Mit dem Sinatrasong "My way", gesungen von Georg Schlee, am Piano begleitet von Jan Eric Hauber, endete die ergreifende Abschiedsfeier für den scheidenden Lehrer Kurt Spitzer am Gymnasium in Höchstadt. Mit ihm zusammen wurde auch sein Kollege Jürgen Paul verabschiedet, der an die Universität Bamberg wechselt. "Es war eine schöne Zeit hier am Gymnasium. Ich freue mich aber auch, dass ich nun die Last der Verantwortung abgeben kann", sagte Kurt Spitzer am Ende der langen, beeindruckenden Abschiedsfeier.

Unter anderem mit einer textlich abgeänderten Fassung von Roger Ciceros Song "Zieh die Schuh aus" lockerten die Schüler, Lehrer und Eltern kurzweilig die Feier auf. Ein Lehrerchor brillierte noch mit umgedichteten Liedern des ehemaligen Kollegen Ulli Schadow. Für beide scheidenden Lehrer hatte man alle Register gezogen. Jürgen Paul habe die Entwicklung der Schule und das Schulleben als "Volleyballmaster" und gleichzeitig als Forscher mitgeprägt.

Schulleiter Bernd Lohneiß würdigte Kurt Spitzer in seiner Laudatio: Schon zu Beginn seiner Pädagogenlaufbahn sei in seiner Beurteilung gestanden: "Auf ihn ist Verlass!" 1984 war er im Gymnasium Ottobrunn Mitglied im AK Schulcomputer und leistete Pionierarbeit. Dort erwies er sich bereits als PC-Experte. Seit dem Schuljahr 1985/86 unterrichtete Spitzer in Höchstadt. Hier galt sein Interesse nicht nur den Computern und dem Programmieren. Seine Fürsorge für die Schüler und seine Liebe zum Unterrichten machten ihn laut Lohneiß bald zu einem beliebten und angesehenen Pädagogen.

Als Systembetreuer für die PC-Ausstattung und -Instandhaltung zeigte er fundiertes Wissen im IT-Bereich. Im August 1998 wurde er zum Mitarbeiter im Direktorat berufen und daneben nahm er an Multiplikatorenschulungen für das neue Bayerische Schulverwaltungsprogramm (BaySVP - später ASV) teil. Als Fachmann war er bei Problemen der Ansprechpartner für die mittelfränkischen Gymnasien.


Freizeit geopfert

In Höchstadt selbst hatte Spitzer an der Organisation der 50-Jahr-Feier der Schule im Jahr 2008/2009, aber auch an der Sanierung und Planung des Abrisses des Altbaus und der Gestaltung des Neubaus großen Anteil. Eine tragende Säule war er bei der Erstellung der Stundenpläne. Trotz der immer wiederkehrenden Fehler des Programms des ASV schaffte er es stets, termingerecht eine fertige Unterrichtsverteilung zu liefern. Viel Freizeit habe er für seine Schule geopfert. Im Jahr 2014/2015 übernahm er noch die Projektleitung für die "Pilotstufe der Mittelstufe Plus". Nicht nur Generationen von Schülern habe er mathematische und physikalische Kenntnisse beigebracht, er habe auch schülernah und anschaulich unterrichtet.

"Die gesamte Schulfamilie ist dir für dein verlässliches Wirken und dein immenses Engagement zu großem Dank verpflichtet", fuhr Lohneiß fort. Vergessen wurde auch nicht, dass Spitzer neben seinen vielen schulischen Aufgaben noch Zeit für seinen Kirchenchor gefunden hat und auch im "Last-Minute-Chor" der Lehrer war er immer dabei. Durch sein Akkordeonspiel habe er so manche Herzen höher schlagen lassen. Lohneiß sprach noch von "Spitz, Spitze, Spitzer". Sichtlich gerührt dankte der scheidende, allseits beliebte Lehrer seinen Kollegen und den Schülern für diesen grandiosen Abschied, der ihm doch recht schwer fiel.

Reden und Ständchen des Elternbeirats, dem Verein der Freunde und Förderer, der Fachschaft Biologie und Chemie für Jürgen Paul (Markus Böckl und Kollegen), der Fachschaften Mathematik und Physik für Kurt Spitzer (Wolfram Degen und Peter Baum) der SMV (Schülersprecher Jens Buddenberg), den Kollegen, vom Direktorat - hier Bernd Lohneiß als "König der Löwen", wechselten sich ab. Kurt Spitzer sei die "Inkarnation der Hilfsbereitschaft".


Schreibtisch ist noch nicht leer

"Nun ist noch Aufräumen angesagt. Es dauert noch den halben August, bis mein Schreibtisch leer sein wird und Platz für meinen Nachfolger ist. Dann geht es daheim weiter mit dem Aufräumen und Aussortieren. Und anschließend möchte ich zusammen mit meiner Lebensgefährtin Rita noch ein bisschen was von der Welt sehen", verriet Spitzer. "Ich verlasse eine ganz tolle Schule von den äußeren Gegebenheiten her - modernst ausgestattet, offen, transparent, kompakt - aber auch von den Personen her - Schüler, die hoffentlich von allen als ,kleine Erwachsene‘ respektvoll behandelt werden, ein Kollegium, das zusammenhält, das auch in Stresssituationen am gleichen Strang zieht, eine Schulleitung, die synchron tickt und gut harmoniert."