Abseilen aus dem Hubschrauber, ein Flugzeugsabsturz sowie ein schwerer Unfall - diese Szenarien lockten am Samstagnachmittag die Zuschauer in den Weihersbach. Die spektakuläre Übung hatte die Freiwillige Feuerwehr Herzogenaurach anlässlich ihres 150. Jubiläums ausgearbeitet.
Los ging es um 14 Uhr auf dem ASV-Platz, angekündigt wurde ein Hubschraubereinsatz der Bayerischen Landespolizei. Acht Hubschrauber vom Typ "Eurocopter EC-135", einem der modernsten Polizeihubschrauber der Welt, sind bei der Polizeihubschrauberstaffel am Standort München auf dem Flughafen "Franz-Josef-Strauß" und der Außenstelle in Roth eingesetzt. Wie ein Polizeisprecher über Lautsprecher erläuterte, unterstützen die Polizeihubschrauber mit innovativer Technologie wie der Wärmebildkamera bei der Verbrechensbekämpfung, der Vermisstensuche, bei Katastropheneinsätzen und der Bewältigung besonderer Verkehrs- und Einsatzlagen.
Eine dieser besonderen Einsatzlagen wurde bei der Übung simuliert, so das Abseilen oder Aufnehmen von Flugrettern, über die auch die Herzogenauracher Feuerwehr verfügt. Die extra ausgebildeten Feuerwehrleute seilten sich über dem ASV-Platz ab und ließen sich auch wieder aufnehmen Die Flugretter werden bei Einsätzen im Gelände eingesetzt, wenn der Einsatzort mit schweren Fahrzeugen nicht angefahren werden kann. Zu diesem angenommenen Einsatzort brachte der Hubschrauber auch eine Box mit Werkzeugen und Löschmitteln.
Schließlich kam der Hubschrauber mit einem Außenlastbehälter zurück, die zur Bekämpfung von Bränden in Wäldern und auf Freiflächen, vor allem im unwegsamen Gebieten eingesetzt. Die Löschwasser-Außenlastbehälter können im Schwebeflug aus Flüssen oder Seen befüllt werden. Nach der ersten Leerung schwebte der Hubschrauber knapp über dem Boden und der Behälter wurde mit der Schlauchleitung gefüllt.
Nach der Vorführung landete der Hubschrauber auf dem Fußballplatz und zahlreiche Zuschauer konnten sich das Fluggerät aus der Nähe betrachten. Auch durften sie die Piloten und Flugtechniker sowie zwei weitere Beamte der Polizeihubschrauberstaffel mit Fragen löchern.
Im zweiten Teil der Übung ging es zum Platz vor den Kellern. Auf der Bühne lag ein abgestürztes Flugzeug und vor den Kellern standen und lagen verunfallte Autos, die mit je einer Person besetzt waren. Aufgabe der Feuerwehrleute war es, den Brandschutz sicherzustellen, die Autos zu sichern und die verletzten Personen zu befreien. Mit den Rettungssätzen (Schere, Spreitzer und Säge) mussten dazu Dächer oder Heckklappen entfernt werden, um die Verletzten schonend aus den Wracks befreien zu können. Zu guter Letzt musste der Pilot des abgestürzten Flugzeugs befreit werden. Um das es anheben zu können, kamen Hebekissen zum Einsatz. Für die ins Schwitzen geratenen Feuerwehrleute gab es von den dicht gedrängten Zuschauern rings auf den Kellern den verdienten Applaus.