Seit 30 Jahren besteht die Städtepartnerschaft zwischen Herzogenaurach und der französischen Stadt Sainte-Luce-sur-Loire. Das wurde am Freitag mit einem Festabend im Vereinshaus gefeiert. Am Mittwoch waren Bürgermeister Jean-Guy Alix mit einer Delegation von 31 Personen und 67 Mitglieder des Freundeskreises angereist, um das Partnerschaftsjubiläum zu feiern.
Beim Festabend blickten die beiden Bürgermeister auf die Anfänge der Beziehungen zurück und dankten den damaligen Gründern. Der Ursprung der Städtepartnerschaft zwischen Sainte-Luce-sur-Loire und Herzogenaurach liegt im Schüleraustausch zwischen dem Collège la Reinetière und dem Gymnasium Herzogenaurach, der 1983 begann. 1988 wurde die Partnerschaft mit Herzogenaurach offiziell besiegelt.
"Das ist heute eine besondere Feierstunde und wir haben die Feier der Jumelage extra auf Himmelfahrt gelegt, weil sich da auch traditionell die Freundeskreise der beiden Städte treffen", erklärte Bürgermeister Hacker. So waren die Mitglieder des Freundeskreises Herzogenaurach-Sainte-Luce-sur-Loire beim Festabend ebenso vertreten wie der Cercle d´Amis Sainte-Luce-sur-Loire und natürlich auch Stadträte beider Städte.
Die beiden Bürgermeister erinnerten an die Pioniere der Partnerschaft und dankten den beiden Freundeskreisen für ihren Einsatz zur Völkerverständigung. Den Rednern zufolge tragen die Kinder und Jugendlichen aus dem Beginn der Partnerschaft die Verbundenheit der beiden Völker in sich. Hacker erinnerte an die vielen Projekte der Schulen sowie Sport und Kultur. "Meinem Freund und Amtskollegen Alix ist die Städtepartnerschaft und die Verbindung der Völker sehr wichtig", erklärte Bürgermeister Hacker unter Beifall. "So will eine Städtepartnerschaft gelebt und immer wieder aufs Neue vertieft werden und es die Pflicht der beiden Städte dies auch zu unterstützen."
Der europäische Gedanke spielte während des Aufenthaltes der französischen Freunde eine wichtige Rolle und die beiden Bürgermeister wiesen bei den offiziellen Terminen auch immer wieder darauf hin. In all den Jahren gab es unzählige Begegnungen und es entstanden Freundschaften über Generationen hinweg. Von Anfang an war die Städtepartnerschaft von jenem freundschaftlichen Geist getragen, den auch Adenauer und de Gaulle beschworen: Die zu nationalistischen und faschistischen Zeiten gebetsmühlenartig beschworene "Erbfeindschaft" sollte überwunden werden.


Bürgermeister erinnern

"Deutschland und Frankreich wollen die Zusammenarbeit in Wirtschaft, Gesellschaft, Politik und Technologie vertiefen. Dazu wollen beide Länder noch im Laufe des Jahres einen neuen Élysée-Vertrag beschließen und er wird auch eine Kampfansage an den immer stärker werdenden Nationalsozialismus zum Inhalt haben", sagte Bürgermeister Hacker.
"Wir bauen gemeinsam an einer friedlichen Zukunft für die Kinder." Sprachbarrieren seien kein Hindernis, meinte Bürgermeister Alix. Und auch nicht die 1150 Kilometer Distanz, die zwischen beiden Städten liegt. Durch neue Mobilität und im digitalen Zeitalter schrumpfe diese Distanz immer mehr.
"Die Partnerschaft unserer beiden Städte ist ein Kind von Vätern, die vor oder während des Krieges geboren wurden. Viele Söhne, Väter und Männer sind gefallen und auch das war in den Köpfen von Pierre Brasselet und Hans Ort, als sie die Partnerschaftsurkunde unterschrieben", blickte Alix zurück. "Die schrecklichen Erinnerungen an den Zweiten Weltkrieg verblassen und der Nationalsozialismus macht sich wieder breit", befürchtet auch Bürgermeister Alix.


Über Generationen hinweg

Er verglich die Partnerschaft mit einem "30-jährigen Abenteuer", an dem Generationen gearbeitet haben. Dieses schöne Abenteuer müsse weiter gepflegt und ins 21. Jahrhundert geführt und immer wieder neu erfunden werden. Die Menschen sollten immer im Vordergrund stehen und man müsse beständig daran erinnern, dass die heutige Freundschaft alles andere als selbstverständlich sei. "Allein kann man wenig erreichen, aber gemeinsam können wir viel schaffen", erklärte Alix am Schluss unter Beifall.
Ähnlich äußerten sich die Vorsitzenden der Freundeskreise, Christa Nitsche und Annick Gaudicheau. "Gerade die vielfältigen familiären und persönlichen Kontakte und Begegnungen zwischen den Bürgern waren es, die Verständnis füreinander geweckt haben", sagte Nitsche. Und: "Alte Freundschaften dauern an, neue entstehen, viele haben Freundschaften fürs Leben geschlossen."


"Hans bleib do"

Im zweijährigen Rhythmus besuchen sich der Freundeskreis Herzogenaurach Sainte-Luce-sur-Loire und Cercle d'Amis sowie der Sprachkurs für Erwachsene.
Auch die deutsch-französischen Jugendcamps, der Sport- und Kulturaustausch zwischen den Schulen der beiden Städte, Partner Rocken (internationales Treffen zwischen den Partnerstädten und dem Partnerlandkreis) sowie kulturelle und sportliche Austausche tragen dazu bei, dass das Band der Freundschaft zwischen Lucéens und Herzogenaurachern sich weiterhin festigt.
Eröffnet wurde der Festabend vom Blockflötenensemble "Luftyogis" und dem Harfen-Ensemble mit der Suite Dro "Anne de Bretagne" von der Musikschule Herzogenaurach unter der Leitung von Uli Nix. Zwischen den Festreden erklangen "Courante Gallica - Hans bleib do" und "Bransle de la torche", der Frühlingswalzer und zum Abschluss reihte sich die Musikschule "Sinfonia Sainte-Luce-sur-Loire" ein und es erklang mit "Ode an die Freude", die Europahymne.
Die beiden Freundeskreise luden vor Eröffnung des Büffets unter dem Motto "Glas der Freundschaft" zum Aperitif ein und im Anschluss dazu, die Jubiläumstorte anzuschneiden. Für die musikalische Unterhaltung sorgten "Smiley & Pfanni".