchen. Den Schuss von Niklas Jentsch pariert Gästekeeper Lucas di Berardo jedoch (6.)

Kurz darauf die erste Unterzahl: Wegen Beinstellens muss Thilo Grau zwei Minuten zuschauen. Spätestens jetzt zeigt sich, dass die Islanders besser eingespielt sind. Lindau schnürt Höchstadt zwei Minuten lang ein und ermöglicht dem an der blauen Linie lauernden Fredrik Widen freie Schüsse, Benjamin Dirksen im HEC-Tor verhindert aber das zweite Gegentor.

Die Alligators, bei denen vieles noch hölzern wirkt, übernehmen anschließend das Kommando: Vitalij Aab scheitert nach Zuspiel von Jiri Mikesz an Di Berardo, danach hat Höchstadt die erste Überzahlsituation. Daraus macht der HEC aber zu wenig, Lindau wirkt abgeklärter und löst sich immer wieder gut. Eine echte Torchance bietet sich den Alligators nicht.

In der Schlussphase des ersten Drittels kommen beide Teams zu Chancen. Vor allem HEC-Goalie Dirksen zeichnet sich mehrfach aus. Ein individueller Patzer beschert den Islanders dann doch das zweite Tor: Youngster Alexander Diel verlieren die Scheibe hinter dem eigenen Kasten, Daniel Schwamberger legt zu Simon Klingler - das 0:2 (18.). Fast im Gegenzug verpasst Anton Seewald mit einem Sololauf den Anschlusstreffer, frei auf das Gästetor zulaufend zielt er links vorbei. Kurz darauf ist Pause.

Offener Schlagabtausch im zweiten Drittel

Das zweite Drittel beginnt mit einer Strafe gegen Lindaus Linus Lundstöm. Doch die beste Chance haben die Gäste: Höchstadt verliert den Puck an der blauen Linie, Schwamberger ist auf und davon - Dirksen hält. Lindau wirkt weiterhin besser, spielt nach einer Zeitstrafe gegen Ochmann aber erneut in Unterzahl (25.). Eine echte Gelegenheit erspielt sich Höchstadt nicht, dafür aber in der 32. Minute: Dimitri Litesov tankt sich über rechts durch, Di Berardo ist aber zur Stelle.

Der HEC ist mittlerweile richtig im Spiel und belohnt sich wenige Sekunden später. Max Cejka zieht über links ins gegnerische Drittel, dreht sich und legt ab zu Mikesz, dessen Schuss oben rechts einschlägt - 1:2 (33.). Und eine Minute später macht Martin Vojcak über links Tempo, passt dann scharf vor das Lindauer Tor, wo Kostourek einschiebt (34.).

Höchstadt macht jetzt Tempo, das Team von Trainer Mikhail Nemirovsky will mehr. Lindau wirkt beeindruckt, doch schlägt eiskalt zurück: Einen schönen Angriff über mehrere Stationen schließt Andreas Farny trocken zum 2:3 ab (35.). Aber die Alligators kämpfen, sie schütteln sich kurz und schlagen sofort zurück: Seewald erobert die Scheibe rechts im gegnerischen Drittel, legt quer zu Jari Neugebauer und der Center schießt oben rechts zum 3:3 ein (36.). Längst hat die Partie an Tempo gewonnen, beide Teams begegnen sich mit offenem Visier. Ein weiterer Treffer fällt bis zur Drittelpause aber nicht mehr.

Unterzahltor ebnet Höchstadt den Weg

Auch das Schlussdrittel beginnt mit einer Lindauer Strafzeit, die Islanders verteidigen die Unterzahl aber sehr gut. Kurz darauf muss Vojcak wegen hohen Stocks zwei Minuten zuschauen. Lindau sucht wieder die Distanzschützen, Dirksen pariert aber mehrmals gut - und verhindert auch gegen Andreas Farny aus nächster den neuerlichen Rückstand.

Mehr als 400 Zuschauer im Live-Stream bei "Sprade TV" sehen dann, dass der HEC auch in Unterzahl gefährlich sein kann: Martin Kokes erzwingt einen Lindauer Scheibenverlust, der zur Konterchance für Seewald führt. Der Angreifer fährt das Break zuende und trifft oben rechts in Unterzahl zum 4:3 (47.) - die erste Alligators-Führung der neuen Saison.

Nun macht Lindau mehr Druck, die Islanders zeigen körperliche Präsenz, fahren mehrere Checks zuende. Doch der HEC hält dagegen, Cypas übertreibt etwas und muss zwei Minuten zuschauen. Die Unterzahl übersteht Höchstadt aber gut, Dirksen pariert weiterhin bärenstark, ein Tempogegenstoß von Kostourek führt zu einer Zeitstrafe gegen Lindau (51.).

Vier Minuten vor Ende hat Andreas Farny den Ausgleich auf dem Schläger: Stark eingesetzt steht der Routinier blank vor Dirksen, doch der Goalie rettet großartig. Für Höchstadt geht es in der Schlussphase nur noch darum, den knappen Vorsprung über die Zeit zu retten. Und tatsächlich: Lindau müht sich bis zum Schluss, nimmt 80 Sekunden vor Spielschluss eine Auszeit und den Goalie raus. Doch die Alligators halten dicht, kassieren kein Tor mehr - und können verschmerzen, dass der Pfosten das Empty-Net-Goal von Aab verhindert.

Mit 4:3 setzt sich der HEC am Ende durch und feiert einen Traumstart in die neue Saison.