Nach 41 Jahren und drei Monaten Schuldienst, davon über 16 Jahre als Schulleiter in Aurachtal, geht mit dem 65-jährigen Alfred Sammetinger ein beliebter Pädagoge in den Ruhestand. Die rockige, aber auch sehr emotionale Abschiedsfeier, die ihm die Schüler sowie das Kollegium bereiteten, wird er nicht so schnell vergessen.

Dass eine ganze Schule rockt, und der Schulleiter selbst in der Band mitspielt, dürfte nicht so häufig sein. Aber bei den Grußworten und Reden wurde deutlich, dass mit Alfred Sammetinger auch kein "normaler" Pädagoge in den Ruhestand geht, sondern ein weltoffener, einfühlsamer und sehr geschätzter sowie bei den Kindern sehr beliebter Lehrer die Schule verlässt. Naja, ganz weg wird er nicht sein, die Schüler übereichten ihm einen Kalender und für 2019 ist für jeden Monat ein Tag eingetragen, an dem er in Münchaurach gebraucht wird.

In den Ansprachen bei der Abschiedsfeier wurde Alfred Sammetinger als "wirklicher Menschenfreund" und als "Pädagoge und Rektor aus Berufung" charakterisiert. Als er die damalige Volksschule übernahm, habe es ihm am Herzen gelegen, das gute Schulklima beizubehalten. Dementsprechend habe er im Leitbild die "Wohlfühlschule" manifestiert.

Wie die Schulamtsdirektorin verdeutlichte, fielen in seine Zeit als Schulleiter auch schwerwiegende Entscheidungen so die Auflösung der Hauptschule und was ihm besonders am Herzen lag: neue pädagogische Konzepte. Sammetinger gestaltete den Kindern einen Raum, in dem sie sich unbeschwert entwickeln und neue Lebensbereiche erobern konnten. Geyer: "Jedes Kind ging bei dir gerne in die Schule. Die Kinder fühlten sich stets angenommen. Dabei war es für dich ein großes Anliegen, dass man jedem Kind gerecht wird und die richtigen Weichen fürs Leben stellt." Auch die Lehrer hätten sich immer sehr gut aufgehoben gefühlt.

So stehe die Schule blitzend und glänzend da wie sein Fahrrad. Stach stellte insbesondere den Vorlesewettbewerb in den Vordergrund, der vor 16 Jahre von Alfred Sammetinger für den gesamten Landkreis eingeführt und organisiert wurde. Denn die Förderung der Lesefähigkeit sei ihm von Beginn an eine Herzensangelegenheit gewesen. Ebenso wie er Wert darauf legt, dass jedes Kind schwimmen kann, wenn es die Schule verlässt.

Auch die Aufenthalte im Schullandheim waren Sammetinger von Beginn an ein Bedürfnis, die achttägigen Aufenthalte der dritten und vierten Klassen, seien als Gemeinschaftserlebnis sehr wichtig für die Kinder. Dafür bedankte sich auch Maximilian Gaul, Vorsitzender des Schullandheimwerks Mittelfranken. Dort habe Sammetimger als ehrenamtlicher Zweiter Vorsitzender in 30 Jahren viel erreicht und genieße als echter Praktiker bei den Kollegen hohes Ansehen.

Auch Bürgermeister Klaus Schumann, der auch für seinen Oberreichenbacher Amtskollegen Klaus Hacker sprach, verhehlte nicht, dass es ihm schwerfalle, Sammetinger zu verabschieden. Denn der Rektor habe tiefe Spuren bei den Kindern, Eltern und der Gemeinde hinterlassen. "Es war eine Freude und Genugtuung, zu sehen, wie du mit Herzblut die Schule geleitet und den Kindern einen emotionalen und rationellen Grundstock für die Schullaufbahn gelegt hast - und mit welch großartiger Weise, mit Fröhlichkeit und Feingefühl die Aufgaben gemeistert hast." Derzeit besuchen 164 Kinder die Aurachtaler Grundschule, mit steigender Tendenz.

Das sehr unterhaltsame Programm gestaltete die Band mit Alfred Sammetinger (Bass), Heinz Fellermeyer (Gitarre), Manni Welker (Drums) und Karin Sammetinger (Sax) sowie Märchenerzählerin Silke Görner. Und natürlich die Kinder, die mit dem Schullied in die Sporthalle einzogen und mit dem Lied "So viel Stern am Himmel steh'n" sowie mit Matrosenkäppis und "Adieu und Ahoi" auszogen. Dazwischen gab es einen lustigen Sketch in Englisch, denn Sprachen lagen Sammetinger auch sehr am Herzen.

Für die Zukunft der Grundschule wünscht sich Sammetinger, der bei seiner Abschiedsrede sehr gerührt war, dass die Schule auch weiter einen "außerordentlichen Platz in Aurachtal haben wird. "Jeder sollte gern in die Schule kommen."