Im Vorfeld der Erlanger Bergkirchweih 2026 sorgte die Gleichstellungsstelle der Stadt Erlangen für bundesweite Aufmerksamkeit: Sie verschickte an die Kellerwirte des Volksfests ein Schreiben mit einer Liste von zwölf Liedern, die auf dem Fest möglichst nicht gespielt werden sollen. Die Begründung: sexistische und frauenfeindliche Liedtexte, die einem "friedlichen und respektvollen Fest" im Wege stehen würden.

Auf der Liste finden sich unter anderem "Layla" von DJ Robin & Schürze, "Skandal im Sperrbezirk" der Spider Murphy Gang sowie "Die Glöcknerin von Dingolfing" der fränkischen Kultband "Dorfrocker". Im TV-Interview mit Sat.1 Bayern machte der Erlanger Schlagerstar Peter Wackel, dessen Song "Joana" auch auf der Liste steht, von Mallorca aus seine klare Meinung zu dem Thema deutlich.

"Moralapostel": Peter Wackel wettert gegen Erlanger Gleichstellungsstelle

Er sei über 20 Jahre lang auf der Erlanger Bergkirchweih aufgetreten, und schon seit einigen Jahren gebe es für die Wirte einzelne Hinweise zu problematischen Liedern, wie er erklärt. Die neue offizielle Liste von unerwünschten Liedern sehe er als "Unding" an. "Da meint man wirklich, die Erlanger sind die großen Moralapostel." Gut finde er, dass dennoch auf fast jedem Keller "alles gespielt" werde, wie er mitbekommen habe. 

"Das erfreut dann doch mein Herz, weil ich finde es unmöglich und sehr peinlich." Heute würde er seine alten Lieder auch nicht anders schreiben. In etlichen Liedern verschiedenster Künstler könne man Zeilen finden, "die man jetzt beanstanden kann". Er beschreibt sie als "Kulturgut" und spricht sich dafür aus, die Lieder zu bewahren und feiern zu lassen. Auch die "Dorfrocker" kritisieren die Liste gegenüber inFranken.de entschieden und erlebten sogar einen Hype ihres Hits "Die Glöcknerin von Dingolfing".

Bei all dem Gegenwind gibt es jedoch auch Stimmen für die schwarze Liste. Die SPD Erlangen veröffentlichte am 23. Mai 2026 ein Statement in den sozialen Medien. "Wir wollen einen Berg ohne Sexismus - genauso wie ohne Rassismus, Homophobie und andere Formen der Menschenfeindlichkeit! Und leider gibt es unter den Partyliedern, wie sie am Berg gespielt werden, einige, die Frauen zu Sexualobjekten degradieren, sexualisierte Gewalt verharmlosen oder sogar positiv darstellen", schreibt die Partei.

SPD kritisiert "entgleiste" Debatte und berichtet von "persönlichen Angriffen"

Wenn in Liedern sexualisierte Gewalt gegenüber Frauen verharmlost oder geduldet würden, trage das dazu bei, dass solche Gewalt auch in Wirklichkeit ausgeübt werde, so die SPD. Es sei möglich, auf dem Berg gemeinsam zu feiern, ohne Lieder zu hören, die Sexismus oder Gewalt verharmlosen.

Die öffentliche Debatte über die Liste sei "vollkommen entgleist", bis zu "persönlichen Angriffen auf und Diffamierungen insbesondere der Gleichstellungsbeauftragten", moniert die SPD. Deren Aufgabe sei es, sich mit bedenklichen Partyliedern zu beschäftigen und Hinweise zu geben. Auch in den Instagram-Kommentaren zu Wackels Interview stellen sich Menschen auf die Seite der Gleichstellungsbeauftragten.

"Ja wir haben wichtigere Themen, aber JA, die Lieder sind problematisch und es schadet nicht, sich hier mal Gedanken zu machen", schreibt eine Frau. "Nur, weil es 'immer so war', heißt es nicht, dass es gut ist" und "Traurig, dass manche Menschen sich offenbar nicht ohne unmögliche Texte amüsieren können", ist ebenfalls zu lesen.

Ein Redakteur hat diesen Artikel unter der teilweisen Verwendung eines KI-Sprachmodells verfasst und/oder optimiert. Sämtliche Informationen wurden sorgfältig geprüft.

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