Der Automobil- und Industriezulieferer Schaeffler richtet sein Fahrzeuggeschäft langfristig neu aus. Die Mobilität der Zukunft sieht das Unternehmen in vernetzten, softwaregetriebenen, elektrifizierten und hochintegrierten intelligenten Fahrzeugsystemen. Damit will der Traditionsbetrieb seine technologische Entwicklung vorantreiben und neue Marktchancen gezielt nutzen. Wie der Technologiekonzern aus Herzogenaurach (Landkreis Erlangen-Höchstadt) mitteilte, sollen bis 2035 zugleich zehn Prozent des Umsatzes in neuen Sektoren erzielt werden.
Zuletzt sorgte Schaeffler mit seinem Einstieg in die Raumfahrttechnologie für Schlagzeilen. Um die Abhängigkeit vom Automobilsektor weiter zu verringern, baut das fränkische Traditionsunternehmen zudem sein Netzwerk im Bereich humanoider Robotik aus. Ein Marktpotenzial in Milliardenhöhe sieht der Traditionsbetrieb ferner im Rüstungsgeschäft. Gleichzeitig bezeichnet Schaeffler das klassische Automotive-Geschäft weiterhin als zentralen Bestandteil der Unternehmensgruppe.
Über 320 Produkte: Schaeffler präsentiert Innovationen und Zukunftstechnologien
Bei einer Kundenveranstaltung im neuen Technologiezentrum im baden-württembergischen Bühl stellte die Schaeffler AG mehr als 320 Produktinnovationen vor, wie aus einer am Montag (15. Juni 2026) veröffentlichten Pressemitteilung hervorgeht. Laut Angaben des Zulieferers war das sogenannte "Automotive Symposium" zugleich die erste Veranstaltung dieser Art seit der Integration von Vitesco Technologies, bei der die erweiterten Kompetenzen und das ergänzte Produktportfolio präsentiert wurden.
Nach Darstellung von Schaeffler verbindet das Unternehmen seine bisherigen Stärken in Mechanik und Mechatronik mit zusätzlicher Expertise in Elektronik und Sensorik. Im Mittelpunkt des Symposiums standen damit Entwicklungen, die auf vernetzte, softwaregestützte, elektrifizierte und hochintegrierte Fahrzeugsysteme ausgerichtet sind. Auf dem Symposium präsentierte Schaeffler nach eigenen Angaben mehr als 320 Produkte für Pkw, Nutzfahrzeuge und Zweiräder.
Im Pkw-Bereich ordnete das Unternehmen seine Lösungen in die vier Technologiecluster "Vehicle Control", "Chassis & Body", "Powertrain" und "Energy Management" ein. Diese sollen Anwendungen für vernetzte, softwaregetriebene und elektrifizierte Mobilität abdecken. Im Bereich Zweiräder zeigte das Unternehmen unter anderem Lager, Motorsteuerungen, Automatikgetriebe und Konnektivitätslösungen.
"Hohe Anforderungen": Fränkischer Zulieferer sieht sich für Marktwandel gerüstet
Für Nutzfahrzeuge stellte Schaeffler nach eigenen Angaben unter anderem Lösungen für lokal emissionsfreie Antriebe vor. Dazu zählen Technologien für batterieelektrische und brennstoffzellenelektrische Fahrzeuge sowie für wasserstoffbetriebene Verbrennungsmotoren. Zudem wurden flexible Entwicklungsansätze vorgestellt, mit denen neue Technologien schneller zur Marktreife geführt werden sollen.
"Die dynamische Entwicklung unserer Märkte stellt hohe Anforderungen - und wir sind darauf vorbereitet", wird Thomas Stierle, Vorstand E-Mobility der Schaeffler AG, in der Mitteilung zitiert. "Mit unserem breiten Portfolio, unserer globalen Präsenz und lokalen Lieferketten sowie ausgeprägten Systemkompetenz überführen wir Innovationen konsequent in die Serie." Schaeffler wolle den Mobilitätswandel hin zu mehr Effizienz und Elektrifizierung mitgestalten.
Das "Automotive Symposium" von Schaeffler findet im Turnus von vier Jahren statt und wird nach Eigenaussage in mehreren Weltregionen ausgerichtet. Nach dem Auftakt in Bühl für die Region Europa sind für 2026 weitere Veranstaltungen in den USA, China und Japan geplant. Im ersten Quartal 2026 verzeichnete die Schaeffler AG unterdessen einen leichten Umsatzrückgang. Zuwächse gab es lediglich in der Sparte E-Mobilität.
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